Der Sattelschlepper mit seinem Flüssigstickstoff-Tank liegt auf dem Rapsfeld. Die Rettungskräfte der Feuerwehr stehen an der Unfallstelle. Der Unfall war gegen 6.50 Uhr passiert. Zunächst sollte der Stickstoff abgepumpt werden, doch dann favorisierten die Bergungskräfte eine andere Lösung. - © FOTOS: BERND PICKER
Der Sattelschlepper mit seinem Flüssigstickstoff-Tank liegt auf dem Rapsfeld. Die Rettungskräfte der Feuerwehr stehen an der Unfallstelle. Der Unfall war gegen 6.50 Uhr passiert. Zunächst sollte der Stickstoff abgepumpt werden, doch dann favorisierten die Bergungskräfte eine andere Lösung. | © FOTOS: BERND PICKER

Vlotho Gefahrgut-Transporter kippt auf Feld

Bergung des Sattelschleppers mit Flüssigstickstoff stellte Retter zunächst vor Probleme

Vlotho. Ein Gefahrgutunfall hat am Freitag zu stundenlangen Verkehrsstörungen rund um Vlotho geführt: Am frühen Morgen war der Stickstoff-Transporter aus Bremen auf ein Feld an der Witteler Straße gekippt. Die Bergung des Lastwagens, der 22 Tonnen flüssigen Stickstoff geladen hatte, stellte die Rettungskräfte vor massive Probleme.

"Die Landstraße wird auch vom Schwerlastverkehr zur Umgehung der staugefährdeten Ortsdurchfahrt Bad Oeynhausen von der A30 zur A2 genutzt", sagt Polizeisprecher Michael Albrecht. Die sonst stark befahrene Trasse musste aber nach dem Unfall, der sich gegen 6.50 Uhr ereignet hatte, für den Rest des Tages komplett gesperrt werden. Der Verkehr wurde weiträumig umgeleitet. Der Sattelzug war in einer Linkskurve von der Fahrbahn auf den Seitenstreifen gekommen. An einer Feldauffahrt hatte sich der Lkw durch die schwappende Flüssigkeit aufgeschaukelt und war dann in den etwa 1,3 Meter tiefen Graben gerutscht. Der feuchte Boden hatte nachgegeben und der Gefahrguttransporter war dann auf das Rapsfeld gestürzt. Der 42-jährige Fahrer hatte dabei eine Verletzung an der Hand und an der Hüfte davongetragen.

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Die Stickstofftanks hielten dicht. Flüssiger Stickstoff hat eine Temperatur von minus 190 Grad. In Extremfällen kann es auch zur Explosion kommen. "Aufgrund seiner niedrigen Temperatur kann Flüssigstickstoff bei unvorsichtigem Gebrauch in kürzester Zeit Erfrierungen an lebendem Gewebe verursachen", sagen Experten.

Deshalb sollte der Flüssigstickstoff, der für ein Vlothoer Unternehmen bestimmt war, am Freitagnachmittag zunächst in einen anderen Tank umgepumpt werden. Drei Tonnen gelangten in das Ersatzfahrzeug. Schließlich entschieden sich die Rettungskräfte für eine andere Variante: Der Flüssigstickstoff wurde kontrolliert an der Unfallstelle aus dem Tank abgelassen. Konsequenzen hat das nur für den unmittelbaren Bereich um das Rohr, weil die Umgebung durch die sehr kalte Flüssigkeit heruntergekühlt wird. Der flüssige Stickstoff verdampft dann aber und gelangt zurück in die Luft, aus der er auch stammt.

Weil ein lokales Bergungsunternehmen das Risiko sah, dass der Tank auseinanderbricht, verzichtete es auf die Bergung. Deshalb wurde eine Bremer Firma beauftragt, deren Kranwagen am späten Freitagabend in Vlotho-Exter ankam. Die Bergungsaktion sollte dann in der Nacht anlaufen.

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