Bad Driburg Abschied von Bad Driburger Pfarrerehepaar

Nach mehr als 14 Jahren verlässt das Ehepaar Karin Antensteiner und Martin Hellweg die evangelische Kirchengemeinde Bad Driburg. In Siegen teilen sie sich ab Oktober gemeinsam eine Pfarrstelle

Lena Vanessa Niewald

Bad Driburg. "Das hier sind alles Abschiedsgeschenke", erklärt Pfarrerin Karin Antensteiner (48) und zeigt mit einem Lächeln auf kleinen Tisch mitten in ihrem Wohnzimmer. Er ist voll mit Geschenken und Karten. Man merkt sofort: Der evangelischen Kirchengemeinde Bad Driburg fällt es nicht leicht, ihr Pfarrehepaar ziehen zu lassen. Seit 2002 besetzt Antensteiner gemeinsam mit ihrem Mann Martin Hellweg (48) eine Pfarrstelle in der evangelischen Gemeinde. Mit dem Ehepartner leben und gleichzeitig arbeiten - für viele eine schlimme Vorstellung, für andere ein Traum. Antensteiner und Hellweg teilen genau diesen Traum. Vor 14 Jahren sind sie zusammen mit ihren Kindern nach Bad Driburg gekommen. "Wir sind mittlerweile eine richtige Pfarrfamilie" Geboren und aufgewachsen sind beide im Ruhrgebiet in der Nähe von Dortmund: "Wir haben uns immer gewünscht, uns eine Pfarrstelle zu teilen. Wir finden, dass man genau so das Pfarramt am besten ausüben kann", erzählt Karin Antensteiner. Als in Bad Driburg eine solche Stelle für zwei angeboten wurde, war für die beiden ihr nächstes Ziel sofort klar. Allerdings konnten sich Antensteiner und Hellweg nur zu Beginn ihrer Zeit in Bad Driburg die Stelle wirklich teilen. Martin Hellweg zog es nach einigen Jahren seiner zusätzlichen Tätigkeit als Schulpfarrer schließlich ganz in die Schule, um an zwei Gymnasien evangelische Religionslehrer zu unterrichten. Trotzdem versuchten beide auch danach, gemeinsame Ideen und Projekte zu realisieren. Antensteiner erinnert sich vor allem an viele Veranstaltungen und Aktionen in der Kinder- und Jugendarbeit wie die Ferienwoche oder zahlreiche musikalische Krippenandachten. Jetzt geht es für das Ehepaar samt Familie nach Siegen. Zum 24. Oktober übernehmen die beiden in der evangelischen Kirchengemeinde Weidenau eine Pfarrstelle. Ihre Tochter wird ein Theologiestudium beginnen: "Wir sind mittlerweile eine richtige Pfarrfamilie - ein klassisches Pfarrhaus", sagt Antensteiner lachend zwischen zahlreichen Umzugskartons. Zwar freue sich sehr auf die kommende Zeit, aber viele Menschen und vor allem die Umgebung hier werde sie vermissen: "An die schönen Spaziergänge in der Bad Driburger Landschaft denke ich gerne zurück." Ein bisschen mulmig ist ihr bei dem Gedanken an die Zukunft aber auch. "Alles ist jetzt ganz neu. Die Stadt, die Umgebung. Zudem ist jede Gemeinde anders", sagt sie. Als Nächstes müsse sie aber erst mal den ganzen Umzug bewältigen: "Es müssen noch etliche Kartons gepackt werden", erzählt Karin Antensteiner und guckt noch einmal lächelnd auf den Geschenketisch. Die Pfarrstelle soll zukünftig wieder besetzt werden. Auch zu einer möglichen Wiederbesetzung des Bereichs Kurseelsorge führt Superintendent Neuhoff aktuell Gespräche.

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