Wie früher: Bürgermeister Hubertus Grimm macht in seinem Heimatdorf Dosenwerfen wie einst für das Kinderschützenfest. - © Manuela Puls
Wie früher: Bürgermeister Hubertus Grimm macht in seinem Heimatdorf Dosenwerfen wie einst für das Kinderschützenfest. | © Manuela Puls

Beverungen Beverungen rückt beim Tag der Straßenfeste zusammen

Zum 600-jährigen Stadtjubiläum: Tag der Straßenfeste. An mehr als 18 Orten im Stadtgebiet wird die Nachbarschaft gefeiert

Manuela Puls

Beverungen. Sieben verschiedene Nationalitäten sitzen in der Beverunger Liboristraße einträchtig im Sonnenschein an Bierzelt-Tischen: In dieser kleinen Sackgasse wurde am Samstag Straßenfest gefeiert – und zwar wirklich „multikulti". Denn hier leben Menschen aus Polen, Syrien, Kasachstan, dem Kosovo, aus der Schweiz, Österreich und natürlich aus Deutschland. „Das Wichtigste ist doch, dass man sich kennenlernt", sagt Hildegard Kainz. Sie ist froh, dem Aufruf von Beverungens Bürgermeister Hubertus Grimm zum Tag der Straßenfeste gefolgt zu sein. An 18 Stellen im Stadtgebiet wird am Samstag anlässlich des 600-jährigen Stadtjubiläums gefeiert. „Das ist eine tolle Idee", findet auch Andreas Nostiz aus der Liboristraße. Die Straße entstand in der Nachkriegszeit, ein Straßenfest hat es hier aber noch nie gegeben. Bürgermeister besucht möglichst viele Orte Überall in Beverungen trifft man sich an diesem Samstag. In Jakobsberg lädt der Schützenverein zum Spiel ohne Grenzen für Groß und Klein auf dem Hof Wieners-Kröger. Die Disziplinen versprechen Spaß: Vom Eierlaufen über Leitergolf bis zum Darten ist einiges im Angebot, sogar gekegelt wird. Volle Wasserflaschen mit dem Fußball umschießen lautet hier die Devise. „Wir wollten ohnehin ein Dorffest organisieren, da haben wir einfach diesen Termin gewählt", erzählt Oberst Bernhard Gründer, der für abends auch noch eine Live-Band engagiert hat. Natürlich schaut auch Bürgermeister Hubertus Grimm in seinem Heimatort vorbei – Dosenwerfen wie früher beim Kinderkönigsschießen muss er unbedingt ausprobieren. Grimm will möglichst vielen Straßenfesten persönlich einen Besuch abstatten. In Amelunxen ist rund um die alte Dorfschule viel Betrieb. Das Organisationsteam um Michael Knaub hat sich einiges einfallen lassen: Flohmarkt, Kinderschminken, ein Völkerballturnier, Yoga und eine große Dorfrally. Auch kulinarisch wird einiges geboten: „Eine Pilzpfanne, Reibekuchen, Crêpes – es sollte halt mal was anderes sein", erklärt Knaub. Abends legt ein DJ noch Platten auf und im Wildbergkeller gibt es eine Revival-Party mit Musik aus den 70er und 80er Jahren. „Wir wollten was fürs ganze Dorf machen", sagt Michael Knaub. Im eigens aufgebauten Zelt haben es sich einige ältere Damen gemütlich gemacht. „Das ist gut besucht hier", sagen sie und freuen sich, mal raus aus den eigenen vier Wänden zu kommen. Gemütlich geht es in Rothe zu. Da haben sich die Glockenweg-Bewohner zum ersten Straßenfest überhaupt in einer urigen Scheune getroffen. „Den Gedanken hatten wir schon länger, das war jetzt ein Anlass, um es wirklich zu machen", berichtet Verena Dierkes. In den vergangenen Jahren ist der Glockenweg gewachsen, einige Neubauten kamen dazu. So treffen sich etwa 40 Bewohner zum gemeinsamen Grillen. Überall wird bis in die Nacht gefeiert: Vor der Kita und auf der Schifferstraße in Herstelle, an der Sporthalle, auf der Bergsstraße und auf der Berliner Straße in Dalhausen, am Drenker Hellenbusch, im Blankenauer Dorfgemeinschaftshaus und allein in acht verschiedenen Straßen der Kernstadt.

realisiert durch evolver group