Rückblick: Der Dalhäuser Flechtsommer bot im vergangenen Jahr insgesamt 14 Veranstaltungen an. - © Korbmacher-Museum
Rückblick: Der Dalhäuser Flechtsommer bot im vergangenen Jahr insgesamt 14 Veranstaltungen an. | © Korbmacher-Museum

Dalhausen Dalhäuser Flechtsommer mit 187 Teilnehmern

Auch in diesem Jahr ist wieder ein abwechslungsreiches Angebot mit internationalen Künstlern geplant

Dalhausen. Auch in diesem Jahr kann das Korbmacher-Museum in Dalhausen auf einen erfolgreichen Flechtsommer zurückblicken. Mit insgesamt 14 Veranstaltungen, 187 Teilnehmern und 10 Kursleitern aus ganz Europa konnten neue und langjährige Teilnehmer die verschiedenen regionalen und internationalen Flechttechniken erlernen. Den Auftakt machte Carlos Fontales mit dem Seminar „Traditionelle Spankörbe aus Galizien". Bei strahlendem Sonnenschein wurde das Seminar kurzerhand nach draußen verlegt, so dass die Kursteilnehmer nicht nur die Herstellung der Spankörbe aus Kastanien erlernten, sondern gleichzeitig das schöne Wetter und die Natur genießen konnten. Dass dabei keine Kosten und Mühen gescheut wurden, zeigt der Import der Materialien aus Spanien. Echte Handarbeit und Muskelkraft erforderte das Aufspalten des Holzes und die Aufbereitung der Späne. Auch die landestypischen Rand- und Bodentechniken wurden den Kursteilnehmern vermittelt. Von Mitte Juli bis Anfang September schloss sich die Ausstellung „Die feinen Körbe des Monsieur André" an, die sich mit den Feinkorbwaren des 19. und frühen 20. Jahrhunderts aus der Region Ost-Frankreichs beschäftigte. Die legendäre Sammlung des André Chapuis gab Einblicke in die feine Handwerkskunst, die neben Funktionalität vor allem exklusiv, dekorativ und kunstfertig ist. Die Feinarbeit oder genauer die Weidenschienenarbeit wird auch gerne als das Porzellan des Flechthandwerks bezeichnet. Dabei werden feine Weidenruten soweit gespalten, dass sie im Anschluss auf einer Art Hobelbank fein säuberlich in die richtige Breite und Stärke gebracht werden. Diese bilden die Grundlage für feinste Geflechte, deren Reiz weit über den Gebrauchswert hinausgeht. Der Heimatverein Dalhausen konnte die wohl bekannteste Feinflechterin Esmé Hofman aus den Niederlanden für ein fünftägiges Seminar gewinnen. Ein interessantes Thema, das auch im kommenden Flechtsommer 2018 weiter vertieft werden soll. Die Dozentin Kerstin Eikmeier gehört mit zu den lokalen Vertretern des Flechthandwerkes. Seit 2014 ist sie fester Bestandteil des Flechtsommers in Dalhausen. Ihre Kursangebote, die in Form von Tagesseminaren angeboten wurden, waren vielfältig und für Neueinsteiger sehr gut geeignet. Teilnehmer ohne Flechterfahrung erlernten in diesen Kursen die Herstellung von Spiralgeflechten, Rankgerüsten oder Blättern und Blüten. Wer vom Flechten nicht genug bekommen konnte, hatte die Möglichkeit, an den mehrtägigen Seminaren der Familie Butterweck teilzunehmen. In ihrem Angebot für Anfänger und erfahrene Flechter erlernten die Kursteilnehmer anhand eines runden Weidenkorbes die Grundtechniken des Flechtens. Das dreitägige Seminar baute auf den vorangegangenen Workshops auf und berücksichtigte die persönlichen Bedürfnisse der Teilnehmer durch ein speziell zugeschnittenes Programm, bei dem in einer kleinen Gruppe ohne zeitlichen Druck gearbeitet werden konnte. Einfache und schnell erlernbare spanische Flechttechniken aus Galizien vermittelte Karen Gossart. Die eckigen Weidenkörbe entstehen durch eine Technik, die vielseitige Ergebnisse liefert und zudem gut nachvollziehbar ist. Faszinierende Flechttechnikenaus dem SüdwestenFrankreichs Bereits zum vierten Mal war der „Meister des Bouryricou", Corentin Laval, zu Gast in Dalhausen. Das Seminar, das Kenntnisse und Erfahrungen im Flechten voraussetzt, vermittelte faszinierende Flechttechniken aus dem Südwesten Frankreichs. Das Seminar „Baskodenn – Sardinenkörbe ": eine weitere französische Spezialität. Es geht um traditionelle Techniken, ausgefeilt und bewährt, einfach und komplex zugleich. Körbe, die einst zum Alltag an der bretonischen Küste gehörten, wie die Trachten und der Fischfang. Der Dozent Francois Desplanches gehört zu den wenigen Menschen, die noch mit dieser Technik vertraut sind. Verständigungsschwierigkeiten gab es bei den Kursen nicht. Die Dozenten sprechen in der Regel mehrere Sprachen und die gemeinsame Arbeit an einem so interessanten Thema wie dem Flechten verbindet ohnehin. Für das leibliche Wohl, eine gute Organisation und Betreuung der Kursteilnehmer und Dozenten sorgten wie immer Hansgert und Ursula Butterweck. Die Planungen für den „Flechtsommer 2018" sind abgeschlossen. So viel sei schon einmal verraten: Es wird wieder ein abwechslungsreiches und interessantes Kursangebot mit nationalen und internationalen Künstlern geben. Nähere Informationen unter www.flechtsommer.de, über facebook oder über die VHS-Geschäftsstelle Beverungen Weserstraße 16, Tel. (0 52 73) 39 21 25, E-Mail vhs@beverungen.de.

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