Der Ausschuss: Ihm gehören Vertreter von sechs Landkreisen und drei Städten an. - © Kreis Hameln
Der Ausschuss: Ihm gehören Vertreter von sechs Landkreisen und drei Städten an. | © Kreis Hameln

Beverungen/Höxter Gemeinsam gegen Weserversalzung

„Bündnis Hamelner Erklärung“ kümmert sich jetzt um die Wasserqualität von Weser und Werra

Beverungen/Höxter/Hameln. Ein weiteres Schwerpunktthema ist jetzt in den Fokus des Vereins Bündnis Hamelner Erklärung gerückt – die Reduzierung der Salzbelastung durch die Kali-Industrie und mögliche Schutzmaßnahmen zur Steigerung der Wasserqualität von Werra und Weser. Damit greift das Bündnis ein Thema auf, welches die an der Weser liegenden Landkreise auf insgesamt über 450 Flusskilometern seit vielen Jahren beschäftigt. Dem frisch gegründeten Ausschuss gehören im ersten Schritt sechs Landkreise (Hameln-Pyrmont, Höxter, Holzminden, Kassel, Nienburg, Schaumburg) und drei Städte (Beverungen, Hameln, Höxter) an. Viele weitere haben bereits ihr Interesse an einer Mitarbeit bekundet. Mit Bernd Kleibl vom Landkreis Kassel wurde in der Gründungsversammlung ein Vorsitzender gewählt, der als Fachbereichsleiter beim Landkreis Kassel seit Jahren im Thema verankert ist und deshalb bereits über zahlreiche Kontakte zu Behörden und Initiativen in der Region verfügt. Vertreten wird er von Kathrin Weiß vom Kreis Höxter. Der Kali- und Salzabbau in der hessisch-thüringischen Kali-Region führt seit über einem Jahrhundert zu gewaltigen Mengen an hochschädlichen Rückständen. Der trockene Teil dieser Abfälle wird überwiegend oberirdisch zu riesigen Halden aufgeworfen, die flüssigen Produktionsabwässer in die Werra eingeleitet oder in eine Gesteinsschicht verpresst. Händeringend wird vom Bergbauunternehmen K+S nach kurzfristigen Entsorgungsalternativen zur Aufrechterhaltung der Produktion gesucht, im Moment wird dafür die Fernableitung sehr großer Mengen gewässerschädlicher Salzabwässer direkt in die Oberweser vorbereitet. „Die Verlagerung der nach wie vor ungelösten Umweltprobleme vom Produktionsstandort nunmehr an die Oberweser ist nicht die Lösung, weder für K+S und schon gar nicht für uns Flussanlieger. Es muss intelligentere Lösungen geben und die gibt es auch", so Bernd Kleibl. Die von den Auswirkungen der Werra- und Weserversalzung betroffenen Landkreise und Gemeinden, aber auch Fischereiverbände, Wirtschaftsunternehmen, Umweltinitiativen und -verbände kämpfen seit vielen Jahren unablässig für die Verringerung der Salzabwassereinleitung in das hochbelastete Gewässersystem. Nun sollen auch an Werra und Weser die europäischen Umweltstandards erreicht werden. „Wir verstehen uns nicht als Konkurrenz zu den bestehenden Zusammenschlüssen. Vielmehr möchten wir deren Arbeit mit unseren Erfahrungen in ihrer Arbeit unterstützen", sagt Hameln-Pyrmonts Landrat Tjark Bartels, Vorsitzender des Vereins Bündnis Hamelner Erklärung, und ergänzt: „Wir haben in der Vergangenheit gezeigt, dass wir sowohl durch unsere Zusammensetzung über Länder- und Parteigrenzen hinaus, als auch durch unsere Art des Herangehens an die Probleme viel erreichen können und sind sicher, dass uns dies auch bei diesem Thema gelingt." Das Bündnis werde bei den jetzt anstehenden Gesprächen und Verhandlungen mit allen Beteiligten analog zum SuedLink nicht als „Verhinderer" agieren, sondern sich dafür einsetzen, dass die Belange aller berücksichtigt werden. Das Bündnis vertritt die Position, dass das weltweit agierende Bergbauunternehmen auch in Deutschland dauerhaft und wirtschaftlich erfolgreich produzieren können müsse. Allerdings könne dies nur im rechtlich zulässigem Rahmen und mit möglichst wenig Belastung für die Umwelt geschehen – so die einhellige Meinung der Ausschussmitglieder. Hierzu sei es zwingend notwendig, dass Verbindlichkeiten verhandelt werden. Nach der nun erfolgten Ausschussgründung wird das Bündnis zunächst Gespräche mit allen Beteiligten führen.

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