Leidenschaftlicher Restaurator: Der französische Korbmachermeister und Restaurator André Chapuis. - © Burkhard Battran
Leidenschaftlicher Restaurator: Der französische Korbmachermeister und Restaurator André Chapuis. | © Burkhard Battran

Dalhausen Historische Körbe in Dalhausen ausgestellt

Altes Handwerk: Das Korbmachermuseum ist an sich schon ein Zentrum der Flechtkunst. Eine Sonderausstellung macht es zu einem Mekka der Körbe

Burkhard Battran

Dalhausen. Die Thiérache ist eine Region in Nordfrankreich, nahe der belgischen Grenze. „Es ist die Wiege der französischen Korbmacherkunst und nirgendwo auf der Welt wurden im 19. und 20. Jahrhundert so feine Korbwaren hergestellt", sagte der französische Flechthandwerker und Restaurator André Chapuis (77). Der Korbflechter und Sammler muss es wissen. In seinem Atelier in Péronnas, das 500 Kilometer südlich der Region Thiérache liegt, beherbergt er 1.200 historische Korbwaren. 322 davon aus der Zeit zwischen 1850 und 1950 sind ab sofort in einer Sonderausstellung im Korbmachermuseum in Dalhausen zu sehen. „Nicht alle Körbe sind aus der Thiérache, ich habe auch ein paar historische Körbe aus Deutschland", sagt Chapuis. Das Besondere an den Körben der Thiérache sind die besonders feinen Weidenfäden. „Man muss sich vorstellen, dass die Weidenrute zunächst gespalten und dann gehobelt wird und je mehr die Ruten gehobelt werden, umso feiner wird der Faden", erklärt die Dalhauser Korbmachermeisterin Ursula Butterweck. Es wird also bereits vor dem eigentlichen Prozess des Flechtens ein großer Aufwand betrieben. Gezeigt werden Handtaschen aus Flechtwerk, Körbe und Deckelkörbe bis hin zu Parfümflakons aus Geflecht. Jedes Stück wurde, wo es nötig war, von Korbflechter Chapuis liebevoll und detailgetreu restauriert. Unter großer öffentlicher Beteiligung hat das Korbmachermuseum gestern die Ausstellung eröffnet. Sie läuft parallel zum Dalhauser Flechtsommer. Bis September bietet die Flechtsommer-Akademie in Kooperation mit der Volkshochschule zwölf verschiedene Kurse zum Flechthandwerk an. „Ein besonderes Highlight in diesem Jahr ist ein fünftägiger Kurs mit der niederländischen Flechtkünstlerin Esmé Hofmann, für den es noch einige Restplätze gibt", sagt Akademie-Organisator und Korbmachermeister Hansgert Butterweck. Esmé Hofmann gilt in den Niederlanden als eine Ikone moderner Korbflechterei. Sie gestaltet keine Körbe im herkömmlichen Sinn, sondern benutzt Flechtwerk als Ausgangsmaterial für ein künstlerisch Anspruchsvolles Design. Infos zur Seminarwoche mit Esmé Hofmann in Dalhausen finden sich auf der Homepage zur Flechtsommer-Akademie www.flechtsommer.de.

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