Martin Kannegiesser (4.v.r.) empfängt Wissenschaftler und Techniker der Universitäten Bielefeld und Paderborn, des dortigen Fraunhofer-Instituts sowie der Fachhochschule OWL aus Lemgo in seinem Unternehmen in Vlotho. Gemeinsam wollen sie Kannegiesser-Wäscherei-Anlagen intelligenter machen. - © FOTO: KIEL-STEINKAMP
Martin Kannegiesser (4.v.r.) empfängt Wissenschaftler und Techniker der Universitäten Bielefeld und Paderborn, des dortigen Fraunhofer-Instituts sowie der Fachhochschule OWL aus Lemgo in seinem Unternehmen in Vlotho. Gemeinsam wollen sie Kannegiesser-Wäscherei-Anlagen intelligenter machen. | © FOTO: KIEL-STEINKAMP

Vlotho Mehr Intelligenz für Kannegiesser-Wäschereien

In Vlotho startet das Projekt "grüne Wäscherei" - ressourcenschonend, sich selbst steuernd, mitarbeiterfreundlich

Vlotho. Die Damen und Herren an der Mangelmaschine verkörpern erste Adressen des ostwestfälischen Wissenschaftsbetriebs. Es treffen sich: Industrie-Mathematiker und Mechatroniker aus Paderborn, Informatiker aus Bielefeld, Maschinenbauingenieure aus Lemgo. Natürlich werden sie freundlich empfangen. Denn beim Weltmarktführer für Großwäschereien hegt man große Erwartungen in sie.

Der Chef begrüßt sie persönlich: "Das hier ist eine großartige Sache", sagt Martin Kannegiesser. Der Inhaber des Anlagenbauers meint damit die Initiative It’s OWL, bei der ITS für Intelligente Technische Systeme steht und mit der Ostwestfalen-Lippe als Hightech-Standort ins Blickfeld gestellt wird.
Großartig findet der bekennende Ostwestfale die mit It’s verbundene Aufwertung der Region. Doch nicht minder bedeutsam findet er, dass Unternehmen wie das seine näher an die Bildungseinrichtungen der Region heranrücken und deren Potenziale nutzen können.
An diesem Tag wird offiziell der Startschuss für It’s OWL a la Kannegiesser gegeben: Es tritt auf die Vision der "grünen Wäscherei" - eine hoch automatisierte Wäscherei, die viel weniger Energie verbraucht, die die sie bedienenden Belegschaften ergonomisch entlastet und die sich auch noch weitgehend selbst steuert.

Information

Hightech-Region

It’s OWL steht für Intelligente Technische Systeme Ostwestfalen-Lippe. Es macht die Region OWL zu einer Top-Adresse am Hochtechnologiestandort Deutschland.
Mehr als 170 Unternehmen, Hochschuleinrichtungen und Organisationen sind beteiligt; It’s OWL führt mehrere tausend hoch qualifizierte Ingenieure und Wissenschaftler unter dem Ziel zusammen, die Zukunft der Region zu sichern.
Der Kreis Herford ist bei It’s OWL unterrepräsentiert. Beteiligt sind Kannegiesser und Hettich als Kernunternehmen sowie Firmen wie Wemhöner, Archimedes, GSR, Remmert, Ferrocontrol.(hab)

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Dafür sollen die Industrie-Mathematiker Wahrscheinlichkeiten durchrechnen, die Informatiker neue Bildverarbeitungs-Algorithmen entwickeln, die Verfahrensleute die Maschine fit machen, um ihre Fehler selbst zu erkennen, die Automatisierer einen ganz neuen Greifroboter erfinden - das alles nicht im abgeschlossenen Raum eines Versuchslabors, sondern frisch für die unmittelbare praktische Anwendung.
Man beginnt mit der Besichtigung einer Großwäscherei in Osnabrück, es folgt eine Firmen-Präsentation. Dann skizziert Chef-Logistiker Eckhard Wolter den Ablauf eines typischen Großprojekt-Auftrags. "Sie brauchen ein Gefühl für die Abläufe in einer industriellen Wäscherei", sagt Kannegiessers Prozess-Techniker Dr. Mathias Wöhler unter allgemeinem Kopfnicken.
Man spürt, wie sich allmählich Spannung aufbaut zwischen den Praktikern aus dem Betrieb und den meist jüngeren Hochschul-Leuten, die ihre Wurzeln in mehreren europäischen Ländern, in Indien und in China haben. Vier Jahre haben sie Zeit, der Bund fördert ihre Kooperation für diesen Zeitraum.
Am Ende des Tages organisiert sich das knapp 20-köpfige Projektteam in vier Arbeitsgruppen. Man wird kurzfristig Pflichtenhefte erstellen, Termine abstimmen, Zeitpläne anpassen. Und dann kann es endlich losgehen mit der konkreten Arbeit. In Vlotho freut man sich drauf.

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