Die Weserbrücke in Beverungen wird neu gebaut. - © Torsten Wegener
Die Weserbrücke in Beverungen wird neu gebaut. | © Torsten Wegener

Beverungen Beverunger Brückenneubau dauert zwei Jahre

Straßenverkehr wird für neun bis zwölf Monate umgeleitet

Torsten Wegener

Beverungen. Gut 160 interessierte Bürger aus dem Beverunger Stadtgebiet und aus Lauenförde hatten sich in der Stadthalle Beverungen zusammengefunden, um sich die Ausführungen vom Landesbetrieb Straßenbau NRW sowie der Firmen Echterhoff und Schachtbau Nordhausen anzuhören. Die beiden Unternehmen sind für den gerade gestarteten Neubau der Weserbrücke zwischen Beverungen und Lauenförde zuständig. „Das große Interesse zeigt, wie wichtig die Brücke und deren Neubau für die Bevölkerung ist. Deswegen hoffen wir, dass der Neubau zügig und mit möglichst wenig Einschnitten für die Anlieger über die Bühne geht", sagte Beverungens Bürgermeister Hubertus Grimm, der die Veranstaltung moderierte. Teile des Bodens sind mit Blei und Cadmium belastet Die angesprochenen Einschnitte konnten nun von Günter Funke, Abteilungsleiter Ingenieurbau bei der Firma Echterhoff, detaillierter benannt werden. Neben etwaiger Lärmbelästigung und und Abriegelung des Areals unterhalb und südlich der Brücke ging es dabei natürlich vor allem um die Sperrung der Brücke für den Pkw-, Lkw- und Landwirtschaftsverkehr. Nach Stand der Dinge wird der Abriss der alten Brücke und damit die Sperrung für den Verkehr, Anfang 2019 beginnen. Für neun bis zwölf Monate muss der Verkehr dann über die Umleitungsstrecke laufen. Als allererstes wird nun im Vorlandbereich der Brücke der wertvolle Mutterboden abgetragen und an zwei Stellen zwischengelagert, um ihn später wieder aufzutragen. Geringe Teile des Bodens könnten aber nicht wiederverwertet werden. Sie seien mit Blei und Cadmium belastet und müssten zu einer Bodendeponie transportiert werden. Anschließend werden eine Schotterschicht aufgetragen und die Baustelle eingerichtet. Zu Beginn des Jahres 2018 entsteht die neue Brücke auf Hilfsstützen neben dem vorhandenen Bauwerk. „Wir nennen dies Brückenbau in Seitenlage", sagte Funke, der Projektleiter für die Bietergemeinschaft Echterhoff/ Schachtbau Nordhausen Stahlbau ist. Überwiegend werde die Brücke im thüringischen Nordhausen fertiggestellt. Die einzelnen Segmente könnten dabei bis 100 Tonnen schwer und bis zu 35 Meter lang werden. Über Schwerlasttransporte werden sie dann nach Beverungen gebracht. Einzig die Verkehrsinsel am Beverunger Busbahnhof stehe dabei im Weg, ansonsten gebe es im Stadtgebiet keine Hindernisse für die Spezialtransporter. Ende des Jahres 2018, Anfang 2019 werden dann alte Brücke und neue Brücke Seite an Seite stehen. „Sicherlich ein Ereignis, welches viele Zuschauer anlockt, ebenso das Verschieben des Segmentes mit dem Bogenteil über die Weser", sagte Funke, der das Projekt sehr souverän, gleichzeitig aber auch locker vorstellte. Spürbar negative Auswirkungen auf den Hochwasserschutz hätte das Doppelbauwerk nicht, so die Ingenieure. Ist die neue Brücke auf den Hilfsstützen fertig montiert, erfolgt auf beiden Seiten die Zuwegung für Radfahrer und Fußgänger, die als erstes und dann für gut ein Jahr die Weser auf der neuen Brücke überqueren dürfen. Gleichzeitig beginnen der Abriss der alten Brücke und die Phase der Umleitung für den motorisierten Verkehr. Nach Fertigstellung der neuen Fundamente, Pfeiler und Widerlager muss der neue Brückenüberbau „nur" noch quer verschoben werden. Zwischen 7 und 14 Tagen wird die Querverschiebung, die sicherlich auch wieder viele Zuschauer anlockt, dauern. Und nur in dieser kurzen Phase dürfen auch Radfahrer und Fußgänger die neue Brücke nicht benutzen", erläutert Funke, dessen Firma in Fuhlen kürzlich erst ein ähnlichen Projekt erfolgreich abwickelte. Da die Träger außen liegen, wird die Fläche auf der Brücke größer Wenn man das entsprechende Glück beim Wetter bezüglich Winter und Hochwasser habe, dann könnte Ende 2019 das 13,1 Millionen Euro teure Projekt komplett fertig sein. Spätestens im Frühjahr 2020 könne der Verkehr aber wieder rollen. Die Brücke wird insgesamt 199,9 Meter lang werden. Die Stützweite über der Weser beträgt dabei 65,1 Meter. Da die Träger der Brücke beim Neubau nicht mehr zwischen Gehweg und Straße liegen, sondern außen, wird die Fläche auf der Brücke etwas größer. So kann die Fahrbahnbreite von 6,5 auf 7 Meter verbreitert werden, die Gehwege von 1,65 Metern auf 2,5 Metern.

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