Sollen bleiben: Die Schrägstellflächen an der Brunnenstraße in Höhe des Freibades. - © Lena Vanessa Niewald
Sollen bleiben: Die Schrägstellflächen an der Brunnenstraße in Höhe des Freibades. | © Lena Vanessa Niewald

Bad Driburg Rund 160 Parkplätze an der Brunnenstraße sollen wegfallen

Bauprojekt: Stadtverwaltung Bad Driburg plant großflächige Umgestaltung der Fahrbahn

David Schellenberg

Bad Driburg. Sie ist eine bedeutende Einfahrt in die Kurstadt: die Brunnenstraße. Doch aus Sicht der Verwaltung ist die teilweise bis zu 16 Meter breite Fahrbahn vor allem für Fahrradfahrer und Fußgänger sehr unsicher, weil Autofahrer zu schnell fahren. Außerdem erscheint sie wenig attraktiv. Weil der Kreis Höxter als Baulastträger eine Deckenerneuerung plant, will die Stadt die Chance zu einer grundsätzlichen Umgestaltung nutzen - mit deutlichen Veränderungen für Parker. Wie Baudezernent Martin Kölczer im Gespräch mit der Neuen Westfälischen berichtet, werde die Verwaltung immer wieder von Bürgern auf die gefährliche Situation auf der Brunnenstraße hingewiesen. Die teilweise sehr breite Fahrbahn animiere zum zu schnellen Fahren. Vor allem für Fahrradfahrer ein hohes Risiko. Deshalb wolle die Stadt mit der Umgestaltung der Brunnenstraße drei wichtige Ziele erreichen, heißt es in einer Beschlussvorlage für die nächste Sitzung des Bauausschusses: - Die Fahrgeschwindigkeit soll durch eine Reduzierung der Straßenbreite verlangsamt werden. - Die Sicherheit für Radfahrer soll durch die Anlage von Radschutzstreifen erhöht werden. - Die Gestaltung der Straße als eine der wichtigsten Einfallstraßen der Stadt und Zufahrt zum Gräflichen Park soll optimiert werden. Insbesondere die große Zahl an parkenden Fahrzeugen wirke sich derzeit negativ aus, heißt es weiter. Genutzt werde der Parkstreifen vor allem von Hotel- und Klinik-Mitarbeitern der Unternehmensgruppe Graf von Oeynhausen-Sierstorpff (UGOS). Schon seit Jahren sucht die Stadt nach alternativen Parkplätzen und hat jetzt zusammen mit Markus Graf von Oeynhausen-Sierstorpff eine Möglichkeit gefunden: UGOS wäre grundsätzlich bereit, auf dem östlich an den bestehenden Parkplatz der Marcusklinik angrenzenden Gelände rund 150 zusätzliche Stellplätze zu errichten. Die Kosten für Gutachten, Bau und Unterhaltung würde das Unternehmen übernehmen - im Gegenzug allerdings eine Parkgebühr verlangen. Deren Höhe steht nach Angaben der Unternehmenssprecherin Kristina Schütze noch nicht fest, denn die Entscheidung auf Seiten der UGOS ist noch nicht gefallen. Zurzeit warte das Unternehmen, ebenso wie der Kreis Höxter, auf das grundsätzliche Votum der Stadt. Dieses soll es in der Sitzung des Bauausschusses am Donnerstag, 27. Oktober, ab 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses geben. Dabei weiß Baudezernent Martin Kölczer, dass der Vorschlag, das kostenlose Parken an der Brunnenstraße zu beenden, nicht bei allen auf Gegenliebe stoßen wird. "Es ist allerdings nicht Aufgabe der Stadt oder des Kreises, für die private Nutzung öffentliche Parkplätze vorzuhalten", argumentiert Kölczer. Andere Anlieger an der Brunnenstraße wie Kirche oder Hausbesitzer hätten auf ihren Privatgrundstücken bereits Stellplätze geschaffen und seien nicht auf öffentliche Parkplätze am Straßenrand angewiesen. Die Stellplätze am Freibad in Schrägstellung sollen erhalten bleiben. Dass dies an warmen Sommertagen nicht ausreichen wird, weiß auch Kölczer. "Es gibt die Möglichkeit, mit dem Fahrrad oder dem Bus zum Freibad zu kommen", sagt Kölczer. Außerdem stünde der private Parkplatz zur Nutzung zur Verfügung. Stimmt der Bauausschuss zu, will die Stadt mit den konkreten Planungen beginnen. Denn trotz eines künftigen Radfahrstreifens auf beiden Seiten bleibt dann an der Straße noch viel Fläche, die neu gestaltet werden kann. Auf der Südseite am Gräflichen Park, so die erste Idee, könnten Bäume gepflanzt und Blumenbeete errichtet werden. Wann mit der Umsetzung der Ideen begonnen werden kann, ist noch völlig offen, denn der Planentwurf muss dann noch mit dem Kreis abgestimmt werden. Auch eine Kostenschätzung gibt es noch nicht.

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