„Team-Käpt’n": So bezeichnet sich Produzent Alexander Bruns aus Dalhausen, der heute in Köln zu Hause ist. - © ufa
„Team-Käpt’n": So bezeichnet sich Produzent Alexander Bruns aus Dalhausen, der heute in Köln zu Hause ist. | © ufa

Dalhausen/Köln Dalhauser Alexander Bruns ist der Macher im Hintergrund bei DSDS

Porträt: Alexander Bruns aus Dalhausen ist seit der zehnten Staffel Produzent der RTL-Casting-Show – und hat bei Radio Hochstift seine Medien-Karriere begonnen

Simone Flörke

Dalhausen/Köln. „Die Besten hier bei uns kommen aus OWL", sagt Alexander Bruns verschmitzt. Der 44-Jährige kommt aus Dalhausen, lebt in Köln, hat seine ersten Medienerfahrungen als freier Mitarbeiter und Volontär bei Radio Hochstift gesammelt. Heute arbeitet er für die Ufa-Produktionsgesellschaft Show & Factual und ist dort seit der zehnten Staffel Produzent der RTL-Casting-Show „Deutschland sucht den Superstar". OWL sei ein gutes Sprungbrett für die Karriere im Mediengeschäft, ist sich Bruns sicher. Seinen Job beschreibt er als „eine Art Chefredakteur" und als „Team-Käpt’n". In der Produktionsphase von DSDS – und das Format ist bis auf sechs Wochen Urlaub seine Ganzjahresaufgabe – sind viele Personen im Einsatz, die der Zuschauer vor der Kamera nicht sieht. Von der Vorbereitung ab Sommer über das Casting in annähernd 50 Städten ab Herbst eines Vorjahres bis zu den Liveshows. Und die laufen für die aktuelle Staffel ab diesem Samstag, 14. April, und bis 5. Mai. „Zeitgleich arbeiten wir bereits an der nächsten Staffel", sagt er. 1995 wechselteer bereits parallel vor die Kamera Er habe das Handwerk „von Grund auf gelernt", erinnert sich Bruns, der nach dem Volontariat auch als Rundfunkredakteur, Moderator oder als Sprecher bis etwa zum Jahr 2000 gearbeitet hat. 1995 wechselte der Dalhäuser bereits parallel vor die Kamera – zum Sender Viva. Eine Volontariatskollegin dort war die bekannte Moderatorin Nazan Eckes (heute RTL): „Eine herzensgute Frau", die er auch bei der zehnten und elften DSDS-Staffel als Moderatorin wiedertraf. Auch mit Oliver Pocher, Schauspielerin Jessica Schwarz oder Tagesschau-Frontfrau Judith Rakers (aus dem Kreis Paderborn) arbeitete er zusammen. Und traf die internationalen Musikstars, von den Boygroups der 1990er oder Shakira bis Mariah Carey. „Ich habe viel gelernt bei Viva", blickt er zurück. Und hat die Erfahrung gemacht, wenn man den Großen freundlich begegne und auf ihre Wünsche eingehe, dann seien sie auch angenehm und offen im Umgang. Bruns besucht alle Feste in der Heimat Zwischendrin pendelte und pendelt er auch immer wieder nach Dalhausen, wo seine Eltern und sein Bruder eine Gaststätte mit Restaurant führen. „Ich bin sehr familienverbunden, komme gern zurück. Und nehme jedes Volksfest mit: vom Schützenfest in Dalhausen über Huxori in Höxter bis Libori in Paderborn." In Köln lebt er mit seiner Familie, ist Vater von neunjährigen Zwillingsmädchen. „Natürlich DSDS-Zuschauer. Sie beraten mich", kommentiert er. Sein beruflicher Mittelpunkt mit den Studios liegt im Köln-Ossendorf, wo er „Fernsehen mittendrin" erlebt. Und wenn er mal abschalten will? Dann sucht er sich eine Auszeit auf einer kleinen Insel. Das kann die niederländische Nordsee ebenso wie die spanische Costa Tropical sein. „Es geht auch mal entschleunigt."  Ein »Fernsehmacher und Unterhaltungskind« Dabei ist seine Branche eine schnelllebige – und eine bewusste Entscheidung: „Medien? Genau meins. Eigentlich wollte ich zum Film." Dann schaute er sich um, was es in der Heimat gibt, entdeckte Radio Hochstift. Und kam zum Entschluss: „Diesen Weg gehst Du weiter." Er sei ein „Fernsehmacher und Unterhaltungskind", meint Bruns, für den das größte Kompliment an eine Sendung ist, wenn er beim Anschauen so gefesselt ist, dass er die berufliche Brille vergisst und „einfach nicht mehr da ist. Das macht auch einen guten Spielfilm aus." Vor sechs, sieben Jahren sei der Anruf gekommen, „ob ich nicht Lust auf DSDS habe. Ich dachte, die wollten mich für die Jury", erinnert sich Bruns schmunzelnd. „Aber das überlasse ich gern den musikalischen Profis." Nun zieht er die Fäden im Hintergrund, spielt als Produzent die gesamte Klaviatur. Und das auch in Staffel 15 und 16 mit Leidenschaft, wie er bekennt. Ob er sich mal vorgestellt hat, dort beruflich zu landen? „Ehrlich gesagt: Ja. Mit 14 oder 15 Jahren wollte ich der Steven Spielberg von Deutschland werden, war ein TV-Junkie und hatte großes Interesse an Film und Fernsehen." Nun hat er Spaß als Macher: „Denn es gibt keine vergleichbare Show in Deutschland mit den drei Phasen Casting, Auslandsdreh und Liveshows. Alles, was Spaß macht, wird verbunden in einer Samstagabendshow." Und er bekennt: „Das Feuer brennt noch." www.alexbruns.de

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