Ursula Haverbeck wurde 2016 wegen erneuter Holocaustleugnung vom dem Amtsgericht Bad Oeynhausen zu 11 Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. - © Ulf Hanke (Archiv)
Ursula Haverbeck wurde 2016 wegen erneuter Holocaustleugnung vom dem Amtsgericht Bad Oeynhausen zu 11 Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. | © Ulf Hanke (Archiv)

Berlin/Vlotho Franco A. wollte im Zweifel Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck befreien

In einem Taschenkalender sind eindeutige handschriftliche Notizen gefunden worden

Julia Gesemann

Berlin/Vlotho. Der wegen Terrorverdachts verhaftete Bundeswehr-Offizier Franco A. hatte einem Zeitungsbericht zufolge neben Einzelpersonen auch religiöse Verbände und Menschenrechtsaktivisten im Visier. Und er wollte sich für die in Vlotho lebende Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck einsetzen. Die 88-Jährige wurde schon mehrfach wegen Volksverhetzung verurteilt. BKA-Fahnder hätten in einem Taschenkalender des Verdächtigen unter anderem eine Art "Todesliste" mit potenziellen Anschlagszielen, darunter den Zentralrat der Juden und den Zentralrat der Muslime, gefunden, berichtete die "Welt" unter Berufung auf Sicherheitskreise. Darüber hinaus gebe es Einträge zu Politikern und Menschenrechtsaktivisten. Neben der Vize-Bundestagspräsidentin Claudia Roth (Grüne) soll darin auch der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und die Gründerin der Amadeu Antonio Stiftung, Anetta Kahane, zu finden sein. Handschriftliche Notizen im Kalender Konkret hatte Franco A. in seinem Kalender aber offenbar auch bestimmte Aktionen notiert: Unter anderem werde laut "Welt" Ursula Haverbeck erwähnt: "Wenn Frau Haverbeck ins Gefängnis, dann Befreiungsaktion." Dass sich der Oberleutnant für die 88-Jährige einsetzen wollte, überrascht kaum vor dem Hintergrund der Berichte vom Wochenende. Demnach gab es seit 2014 Hinweise auf eine rechtsextreme Gesinnung des Offiziers, die auch der Bundeswehr vorlagen, trotzdem aber ohne Konsequenzen blieben. Weitere handschriftliche Notizen in Franco A.'s Kalender: "Sprengung Rothschild-Stein in Frankfurt". Auch Hinweise auf eine geplantes Attentat unter falscher Flagge ergäben sich aus den handschriftlichen Aufzeichnungen von Franco A. So heiße es in dem Kalender: "Gruppe Antifa: Granate Asylant werfen lassen, filmen." Und: "Polizeifunk abhören."

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