Ursula Haverbeck im Amtsgericht Tiergarten. - © dpa
Ursula Haverbeck im Amtsgericht Tiergarten. | © dpa

Vlotho/Berlin Holocaust-Leugnerin: Ursula Haverbeck erneut zu Haft verurteilt

Allein 2016 dreimal mit Freiheitsstrafe belegt: Urteile noch nicht rechtskräftig

Berlin/Vlotho (epd). Die 88-jährige Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck ist am Montag vom Amtgericht Tiergarten Berlin wegen Volksverhetzung zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten ohne Bewährung verurteilt worden. Der im ostwestfälischen Vlotho (Nordrhein-Westfalen) wohnenden Ursula Haverbeck war vorgeworfen worden, bei einer öffentlichen Veranstaltung in einer Berliner Gaststätte am 30. Januar 2016 mehrfach gesagt zu haben, dass es den Holocaust nicht gegeben habe, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte. Haverbeck kündigte unmittelbar nach der Gerichtsverhandlung an, in Berufung gehen zu wollen. Bereits 2015 war sie den Angaben zufolge vom Amtsgericht Hamburg ebenfalls wegen Volksverhetzung zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden, die allerdings noch nicht rechtskräftig sei. Zuletzt im Dezember 2016 verurteilt Während der mehr als vier Stunden dauernden Gerichtsverhandlung war als Beweis auch ein Filmmitschnitt der Veranstaltung gezeigt worden. Haverbeck hatte laut Anklage unter anderem behauptet, dass „nichts echt" sei an den Gaskammern des Konzentrationslagers Auschwitz und dass dort „keine Millionen und auch keine Hunderttausende umgebracht" worden seien. Haverbeck war in einem anderen Verfahren vor dem Amtsgericht Detmold im Dezember 2016 zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten verurteilt worden, weil sie in einem Brief an den Detmolder Bürgermeister Rainer Heller (SPD) behauptet hatte, das KZ Auschwitz sei kein Vernichtungslager, sondern nur ein Arbeitslager gewesen. Nach der Hauptverhandlung hatte sie an Pressevertreter Schreiben, in denen sie den Holocaust leugnete, sowie eine Zeitschrift mit rechtextremen Inhalten verteilt. Diese Schriften legte Haverbeck nach Angaben des Gerichts auch auf den Tisch des Richters und der Staatsanwaltschaft. Daraufhin erhielt sie eine weitere Freiheitsstrafe von zehn Monaten. Schäuble verbot rechtsextreme Vereinigung Haverbecks Die Holocaust-Leugnerin stand bereits mehrmals wegen Volksverhetzung vor Gericht. Alleine im Jahr 2016 wurde sie dreimal zu einer Freiheitsstrafe verurteilt, unter anderem im Oktober in Bad Oeynhausen und zuletzt im November vom Amtsgericht Verden bei Bremen. Die Angeklagte hatte zusammen mit ihrem inzwischen gestorbenen Mann das „Collegium Humanum" in Vlotho als Treffpunkt für Holocaustleugner und Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet geleitet. Die in den 1960er Jahren gegründete rechtsextreme Vereinigung und deren Teilorganisation „Bauernhilfe e.V." wurden 2008 vom damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) verboten.

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