Mächtig und prächtig: Die Vorsitzende des Kunstvereins ARTD Driburg Cornelia Appel zwischen zwei monumentalen Werken. - © Elisabeth Affani
Mächtig und prächtig: Die Vorsitzende des Kunstvereins ARTD Driburg Cornelia Appel zwischen zwei monumentalen Werken. | © Elisabeth Affani

Dringenberg Künstler zeigen Geschichte zum Anfassen im Historischen Rathaus Dringenberg

Macht und Pracht: Künstlergruppe ART I.G. stellt Malerei, Fotografie und Objekte aus

Elisabeth Affani

Dringenberg. Anfassen ist erlaubt. Rote und schwarze Kegel laden die großen und kleinen Besucher des Historischen Rathauses Dringenberg zum Spiel mit der Macht ein. Vor einer palastähnlichen Architektur, fantasievoll aus bemalter Stanzpappe hergestellt, stehen die Kegel in militärischer Anordnung. Der Betrachter erkennt die Anführer und auf einem Podest mit vier Palastwachen den Herrscher. Diese Macht und Pracht interaktiv anzutasten und die starre Ordnung zu durchbrechen macht vor allem den Kindern Spaß. Selbst wenn die Palastwände im Eifer des Spiels einstürzen, regt sich die Künstlerin Bringfriede Fokken-Eichner nicht auf und stellt rasch die Ausgangslage wieder her. Herrscher aller Epochen ließen in der Architektur und Kunst Schönheit und Wohlstand als Zeichen ihrer weltlichen und religiösen Macht abbilden. Die Ausstellung im Historischen Rathaus Dringenberg zeigt, wie breit die Interpretationsmöglichkeiten des Mottos „Macht und Pracht" sind. Die Aussteller der Künstlergruppe ART I.G. wählten verschiedene Formen und Materialien, Techniken, Farben, Motive und Ornamente. Überdeutlich wird in den Kunstwerken auch, dass die Macht wie die Pracht vergänglich ist. Es geht nicht nur um vordergründiges Zeigen von Reichtum und Größe, auch Reibung ist erwünscht. Eine breite Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren, sie mit historischen Quellen und Überresten zu begeistern, „Geschichte zum Anfassen" anzubieten und Interesse für die Belange der Denkmalpflege zu wecken sind die Hauptanliegen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Seit 1993 ruft die Initiative jedes Jahr jeweils am zweiten Sonntag im September Kreise, Städte, Kommunen, Vereine und Privatleute dazu auf, durch besondere Projekte den Bürgern Streifzüge in die Vergangenheit zu ermöglichen. Die Stiftung legte auch das Motto „Macht und Pracht" für das Jahr 2017 fest. Engagierte Bürger nahmen in Dringenberg gleich mit drei Objekten am Tag des offenen Denkmals teil: mit dem Historischen Rathaus, der Burg und der Schöpfemühle. Im alten Rathaus zeigt die Ausstellung der Gruppe ART I.G. aus dem Kunst- und Kulturverein ARTD Driburg, wie 20 Künstler das Motto des Tages interpretieren: Ingrid Brödling, Margitta Dietrich, Bojidar Dimitrov, Maria Föcking, Bringfriede Fokken-Eichner, Ingrid Heuchel, Charlotte Heuel, Vera Jeserich, Elisabeth Jux-Hiltrop, Heidi Lange-Kallerhoff, Rolf Mertens, Brigitte Nastansky, Marieluise Schimpf, Uwe Schramm, Albert Schriefer, Rainer Schulz, Heiner Stiene, Melanie Viell, Klaus Wiederrecht und Rita Winkelmann. Die Vorsitzende des Bad Driburger Kunstvereins Cornelia Appel lädt zum weiteren Besuch der Ausstellung ein, die bis zum 29. Oktober besteht. Das Historische Rathaus ist mittwochs und samstags von 14 bis 17 Uhr geöffnet, an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 12 Uhr sowie von 14 bis 17.30 Uhr.

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