Bad Driburg Kreis verhängt Aufnahmestopp

Tierheim Bad Driburg darf keine Tiere mehr annehmen / Tierschützer sehen Schuld bei Kommunen

Bis auf Weiteres dürfen keine neuen Tier mehr aufgenommen werden. - © ARCHIVFOTO: UWE POLLMEIER
Bis auf Weiteres dürfen keine neuen Tier mehr aufgenommen werden. | © ARCHIVFOTO: UWE POLLMEIER

Bad Driburg. Der Kreis Höxter hat mit sofortiger Wirkung einen Aufnahmestopp für das Tierheim Bad Driburg erlassen. Die zwischen dem Stadtzentrum und dem Ortsteil Siebenstern gelegene Einrichtung ist in den vergangenen Wochen mehrfach vom Veterinärdienst des Kreises Höxter überprüft worden. Da die geforderten Auflagen bisher nicht erfüllt worden sind, hat der Kreis der Zwischenunterkunft für Tiere nun vorerst einen Riegel vorgeschoben.

"Wir haben bei unseren Überprüfungen wiederholt Mängel festgestellt und deren Beseitigung angeordnet", sagt Dr. Jens Tschachtschal, Leiter des Veterinärdienstes im Kreis Höxter. Da die geforderten Auflagen bisher nicht umgesetzt wurden, habe der Kreis Höxter angeordnet, dass bis zur Behebung der Mängel keine neuen Tiere aufgenommen werden dürfen.

In einem Bericht der WDR-Lokalzeit ist am Donnerstagabend von "unhaltbaren Zuständen" die Rede gewesen. Zwar sei die Grundversorgung sichergestellt, jedoch müsse sich das Tierheim, dessen Träger der Tierschutzverein "Tiere in Not" ist, komplett neu organisieren.

Ein Mitglied der "Tierfreunde Paderborn" kritisierte in dem Fernsehbeitrag auch die Tierhaltung. So müssten Hunde auf Kies und Matsch laufen und viele Katzen litten an Viruserkrankungen und Pilzbefall. Die Paderborner Tierfreunde haben daraufhin die Tierschutzorganisation "Aktion Tier" informiert und darum gebeten, sich die Lage in Bad Driburg einmal genau anzuschauen.

Für John F. Pyka, Regionalbeauftragter NRW von "Aktion Tier", ist die aktuelle Entwicklung jedoch keine Überraschung. Vielmehr fordert er noch weitergehende Maßnahmen. "Dem Tierheim müsste eigentlich die Betriebserlaubnis entzogen werden", sagt Pyka. Seit zehn Jahren gebe es immer wieder Probleme, die Zustände seien katastrophal.

Feuerwehr und Bauamt würden vor Ort einen Schrecken bekommen, so gravierend seien die Mängel in allen Bereichen. Das Gebäude sei teilweise baufällig und die letzte Überprüfung der Feuerlöscher liege, so habe er bei einem seiner Besuche gesehen, gut zehn Jahre zurück. Dem Kreis wirft Pyka vor, dass diese Missstände nicht viel eher bemängelt wurden. Die im WDR-Bericht erwähnte mangelnde Impfung sei schließlich ein schon länger bekanntes Problem.

Die Grundversorgung der Tiere sei jedoch sichergestellt. "Wir müssen nicht über jedes einzelne Tier reden", sagt Pyka. Das Problem sei, dass die Grundvoraussetzungen nicht stimmten. Das Tierheim sei vom Kreis Höxter und den Städten sträflichst vernachlässig worden. "Ein Tierheim kann nicht funktionieren, wenn die Kommune nur eine kleine, billige Pauschale zahlt", sagt Pyka und fordert somit eine stärkere Beteiligung der Städte im Kreis. Der Tierschutzverein "Tiere in Not" sei als Träger nicht fähig, solch ein Tierheim ordentlich zu führen. "Der Verein ist regelmäßig pleite. Dadurch ist er nicht zuverlässig genug", sagt der Tierschützer.

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