Beverungen „Late-Night ist mein großer Traum“ - Kabarettist Sebastian Pufpaff im Interview

Der Bonner kommt nach Beverungen. Im Vorfeld des Auftritts am Freitag, 28 April, spricht er über seinen merkwürdigen Namen und mündige Bürger

Burkhard Battran

Sie kommen erstmals zu einem Auftritt in den Kreis Höxter. Heißen Sie wirklich Pufpaff oder ist das ein Künstlername? Sebastian Pufpaff: Die Frage wird mir oft gestellt. Aber ich heiße wirklich Pufpaff. Das lässt sich bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgen. Es waren sogar drei professionelle Namensforscher damit beschäftigt. Die Herkunft geht zurück auf den Handel mit Schwarzpulver, ist also durchaus lautmalerisch. Aber als Kind wurden Sie bestimmt gehänselt? Pufpaff: Wir tragen den Namen ja schon so lange und es ist Familientradition, humorvoll damit umzugehen. Und weil das Lachen über den Namen immer dazugehört hat, habe ich auch nie darunter gelitten. Wenn ich also Puffi oder Puffipaffi genannt wurde, war das eben lustig, und ich habe da immer mitlachen können. Sie sind politischer Kabarettist und haben Jura und Politik studiert. Damit wären Sie auch für eine Laufbahn als Politiker prädestiniert. War der Name schuld, dass Sie sich direkt fürs Kabarett entschieden haben? Pufpaff: Vielleicht gehe ich ja noch mal in die Politik. Wo es eine Kramp-Karrenbauer und einen Schäfer-Gümbel gibt, wäre auch Platz für einen Pufpaff. Aber im Ernst, ich fühle mich sehr wohl in meiner Rolle der außerparlamentarischen Opposition, denn das ist ja auch die Aufgabe des politischen Kabaretts. Es geht nicht darum, den Menschen Wahlempfehlungen zu geben, sondern sie zu ermuntern, als mündige Bürger selbst zu entscheiden, und darum geht es auch in meinem Programm. Ihr Programm heißt „Auf Anfang". Was meinen Sie damit? Pufpaff: Manchmal wünsche ich mir, dass wir die Welt einfach einmal vollkommen vorurteilsfrei und ohne jeglichen Hirnbalast ganz kindlich betrachten. Ein Smartphone hat eine tolle Taste, die heißt zurück auf Werkseinstellung, das müssten wir für die graue Matsche da oben mal haben, wir würden die Dinge ganz anders sehen. Sie haben bestimmt auch die Landtagswahl im Saarland verfolgt. Ist die Schulzblase schon geplatzt? Pufpaff: Die Politik wird viel zu sehr an Personen geknüpft und zu wenig an Inhalte. Was hat die SPD denn gemacht? Sie hat nur ein Gesicht ausgetauscht und alles andere ist geblieben. Ich bin dafür, dass man sich mit Inhalten auseinandersetzt. Ich glaube, der Heiland ist etwas zu früh geboren. Schulz kommt leider gefühlt Mitte November, da wird kein Weihnachten draus. Meine Bekannte Melanie Sievers aus Bad Driburg ist ein Fan von Ihnen und wüsste gern, ob Sie erwägt haben, nach ihrem Jahr an der Highschool vielleicht ganz in Amerika zu bleiben. Sie meint, Sie hätten auch einen hervorragenden Late-Night-Moderater abgegeben. Pufpaff: Die weiß aber wirklich viel über mich. Tatsächlich habe ich zwei Jahre in Amerika gelebt, da war ich aber erst 17. Und wir haben auch Verwandtschaft in Amerika, und ich bin immer noch regelmäßig dort zu Besuch. Ich kann es mir oft sehr gut vorstellen, dort zu leben, bin aber froh, nicht unter Trump Kabarett zu machen, da hätte ich nach ’ner Woche ein Burn-out wegen zu viel Inputs. Late-Night ist übrigens mein großer Traum. Mal sehen, vielleicht hole ich mir das Stück USA einfach nach Deutschland. Amerika unter dem neuen Präsidenten Trump ist ein großes Thema. Wie sehen Sie das? Pufpaff: Die Amerikaner selbst gehen damit viel entspannter um. Sie sagen, geben wir dem Neuen eine Chance und schauen wir uns an, wie er das macht und nach vier Jahren sehen wir weiter. In Deutschland schaut man eher nach hinten. Da guckt man sich an, was jemand in der Vergangenheit geleistet hat. Mir ist es wichtig, dass die Menschen nicht den Plattitüden der Politik auf den Leim gehen, sondern klar erkennen, wer eigentlich für was steht und noch wichtiger, dass man sich selbst fragt: Was will ich eigentlich? Was sind Plattitüden der Politik? Pufpaff: Terrorismus bedroht unsere Demokratie, Flüchtlinge belasten das Wirtschaftssystem und der BER wird 2018 fertig.

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