Muss weichen: Die Weserbrücke zwischen Beverungen und Lauenförde wird abgerissen und neu gebaut. - © Torsten Wegener
Muss weichen: Die Weserbrücke zwischen Beverungen und Lauenförde wird abgerissen und neu gebaut. | © Torsten Wegener

Beverungen/Lauenförde Eine neue Brücke für 13 Millionen Euro

Autofahrer müssen sich auf eine lange Umleitungszeit einstellen

Torsten Wegener

Beverungen/Lauenförde. 12.000 Autos täglich passieren nach Zählungen des Landesbetriebs Straßen NRW zurzeit die Weserbrücke in Beverungen. Rund ein Jahr müssen sie eine Umleitung über die Weserbrücke bei Würgassen in Kauf nehmen, um vom einen Ufer zum andern zu kommen: Denn ab Herbst 2017, spätestens Januar 2018, wird das marode Bauwerk durch einen Neubau ersetzt. Die Einzelheiten stellten die Planer von Straßen NRW gestern Abend in einer Sitzung des Rates in der Stadthalle vor, zu der auch die Bevölkerung ausdrücklich eingeladen war. Über 80 Zuhörer, sehr viele auch aus Lauenförde, lauschten den Ausführungen und durften ihre Fragen stellen. Die Umleitung für Kraftfahrzeuge wird dabei nicht von Beginn der Arbeiten eingerichtet. Zuerst, so der Plan, soll die neue Brücke neben der alten gebaut werden. Dieser Teil des Projektes wird allein 14 bis 16 Monate dauern. Ist diese Konstruktion fertig, wird die alte Brücke abgerissen und der Neubau an die vorhandene Stelle geschoben. Bedenkt man die geplante Bauzeit der Vorkonstruktion von rund eineinhalb Jahren, ist der mit etwa zehn Tagen angesetzte Verschiebungsprozess der kürzeste, wohl aber spektakulärste Akt. Und auch nur für diese zehn Tage, so Straßen NRW-Projektleiter Klaus Ostermann, werde die Verbindung von Beverungen nach Lauenförde auch für Fußgänger und Radfahrer gekappt. Sie können während der Abrissphase die neue Brücke nebenan nutzen während für den Pkw- und Lkw-Verkehr dann erst die neuen Fahrbahn-Anschlüsse hergestellt werden. "Das wird erfahrungsgemäß etwas dauern", so Ostermann. Geprüft haben die Planer auch, ob während der Bauzeit eine Fähre über die Weser eingesetzt werden könnte - dafür fehlen allerdings in Brückennähe die Anrampungen, weshalb die Idee schnell wieder verworfen wurde. Der Schiffverkehr auf der Weser wird während der kompletten Bauphase zwar beeinträchtigt, kann aber fortgeführt werden. Die Ausschreibungen für den Brückenbau sind bereits abgeschlossen, das Angebot einer Baufirma liegt bei 13,1 Millionen Euro. Wegen dieses finanziellen Volumens liegt die Entscheidung über den Zuschlag nun beim Bund. Ostermann berichtete, dass es insgesamt fünf Überbauvarianten für die neue Brücke gab. Letztendlich habe man sich aber auch in Absprache mit der Beverunger Verwaltung für eine Brückenkonstruktion entschieden, die im Aussehen der aktuellen sehr ähnelt. Es wird wieder einen Brückenbogen geben im Bereich des Flusses. Es müssen aber alle Teile der alten Brücke abgerissen werden, auch die Fundamente von zwei Stützpfeilern aus dem Jahr 1902. Die Brücke wird insgesamt 199 Meter lang werden. Die Stützweite über der Weser beträgt dabei 65 Meter. Da die Träger der Brücke beim Neubau nicht mehr zwischen Gehweg und Straße liegen, sondern außen, wird die Fläche auf der Brücke etwas größer. So kann die Fahrbahnbreite von 6,5 auf 7 Meter verbereitert werden, die Gehwege von 1,65 Metern auf 2,5 Metern. Viele Fragen der Bürger und Ratsmitglieder richteten sich zu einem möglichen Radweg. Doch den wird es nicht geben können", sagte Dirk Löneke von Straßen NRW. Das Problem sei dabei, dass die Ortseingänge in Beverungen und Lauenförde so eng sind, dass der Radweg dort nicht fortgeführt werden kann. Diese Trichterwirkung würde keine Behörde genehmigen. Straßen NRW hofft, dass es die Verkehrsfreigabe für die neue Brücke Ende 2019, Anfang 2020 erteilt werden kann.

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