Hommage: Achim Amme (l.) und Volkwin Müller besingen mit dem "Working class hero" indirekt auch den Bad Driburger Glasbläser. - © Elisabeth Affani
Hommage: Achim Amme (l.) und Volkwin Müller besingen mit dem "Working class hero" indirekt auch den Bad Driburger Glasbläser. | © Elisabeth Affani

Bad Driburg Lesung zur Beatles-Legende John Lennon

Musikalische Lesung: Achim Amme und Volkwin Müller geben John Lennon im Bad Driburger Glasmuseum eine Stimme

Elisabeth Affani

Bad Driburg. "All you need is love" - fünfzig Jahre nach der Entstehung des berühmten Liedes der "Pilzköpfe" ist der Song immer noch ein Hit. Aber da man bekanntlich nur von Liebe nicht leben kann, war auch der Beatle John Lennon auf die Vermarktung seiner Kunst angewiesen. Dass ihm dies so erfolgreich gelang, dass er übermütig wurde und sich vorstellte, auf eine Religion verzichten zu können und sich für berühmter als Jesus zu halten, wurde ihm schließlich zum Verhängnis. Das Klischee vom zerbrechlichen Glück und Glas drängt sich auf, denn im Bad Driburger Glasmuseum wurde zu einer musikalischen Lesung über John Lennon geladen. Bei den Literaturwochen "Lesezeichen" trat erneut Achim Amme in Bad Driburg auf, dieses Mal begleitet von Volkwin Müller als Sänger und Gitarrist. Achim Amme trug Passagen aus der Lennon-Biografie von Philip Norman vor, 2009 im Verlag Droemer erschienen. Beinahe im Plauderton berichtete er von sehr persönlichen, privaten Ereignissen im Umfeld John Lennons und Yoko Onos vom Jahre 1973 an: von der Phase der "sex and drugs", von dem Bemühen Lennons, nach der Geburt seines zweiten Sohnes Sean ein besserer Ehemann und Vater zu sein, von seinem Verhältnis zu anderen Künstlern wie Freddie Mercury oder Paul McCartney. Die nach jedem Leseabschnitt eingespielten Anfänge von Originalsongs und vor allem Volkwin Müllers Interpretation von Lennon-Hits wie "Stand by me", "Strawberry fields" oder "Come together" verbreiteten Nostalgie. Ohne besondere Dramatik und doch eindringlich schilderte Achim Amme John Lennons Heimweh nach seiner Heimatstadt Liverpool sowie seinen Wunsch, mit Yoko Ono alt zu werden und mit achtzig Jahren Ansichtskarten zu lesen, die ihr Sohn Sean ihnen schicken würde. Jedoch mit den live interpretierten Hits "Imagine" und "Help" leiteten Achim Amme und Volkwin Müller zu dem unfassbaren Mord an John Lennon über. Seine Musik machte viele Menschen glücklich, seine Forderung "Give peace a chance" wurde zum geflügelten Wort. Aber ein einzelner religiöser Fanatiker machte viele Menschen unglücklich. Nach seiner eigenen Aussage stieß Achim Amme eher zufällig auf John Lennon. Den Zuhörern im voll besetzten Bad Driburger Glasmuseum und den Organisatoren um Sylvie Thormann von der Bad Driburger Touristik GmbH bescherte dieser Zufall einen berührenden und anregenden Abend.

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