Fußballlegende Uli Borowka (2. v. l.) mit den Organisatoren v. l.) Max Roßkamp, Norbert Hinz und André Weihrauch. - © Burkhard Battran
Fußballlegende Uli Borowka (2. v. l.) mit den Organisatoren v. l.) Max Roßkamp, Norbert Hinz und André Weihrauch. | © Burkhard Battran

Dringenberg Ex-Fußballprofi Uli Borowka will Jugend im Sport vom Alkohol fernhalten

Der ehemaliger Fußballstar und trockene Alkoholiker liest aus seinem Buch

Burkhard Battran

Dringenberg. Innerhalb der Präventionsaktionswochen "Sucht hat immer eine Geschichte" fand im kleinen Saal der Stadthalle Dringenberg eine Lesung mit dem ehemaligen Fußballstar Uli Borowka (54) statt. Er spielte unter anderem bei Borussia Mönchengladbach und Werder Bremen. Trotz Europapokalabend waren rund 50 Zuhörer gekommen, darunter auch viele Fußballer des SV Dringenberg. Uli Borowka war Bundesliga-Spieler und für die Nationalmannschaft im Einsatz. Aber er war auch Alkoholiker. Der Suff hat am Ende seine Fußballkarriere kaputtgemacht. Er weiß, was Alkoholsucht aus einem Menschen machen kann. Vor vier Jahren hat er sein Leben auf 318 Seiten zwischen zwei Buchdeckel gepackt und ist im Oktober 2012 unter dem Titel "Volle Pulle. Mein Leben als Fußballprofi und Alkoholiker" im Edel-Verlag erschienen. "Ich habe mich in dem Buch bis auf die Unterhose ausgezogen, aber mir geht es darum, vor allem junge Menschen im Sport vom Alkohol fernzuhalten und darum musste auch ich Farbe bekennen, um glaubwürdig zu sein", sagte Borowka. Da war es natürlich etwas unpassend, dass draußen vor dem Eingang ein großer Brauerei-Kühlwagen stand. Aber zumindest drinnen wurde kein Alkohol ausgeschenkt. "Wenn die Brauereien ihr Sponsoring abziehen würden, träfe das den Fußball in seiner ganzen Breite, das kann auch niemand wollen", akzeptierte Borowka, dass sich der Alkohol nicht gänzlich aus dem Sport verbannen lassen kann. Alkohol bei Jugendspielen ist für Uli Borowka aber vollkommen inakzeptabel. "Das geht gar nicht, dass die Kinder sonntags auf dem Platz hinter dem Ball herlaufen und die Väter mit der Pulle Bier in der Hand am Spielfeldrand stehen", sagte der frühere Abwehrstar von Werder Bremen. Er fordert auch ein generelles Umdenken. "Wenn man sich dafür rechtfertigen muss, dass man kein Bier mittrinkt, sondern etwas Alkoholfreies, dann läuft gesellschaftlich etwas verkehrt", betonte Borowka. Bei den Besuchern kam die Lesung gut an. "Uli Borowka ist eine Fußballlegende und es ist absolut spannend, was er zu erzählen hat", sagt Fußballer Dennis Hartramph (25) vom SV Dringenberg. Veranstaltet wurde der Abend vom "Impulse-Netzwerk Wirtschaft im Hochstift" in Kooperation mit dem Caritas Beratungszentrum in Brakel. "Vor zwei Jahren hat Uli Borowka schon einmal eine Schulveranstaltung in Brakel gemacht und ich fand ihn dort so überzeugend, dass ich ihn gerne noch einmal für eine öffentliche Veranstaltung gewinnen wollte", sagte Organisator und Netzwerk-Sprecher Norbert Hinz aus Dringenberg.

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