Sorgen für Umsatz: 80 Prozent der rund 700.000 Übernachtungsgäste in Bad Driburg sind Patienten der Reha- und Vorsorgekliniken. - © Dominik Ketz
Sorgen für Umsatz: 80 Prozent der rund 700.000 Übernachtungsgäste in Bad Driburg sind Patienten der Reha- und Vorsorgekliniken. | © Dominik Ketz

Bad Driburg Bad Driburg mangelt es an Tagestouristen

Gutachten: Ganz neue Zahlen für die Badestadt vorgelegt. Fachbüro untersucht im Auftrag von Stadt, Touristikgesellschaft und Gräflichem Park Tourismusauswirkung

Burkhard Battran

Bad Driburg. Die Kernbotschaft dieser Studie hat niemanden im Rat wirklich überrascht. Dass es ohne die Klinikbetriebe im Staatsbad ziemlich düster wäre, ist sicher keine neue Erkenntnis. Erstmals aber gibt es differenzierte Aussagen und klare Zahlen zur tourismuswirtschaftlichen Situation der Badestadt. Am Montagabend wurde die Studie im Rat der Stadt Bad Driburg öffentlich vorgestellt. "Ausgangspunkt war, dass wir bisher nur die statistischen Übernachtungszahlen als Kennzahl zur Verfügung hatten, die aber keine tieferen Erkenntnisse zuließen", erklärte die Touristik-Geschäftsführerin Sylvie Thormann. Das Fachinstitut dwif-Consulting aus München hat auf der Basis einer Grundlagenstudie zum Tagestourismus in Deutschland und der Auswertung von Umsatzsteuerdaten erstmals zahlenmäßige Feststellungen zum Tagestourismus in Bad Driburg getroffen. Auf der Datenbasis von 2015 stellt die Studie fest, dass Bad Driburg im Jahr 500.000 Tagesgäste besuchen. Hört sich nach viel an, ist aber wenig. "In anderen, vergleichbaren Städten ist diese Zahl drei bis viermal so hoch, hier hat Bad Driburg also noch ein großes Entwicklungspotenzial", erklärte dwif-Geschäftsführer Manfred Zeiner. Den 500.000 Tagesgästen stehen 700.000 Beherbergungsgäste gegenüber. Davon wiederum entfallen 80 Prozent auf die Klinikbetriebe. Unterm Strich ergeben sich 1,2 Millionen Aufenthaltstage, die aber wesentlich durch die Kur- und Rehaeinrichtungen getragen werden. "Das ist aber in jedem Fall ein sehr ordentliches Gesamtergebnis, aus dem sich für die Stadt ein tourismusinduzierter Gesamtumsatz von 107 Millionen Euro ergibt", erklärte Gutachter Zeiner. Insgesamt 2.880 Arbeitsplätze in Bad Driburg hingen direkt vom Fremdenverkehr ab. "Damit ist die Tourismuswirtschaft der größte Arbeitgeber der Stadt", sagte Zeiner. Wichtig sei aber, dass der Tourismussektor für den Wirtschaftsstandort Bad Driburg insgesamt von großer Bedeutung sei. "Vom Bäcker bis zum Bauunternehmer profitieren alle von Aufträgen aus dem Tourismus", betonte Manfred Zeimer. Etwa 15 Prozent der sogenannten Primäreinkommen in Bad Driburg würden im Gesundheits- und Tourismussektor erwirtschaftet. Im Bundesdurchschnitt liegt dieser Wert bei vier Prozent. "Die Themen Gesundheit und Heilbad spielen in Bad Driburg die tragende Rolle und auf diese Stärke sollten wir uns konzentrieren und auch investieren, um die Attraktivität des Bades dynamisch weiterzuentwickeln", sagte Klinikbetreiber Marcus Graf von Oeynhausen-Sierstorpff. "Die Studie bestätigt Bad Driburg als gewichtigen Gesundheitsstandort", sagte Bürgermeister Burkhard Deppe. Vom Rat wurde die Untersuchung mit großem Interesse zur Kenntnis genommen. Alle Einzelheiten können in Kürze auch dem Sitzungsprotokoll entnommen werden, dem die Präsentation angehangen werden soll.

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