Ist gut vorbereitet: Martin Viertmann aus Bad Driburg will eine Selbsthilfegruppe für Schlaganfall-Patienten gründen und sucht Mitstreiter. - © David Schellenberg
Ist gut vorbereitet: Martin Viertmann aus Bad Driburg will eine Selbsthilfegruppe für Schlaganfall-Patienten gründen und sucht Mitstreiter. | © David Schellenberg

Bad Driburg Selbsthilfegruppe für Schlaganfall-Betroffene in Bad Driburg geplant

Martin Viertmann sucht Mitstreiter

David Schellenberg

Bad Driburg. Der Schicksalsschlag kam unvermittelt am frühen Morgen im März. Martin Viertmann wollte gerade aus dem Bett aufstehen, als ihm das linke Bein wegsackte. Auch im Arm fehlte jedes Gefühl. Der 79-Jährige ließ sich zurück in die Kissen fallen und wusste sofort: Das ist ein Schlaganfall. „Was diese Diagnose für das weitere Leben bedeutet, versteht man erst, wenn man es selbst erlebt hat", sagt der Bad Driburger. Nach überstandenem Aufenthalt auf der Schlaganfall-Spezialstation des St.-Vinzenz-Krankenhauses in Paderborn und einer Reha will Martin Viertmann jetzt in seiner Heimatstadt eine Selbsthilfegruppe gründen, um anderen Patienten auf ihrem Weg zu helfen. Fünf Mal, so berichtet Viertmann, sei er dem Tod bereits von der Schippe gesprungen. Es sei an der Zeit, etwas zurückzugeben. Und so hat der Rentner bereits erste Kontakte geknüpft und sich die Unterstützung der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe mit Sitz in Gütersloh gesichert, um den Aufbau einer Betroffenengruppe voranzutreiben. „Viele Schlaganfall-Patienten wissen nicht, an wen sie sich mit ihren Sorgen wenden können. Sie fühlen sich isoliert und oftmals ist niemand im engeren Umfeld, der ihnen bei ihren Problemen helfen kann", sagt Viertmann. Er will für Betroffene und Angehörige einen Ort des Austausches und der Information schaffen. Gerade das gemeinsame Miteinander verhindere eine zu große Isolation. Durch die Diskussion mit Menschen, die mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben, werde das Selbstbewusstsein gestärkt. „In den Gesprächen erhalten die Ratsuchenden Tipps und Anregungen für eine bessere Bewältigung des Alltags. Man macht sich gegenseitig Mut und kann gemeinsam zu neuen Unternehmungen finden", sagt Viertmann. Eine Erfahrung die er selbst schon erlebt hat, denn er wohnt gegenüber der Bad Driburger Marcus-Klinik. Noch heute gibt es dort die Familienpension. Einmal hat er eine 26-jährige Schlaganfall-Patientin kennengelernt. Sie saß gezeichnet von ihrem Schicksal im Rollstuhl, kämpfte sich aber mit einer Rehabilitation zurück in den Alltag. „Ich habe noch heute das Bild vor Augen, wie sie nach zwölf Wochen Reha bei uns einen langsamen Walzer tanzte", erzählt Viertmann. Er will Betroffenen Mut machen und hofft, viele Gleichgesinnte in Bad Driburg und den angrenzenden Städten zu erreichen. „Die Selbsthilfegruppe soll eine Gemeinschaft sein, die durch ein gleiches gesundheitliches Schicksal betroffen sind. Alle Beteiligten sind gleich. Es gibt keinen Vorsitzenden, nur einen Sprecher", sagt Viertmann. Ehrenamtliche Unterstützung bei der Organisation von Veranstaltungen sei natürlich willkommen. Stattfinden könnten die Treffen beispielsweise in der Vital-Klinik Dreizehnlinden, Chefarzt Dr. Harald Bennefeld habe bereits seine Unterstützung zugesagt. Der Vorteil: Die Klinik ist barrierefrei und leicht mit öffentlichen Verkehrsmittel. Kontakt zu Martin Viertmann und der entstehenden Selbsthilfegruppe ist per E-Mail martin.viertmann@ gmx.de oder Tel. (0 52 53) 9 75 80 23 möglich. WEITERE ANGEBOTE ´ Selbsthilfegruppe Aphasie und Schlaganfall Warburg, Manfred Fuchs und Hildegard Wilmes, Tel. (0 56 41) 74 73 39 oder (0 56 41) 84 07. ´ Schlaganfall-Selbsthilfegruppe Weserbergland, Heinrich Lühring, Tel. (0 55 31) 70 03 27, E-Mail: H-Luehring@t-online.de

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