Aktuelle Praxis: Neben dem Behälter für Grüngut steht der umständlich zu entleerenden Restmüllbehälter, den die Stadt Beverungen aus Kostengründen abschaffen will. - © Torsten Wegener
Aktuelle Praxis: Neben dem Behälter für Grüngut steht der umständlich zu entleerenden Restmüllbehälter, den die Stadt Beverungen aus Kostengründen abschaffen will. | © Torsten Wegener

Beverungen Beverunger Friedhöfe künftig ohne Restmüllbehälter?

Meinungsbild: Die meisten Beverunger Ortsvertretungen können sich eine Abschaffung vorstellen. Beverungen, Dalhausen und Würgassen wollen dagegen die Restmüllbehälter behalten

Manuela Puls
Torsten Wegener

Beverungen. Die Stadt Beverungen will aus Kostengründen künftig auf den Friedhöfen auf die Abfallbehälter für nicht kompostierbaren Müll verzichten. Ein entsprechender Verwaltungsvorschlag ist in der Neufassung der Friedhofssatzung verankert, die im Frühjahr 2018 im Rat der Stadt Beverungen verabschiedet werden soll. Die kostensparende Idee kommt aber nicht allen Ortschaften gut an. Bevor der Stadtrat über die Friedhofssatzung entscheidet, wird in allen Ortschaften der Stadt das neue Satzungsmodell in den Bezirksausschüssen vorgestellt. In neun Bezirksausschüssen ist das schon passiert. Es fehlt nur noch Herstelle. In Tietelsen muss es nicht vorgestellt werden, da dort die Kirche der Träger des Friedhofes ist. In allen Bezirksausschüssen sieht man grundsätzlich die Notwendigkeit einer neuen Friedhofssatzung und empfiehlt dem Rat, dies zu beschließen. Bei der Abschaffung der Müllbehälter gibt es allerdings verschiedene Meinungen. Zustimmung aus den meisten Ortschaften „Wir wollen die Friedhofsgebühren möglichst stabil halten. Aktuell holen die Mitarbeiter des Bauhofes den Kunststoff- und Restmüll auf den Friedhöfen ab", begründet der zuständige Verwaltungsmitarbeiter Stephan Sievers das Vorhaben. In den meisten Ortsteilen stößt dieser Vorschlag auf Zustimmung. Amelunxen, Drenke, Haarbrück, Jakobsberg und Wehrden stimmten dafür, künftig nur noch eine Kompostentsorgung auf ihren Friedhöfen vorzusehen. Nicht verrottungsfähigen Abfall wie Plastik oder Metall sollen die Besucher nach Bepflanzung der Gräber mit zurücknehmen. „Die Gremien haben sich zumindest dazu durchringen können, es auf einen Versuch ankommen zu lassen. Wenn die neue Regelung dann nicht funktioniert, muss man sie eben wieder rückgängig machen", so Sievers. Zuletzt votierte auch der Blankenauer Ortsbeirat für die Abschaffung der Restmüllbehälter. „Ich habe kein Problem, die Blumentöpfe wieder mit nach Hause zu nehmen, ich glaube nur nicht, dass das klappen wird", lautete ein Kommentar aus dem Gremium. Bevor Herstelle abstimmt, ist damit schon klar, dass sich die Mehrheit der Bezirksausschüsse für die Abschaffung der Restmüllbehälter ausspricht. Richtige Mülleimer als Alternative vorgeschlagen Doch nach Würgassen haben sich nun mit Dalhausen und Beverungen noch zwei gewichtige Bezirksausschüsse dafür ausgesprochen, die Sammelbehälter für nichtkompostierbare Abfälle beizubehalten. Während Würgassen und Dalhausen dafür votierten, die bisherige Praxis beizubehalten, ist im Beverunger Bezirksausschuss ein Alternativvorschlag entstanden: Statt der umständlich zu entleerenden Behälter, die in der Regel zentral auf dem Friedhof stehen, sollen richtige Restmülleimer angeschafft werden, die an den Ein- und Ausgängen postiert werden. Diese könnten dann zukünftig auch von der Müllabfuhr entsorgt werden, so die Idee. Wie in Würgassen und Dalhausen, hat man in Beverungen große Bedenken, dass ohne Restmüllbehälter die Sortiergenauigkeit deutlich nachlasse und der Grünabfall künftig mit Restmüll durchsetzt sei. Nach dem Votum in Herstelle wird der Stadtrat endgültig entscheiden. Auf jeden Fall solle eine eventuelle Neuregelung dann auf sämtlichen städtischen Friedhöfen im Stadtgebiet gelten.

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