Schlagen ein neues Buch auf: HVV-Vorsitzende Raimunde Weßler (vorn) am Sagenbuch. An den Sagensteinen stehen Hubertus Grimm (hinten, v. l.) Hubertus Vattmann, Norbert Hachmeyer, Christoph Reichardt Peter Klimmek, Helmut Benz, Edgar Meyer (M-Print) und Anita Oppermann. - © Simone Flörke
Schlagen ein neues Buch auf: HVV-Vorsitzende Raimunde Weßler (vorn) am Sagenbuch. An den Sagensteinen stehen Hubertus Grimm (hinten, v. l.) Hubertus Vattmann, Norbert Hachmeyer, Christoph Reichardt Peter Klimmek, Helmut Benz, Edgar Meyer (M-Print) und Anita Oppermann. | © Simone Flörke

Beverungen Vier Sagensteine und ein Sagenbuch für Beverungen

Ein Geschenk des Heimat- und Verkehrsvereins

Simone Flörke

Beverungen. Vier im Halbkreis aufgestellte Stelen aus rötlichem Naturstein mit jeweils vier Emaille-Bildern an ihren Seiten und vier Tafeln zu ihren Füßen, die sich um ein Edelstahl-Pult gruppieren, auf dessen Kopf ein wetterfestes Buch liegt. Auf der ersten Seite steht der Titel: Beverunger Sagensteine. 16 der mündlich überlieferten Sagen rund um die Stadt und den Talkessel hat Stadtheimatpfleger Christoph Reichardt ausgewählt und zusammen mit dem Wehrdener Künstler Helmut Benz und seinen Steg-Emaille-Motiven in eine ebenso künstlerisch-ansprechende wie informative Form gebracht. Der Heimat- und Verkehrsverein Beverungen schenkt der Stadt Beverungen nachträglich zum 600-jährigen Stadtjubiläum nun diese Sagensteine mit dem Buch – ein Ensemble, das direkt am Weserradweg unterhalb der Stadthalle mit Hilfe des Bauhofes realisiert worden ist. Insgesamt eineinhalb Jahre sind von der Idee bis jetzt vergangen, sagt Benz, der sich über die Unterstützung von so vielen, unter anderem auch Firmen, freut. Die Natursteinsäulen – sie stammen aus einem Steinbruch zwischen Herstelle und Bad Karlshafen – und die farbigen Emaille-Bilder, die in der Garagenwerkstatt des Künstlers in Wehrden entstanden, bilden in Verbindung mit den regionalen Geschichten eine Hommage an die Heimat. Die soll Bürgern wie Touristen am Weserradweg vermittelt werden, so die Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins, Raimunde Weßler. Sie lobt die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten bei diesem Projekt. Historisches, Dämonischesoder Erklärendes Stadtheimatpfleger Reichardt, der von Beruf Lehrer für Geschichte und Deutsch ist und Sagen seine „literarische Lieblingsgattung“ nennt, spricht von der Vielfalt dieser Überlieferungen, die mal etwas Historisches, mal Dämonisches oder auch mal Erklärendes beinhalten könnten. „Die weißen Steine vom Bevertal“ seien ein Beispiel für eine erklärende Sage, aber es gebe auch solche, die reale historische Persönlichkeiten wie Karl den Großen, besonders in Bezug zu Herstelle (Gründer), zum Inhalt hätten. Insgesamt gebe es rund 50 Sagen in der Region rund um Beverungen, die man gesammelt in naher Zukunft – „vielleicht bis Ostern“ – in einem Sonderheft der Schriftenreihe herausgeben wolle. Für dieses Projekt Sagensteine habe man 16 davon ausgewählt. Helmut Benz habe sie in Bilder umgesetzt: 16 Motive in der besonderen Technik mit Kupferdraht, pulverisiertem Emaille und Mehrfachbrand. „Die Farben bleiben erhalten, nichts verwäscht oder vergilbt“, sagt der Wehrdener, der rund zehn Stunden Arbeitszeit in jedes der kleinen Kunstwerke investiert hat. Er lädt ein, das „wunderschöne Buch“ aufzuschlagen und in die Geschichte und Geschichten der Region einzutauschen. Beverungens Bürgermeister Hubertus Grimm freute sich über das besondere Geschenk zum Stadtjubiläum und sprach von etwas „Handfestem und Erlebbarem“ am Weserufer nördlich der Brücke. Diesen Standort habe man ganz bewusst für die Sagensteine ausgewählt, denn das Areal dort soll auch weiterhin im Fokus stehen. „Dies ist ein erster Mosaikstein.“

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