Symbolbild: Julian Stratenschulte/dpa - © Julian Stratenschulte/dpa
Symbolbild: Julian Stratenschulte/dpa | © Julian Stratenschulte/dpa

Dalhausen Drogen-Netzwerk: Festnahme in Dalhausen

Höxteraner Polizei fast 58-Jährigen. Insgesamt vier Tatverdächtige in Untersuchungshaft

Dalhausen (dpa). Ermittler haben ein Netzwerk mit 13 Online-Shops für Designerdrogen mit einem mutmaßlichen Millionengewinn zerschlagen. Eine Spur führte auch in den Kreis Höxter. Bei einer Razzia mit 139 Polizisten am Donnerstag vergangener Woche in Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen wurden vier Männer festgenommen, wie die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz und die Kripo Betzdorf am Montag mitteilten. Eine Festnahme erfolgte in Dalhausen. Während der Ermittlungen wurde bekannt, dass eine der Personen, ein 58-jähriger Mann aus Oberhausen, sich in Dalhausen aufhält und dort Renovierungsarbeiten an einem Haus durchführen würde. Der Mann wurden von Kriminalbeamten aus Höxter an dem Haus angetroffen und festgenommen. Gegenstände, die den Verdacht erhärten, wurden nicht gefunden. Ein von dem Mann benutzter Lieferwagen wurde sichergestellt. Gegen ihn und die anderen drei Festgenommen wurden Haftbefehle erlassen. In zwölf durchsuchten Objekten der insgesamt zehn Beschuldigten stellten die Ermittler große Mengen verbotener psychoaktiver Substanzen sowie Computer und Handys sicher. Beschlagnahmt wurde Vermögen in Höhe von fast 2,5 Millionen Euro, unter anderem in Form mehrerer, teils teurer Autos, hinzu kamen Bargeld und Bankkonten. Die Bande soll die Drogen in großem Stil via Internet und per Postweg vertrieben haben. Die Beschuldigten sollen als „Kräutermischungen", „Badesalze", „Liquids" oder „Pflanzendünger" bezeichnete neuartige psychoaktive Stoffe produziert und vertrieben haben. Diese als Rauschmittel genutzten Substanzen enthalten Inhaltsstoffe, insbesondere synthetische Cannabinoide und amphetaminähnliche Stoffe, die unter das Betäubungsmittelgesetz oder das „Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz" fallen. Die Bestellungen wurden nach Aussagen der Polizei über eine Vielzahl eigens hierfür durch die Beschuldigten erstellten und betriebenen Online-Shops abgewickelt. Im Laufe der Ermittlungen konnten den Angaben zufolge insgesamt 13 solcher von den Beschuldigten im „Clearnet" betriebenen Online-Shops festgestellt werden. Die Auslieferung der Ware erfolgte auf dem Postweg, die Bezahlung per Vorkasse oder Nachnahme. Hierzu hatten die Tatverdächtigen zahlreiche Bankkonten im In- und Ausland eingerichtet. Die Polizei geht von einem Kundenstamm von mehreren tausend Personen aus. Die Täter hätten zuletzt täglich weit über 100 Päckchen und Pakete auf den Postweg gebracht.

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