Witz-Kanone: Kurt Krömer alias Alexander Bojcan. - © Patricia Speith
Witz-Kanone: Kurt Krömer alias Alexander Bojcan. | © Patricia Speith

Kurt Krömer begeistert 650 Besucher in Beverungen

Freche Sprüche im Minutentakt

Patricia Speith

Beverungen. Auf den ersten Blick ist er recht unscheinbar. Dieser Kurt Krömer. Wie ein Nachrichtensprecher aus den Siebzigern sieht er aus. Mit passender Krawatte und auf Hochglanz polierten Schuhen trat er dem gut aufgelegten Publikum vor die Nase. Beliebt zu sein scheint der vielseitige Künstler bei den Beverungern. Rund 650 Gäste lockte der Kult-Komiker in die Beverunger Stadthalle. „Ich wusste gar nicht, dass mich meine Tournee auch durch Altenheime führt“, eröffnete Krömer, der eigentlich Alexander Bojcan heißt, frech die Show. „Fangen wir an? Oder sind noch welche auf ihren Zimmern? Wenn Ihnen das Klatschen schwerfällt, können Sie auch gerne mit Urinbeuteln gegen Stuhlbeine schlagen.“ Nur wenige Sekunden brauchte der nicht auf den Mund gefallene Brillenträger um dem Publikum die ersten Lachsalven zu entlocken. „Stresssituation“ heißt sein aktuelles Programm. Gestresst wirkte der 43-Jährige nicht – amüsiert-gestresst war jedoch das Publikum, denn das nahm der Komiker gewaltig auf die Schippe. Ob Schmähungen oder Beleidigungen (natürlich nicht ernst gemeint), Männlein und Weiblein mussten sich warm anziehen, denn Krömer hatte keine Blümchen zu verteilen. „Man sagt immer, die Westfalen gehen zum Lachen in den Keller. Die gehen nicht zum Lachen in den Keller, die heben den Keller aus und bauen unter dem Keller noch einen Keller“, wurde gewitzelt. „Dann machen’se die Stahltür zu, stellen sich in eine Ecke und machen Hihihi.“ Lachattacken aufs Zwerchfell kamen im Minutentakt. „Früher war alles besser: Asbest in den Wänden und Decken. Contergan im Nachtschränkchen. Ohne Navi und völlig desorientiert und Badreiniger von damals wären heute Chemiewaffen“, setzte der Berliner den Klamauk fort. Kurt Krömer entführte in seine fabelhafte Comedywelt und erntete mit seiner Meinung zum Thema AfD kräftigen Beifall. „Meine Hoffnung ist, dass Alexander Gauland sich irgendwann mal die Maske vom Gesicht reißt und Hape Kerkeling zum Vorschein kommt.“ Und selbst der Meister ließ sich mal ein Lächeln entlocken. Krömer: „Was machst du beruflich?“ – Gast: „Arbeiten.“

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