Beverungen Städtische Obstversteigerung in Beverungen

In Beverungen werden die Früchte aus städtischem Eigentum verkauft. In Haarbrück finden 50 Bäume einen Abnehmer. Eine weitere Auktion ist in Drenke

Manuela Puls

Haarbrück. Im Supermarkt kostet ein Kilogramm Äpfel oft zwei Euro – man kann für das Geld aber auch gleich einen ganzen Baum bekommen. Landauf landab kommt jetzt wieder das kommunale Obst unter den Hammer – zum Beispiel in Haarbrück. Da hatte sich in diesem Jahr wieder ein Dutzend Interessenten am Feldweg eingefunden. Als Auktionator fungiert wie immer Ortsvorsteher Hans-Georg Sander. Für an die 50 Apfel- und Birnenbäume rund um das Höhendorf sucht er pflückfreudige Abnehmer – und findet sie auch problemlos. Zum Beispiel Stefan Bobbert. Er sichert sich bei der Versteigerung gleich zehn Bäume – weil die Ernte auf der heimischen Wiese aktuell quasi eine Nullnummer ist: „Wir haben in diesem Jahr so gut wie gar keine Äpfel, da hängt einfach nichts drauf“, berichtet er. Saft, Mus und Äpfel zum Essen braucht seine Familie aber nun einmal. Auch Hans-Georg Sander hat sich vor dem Termin angeschaut, ob es entlang der Feldwege überhaupt etwa etwas zu versteigern gibt. Und tatsächlich: Hier am Holzbrunnen hängen die Zweige an vielen Bäumen voll, einige sind aber auch wie leer gefegt: „Wir hatten im Frühjahr zu starken Frost, da sind bei manchen Sorten die Blüten komplett verfroren“, sagt der Bezirksverwaltungsleiter. Auch bei ihm im Garten ist das Obst diesen Sommer Mangelware. „Den Baum hier nehme ich“, sagt Reinhard Bobbert und zückt gleich das Portemonnaie. Barzahlung ist angesagt bei der städtischen Obstversteigerung. „Ist mehr so ein kleiner Obolus“, meint Hans-Georg Sander, der jedes Mal durch die hohen Brennnesseln stapft, um die Bäume mit dem Edding zu nummerieren. Die Käufer müssen sie schließlich später auch wiederfinden können, wenn sie zum Pflücken anrücken. Reinhard Bobberts Söhne erklimmen dann auch gleich voller Begeisterung den frisch erstandenen Baum für eine Saison. Der siebenjährige Vincent und sein ein Jahr jüngerer Bruder Moritz greifen nach den dicken, grünen Früchten und beißen gleich rein: „Ein bisschen sauer, aber für Apfelmus geht es“, meinen die Jungs fachmännisch. „Oma rührt das mit dem Schneebesen“, verrät der Vater. Seine Kinder lieben Apfelmus fast zu jeder Mittagsmahlzeit – sogar zu Spaghetti. Streit gibt es bei der Versteigerung in Haarbrück nicht – hier herrscht Harmonie, man einigt sich. Im Schnitt gehen die Bäume für zwei Euro weg. „Früher war das manchmal witzig, da haben sich welche richtig überboten“, erinnert sich der Hans-Georg Sander, der Käufer und Erlöse penibel notiert. Die Nachfrage nach dem städtischen Obst sei immer in etwa gleichbleibend. „Es gibt auch Leute, die einfach mit ihrem Auto vorfahren und das Obst ohne zu fragen wannenweise wegschleppen“, hat er beobachtet. Das ist in Haarbrück aber allerdings nicht erlaubt. Anderswo können die städtischen Bäume dieses Jahr tatsächlich einfach so abgeerntet werden – zum Beispiel in der Kernstadt, in Herstelle und in Tietelsen – frei nach dem Motto, wer zuerst kommt, pflückt zuerst. ´?Eine Versteigerung steht noch in Drenke an, und zwar am Samstag, 9. September. Beginn ist um 10 Uhr. Treffpunkt: Viehtränke, Am Anger.

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