Einzug in die Kirche: Schützen der zugehörigen historischen Stiftsdörfer Neuenherese, Altenheerse und Kühlsen stehen Spalier. - © Burkhard Battran
Einzug in die Kirche: Schützen der zugehörigen historischen Stiftsdörfer Neuenherese, Altenheerse und Kühlsen stehen Spalier. | © Burkhard Battran

Neuenheerse Erzbischof gedenkt in Neuenheerse der Stiftsgründerin

Jubiläum: Die Heilige Walburga ist eng mit der Ortschaft Neuenheerse verbunden. Der 1150-jährige Gedenktag wurde mit einer großen Messe mit Erzbischof Hans-Josef Becker gefeiert

Burkhard Battran

Neuenheerse. Es ist schon eine besondere Auszeichnung für eine Ortschaft, sich mit einer richtigen Heiligen schmücken zu können. Die Gründerin des Stifts Neuenheerse, Walburga, ist im Jahr 953 heilig gesprochen worden, nachdem ihr eine große Verehrung durch die Bevölkerung vorausgegangen war. „Tatsächlich weiß die Geschichtsschreibung gar nicht viel über Walburga und gesichert kann man nur sagen, dass ihr Todestag ein 4. März ist", sagte Kirchenführer Franz Becker. Man vermutet, dass Walburga um das Jahr 900 herum gestorben ist. Fakt ist aber, dass Walburga zusammen mit ihrem Bruder Luithard, dem dritten Fürstbischof von Paderborn, im Jahre 868 das „hochadeligen freiweltliche Damenstifts Heerse" in Neuenheerse gegründet hat und das Stift als Äbtissin bis zu ihrem Tod geführt hat. „Wenn die Menschen in Neuenheerse die Stiftskirche als Eggedom bezeichnen, zeugt das von Selbstbewusstsein und zeigt dabei auch, dass hier das Erbe des Glaubens lebendig gehalten wird", sagte Erzbischof Hans-Josef Becker (69). Mit einem feierlichen Bischofshochamt ist am Sonntag dem 1150-jährigen Stiftsjubiläum gedacht worden. Becker erinnerte daran, dass im Heerser Damenstift nicht nur adelige junge Frauen auf ihre späteren Aufgaben vorbereitet wurden, sondern durch das Stift in Neuenheerse ein weit in die Region strahlendes geistliches Zentrum entstanden ist. Sächsisches Adelsgeschlecht des Warburger Raumes Walburga und ihr Bruder Liuthard stammen aus einem sächsischen Adelsgeschlecht des Warburger Raumes. Ihre fruchtbaren Äcker der Warburger Börde tauschten sie ein, um in der steinigen Egge etwas Neues aufzubauen. Mit Erfolg, denn das Stift bestand durchgängig fast 1.000 Jahre lang bis zu seiner Aufhebung 1803. In seiner Predigt rief der Erzbischof ganz konkret die Großeltern-Generation dazu auf, sich stärker in der Weitergabe des Glaubens zu engagieren. „Wir können das nicht allein den Hauptamtlichen in Schule und Gemeinde überlassen", sagte Becker. Gerade die Großeltern seien in der Lage, den Glauben noch aufrichtig vorzuleben. „Den Glauben zu leben ist die beste Predigt", sagte Becker. Als Konzelebranten wirkten unter anderem Pastoralverbundsleiter Hubertus Rath und Pater Thomas Wunram (Rektor am Gymnasium St. Kasapar, Neuenheerse) mit.

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