In der Bütt: Pastor Edgar Zoor holte die Jecken im Saal mit seiner Version der Löffelpolka von den Stühlen. - © Silke Riethmüller
In der Bütt: Pastor Edgar Zoor holte die Jecken im Saal mit seiner Version der Löffelpolka von den Stühlen. | © Silke Riethmüller

Bad Driburg Bergdorf Pömbsen feiert Karneval

Galasitzung: Wenn die Karnevalsgesellschaft „Pümissen Wui Wui“ zum Stelldichein der Tollitäten lädt, dann tobt nicht nur der Saal. Auch die Akteure auf der Bühne zeigen beim rund vierstündigen Programm Höchstleistungen

Silke Riethmüller

Pömbsen. Das Bergdorf Pömbsen mag eine der kleinsten Hochburgen des närrischen Frohsinns im Kreis Höxter sein, für einen Abend in der fünften Jahreszeit ist es aber sicher eine der lautesten. Denn wenn die Karnevalsgesellschaft „Pümissen Wui Wui“ zur großen Galasitzung lädt, dann steppt dort nicht nur der sprichwörtliche Bär. Und nicht nur die Tollitäten aus Bad Driburg, Nieheim und Brakel samt Gefolge geben sich die Ehre, wenn der Berg ruft. Auch das Bühnenprogramm ist mit lokalen Größen hochkarätig besetzt. Zum Auftakt war auf der Bühne der Bergdorfhalle aber erstmal gar kein Platz für Gardetanz und Büttenreden. Denn dort tummelten sich die Abordnungen der drei befreundeten Gesellschaften aus den Nachbarorten. „Lasst uns alle gemeinsam feiern“, rief Präsident Willibald Scholz dem fantasievoll kostümierten und äußerst gut gelaunten Narrenvolk im wieder bis unters Dach gefüllten Saal zu. Gleich drei mal zwei gekrönte Häupter gaben sich ein Stelldichein Gleich drei mal zwei gekrönte Häupter gaben sich ein Stelldichein: Die Regenten der Brakeler Karnevalsgesellschaft „Brakel Radau“, Thomas II. „der charmant Steuernde“ mit seiner Prinzessin Conny I. „die leidenschaftlich Stylende“, die Tollitäten der Bad Driburger Karnevalsgesellschaft (KG) Rot-Weiße Garde, Prinz Ludger I. „von Gefälligkeit und Scharfsinn“ und Prinzessin Birgit II. „von Fantasie und Glanz“, sowie Prinz Gerd I. „der engagiert Melkende“ und Prinzessin Conny I. „die laufend Vollbringende“ von der Nieheimer KG „Olle meh“. Eröffnet wurde das rund vierstündige Bühnenprogramm vom umjubelten Auftritt des Nieheimer Kindertanzpaares Dylane Pahle und Luca Peters. Als „Bundesrambo“ überzog das Pömbser Urgestein Willi Tölle anschließend fröhlich seine Redezeit, bevor die Männer der Bad Driburger Stadtgarde mit ihrer Choreographie musikalisch Klassik und Moderne miteinander verbanden. Wer jetzt noch nicht auf dem Tisch tanzte, der war selbst schuld Vikar Peter Lauschus, die „doof Nuss“ alias Christoph Pfob und der Pömbser Pfarrer Edgar Zoor sorgten in der Bütt für Jubelstürme und Lachmuskelkater. Die „Bergdorf-Elfen“ zeigten mit ihrer Tanzeinlage am Rollator eindrucksvoll, dass man auch im Alter noch fit wie ein Turnschuh sein kann. Und die „Pümisser Eleven“ holten die Jecken im Saal endgültig von den Stühlen. Wer jetzt noch nicht auf dem Tisch tanzte, der war selbst schuld. Auch die „Duften Puppen“, Peter Brings und Travestie-Künstler Francine D (Frank Kohl) begeisterten das längst warm gefeierte Publikum. Die „Nöhmsche Brut“, die jungen Damen der Tanzgarden aus Brakel und Nieheim, das Brakeler Solomariechen Louisa Märkel und die Herren des Brakeler Männerballetts „The Drohndancers“ zeigten tänzerische Höchstleistungen. Für die Jecken in der Bergdorfhalle war dies das Startsignal für eine fröhliche After-Show-Party. So schnell ging niemand nach Hause.

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