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Herford/Vlotho Lebenshilfe bündelt Fachbereiche und zieht nach Herford

Metallservice: Fachabteilung zieht aus Exter ins Gewerbegebiet Heidsiek. Der Gartenbaubetrieb wird erweitert und bietet zukünftig Landschaftsbau an

Thomas Hagen

Herford/Vlotho-Exter. Ein Gutachten der Handwerkskammer Münster hat der Lebenshilfe, genauer gesagt ihrem Integrationsunternehmen Metallservice Vlotho, den Weg zum Umzug im kommenden Sommer nach Herford und zuvor der Expansion des Gartenbaubereiches geebnet. Der Metallbereich ist integrativer Betrieb, dort arbeiten qualifizierte Menschen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt kaum eine Chance hätten. Das gleiche gilt auch für den Gartenbaubetrieb, der bereits am Standort Heidsiek angesiedelt ist. Im Auftrag des Landschaftsverbandes war dieses Gutachten erstellt worden, damit in den kommenden fünf Jahren eine Viertelmillion Euro in den neuen angegliederten Betrieb für Garten- und Landschaftsbau fließen können. Das Geld kommt aus den Töpfen der Aktion Mensch, der Stiftung Wohlfahrtspflege und dem Integrationsamt. Wolfgang Rox, Leiter der Herforder Werkstätten der Lebenshilfe, beschreibt die Gründe für die Ausweitung des Geschäftsbereiches. „Bislang hat unser Grünbereich reine Pflegearbeiten angeboten. Wir wurden aber von den Kunden beständig danach gefragt, ob wir denn nicht auch im Bereich Garten- und Landschaftsbau, also bei Neuanlagen, aktiv sind." Dieser neue Bereich ist ebenfalls als Integrationsbetrieb konzipiert. Arbeiten können dort jedoch nur Menschen, die über eine gute Physis verfügen. Viele bevorzugen die Arbeit unter freiem Himmel, weil sie Probleme mit geschlossenen Räumen haben. In diesen Betrieb können auch Mitarbeiter der Herforder Werkstätten wechseln. »Sprungbrett in den ersten Arbeitsmarkt nur Illusion« „Wir wollen hier eine größere Durchlässigkeit schaffen", sagt Rox. Außerdem gebe es auch das Bestreben, Mitarbeiter aus den bestehenden Beschäftigungsverhältnissen in den ersten Arbeitsmarkt zu bringen. „Wir gehen behutsam vor, gewöhnen die Mitarbeiter zum Beispiel ans notwendige Arbeitstempo und bieten zum Testen Praktika von drei Monaten an", beschreibt Rox die Gepflogenheiten. Der Ingenieur für Produktionstechnik skizziert die ursprüngliche Ausrichtung von Integrationsunternehmen: „Sie sollten eigentlich ein Sprungbrett in den ersten Arbeitsmarkt sein. Das ist aber nie wirklich so umgesetzt worden. Die Mitarbeiter bleiben dauerhaft im Integrationsunternehmen." Die Tochterfirma erhält keine Subventionen, muss auf dem Markt im harten Wettbewerb bestehen. Keine leichte Sache für die Geschäftsleitung, denn es muss mit viel Sachverstand kalkuliert werden. So arbeiten im Metallbereich neun Mitarbeiter, fünf davon sind schwerbehindert. Im Garten- und Landschaftsbau werden drei Facharbeiter und drei Schwerbehinderte tätig sein. Letztere sollen aus den Werkstätten rekrutiert werden, erstere kommen aus dem Arbeitsmarkt. Den Leiter hat Wolfgang Rox bereits gefunden. Es ist Ulrich Wittenstein. Er bereitet den Gala-Betrieb für den Start vor und nimmt bereits an Ausschreibungen für das kommende Geschäftsjahr teil. Mitarbeiter die aus dem freien Arbeitsmarkt zur Lebenshilfe kommen werden in Seminaren für ihre speziellen Anforderungen geschult. Gearbeitet wird wie überall in Garten- und Landschaftsbaubetrieben auf der Grundlage von Arbeitszeitkonten. Integrationsbetriebe erhalten finanzielle Ausgleichszahlungen. „Aber die gleichen den Nachteil, dass wir nicht voll leistungsfähige Mitarbeiter beschäftigen, nicht voll aus", sagt Rox. Die Immobilie in welcher der Metallservice derzeit dreht, fräst, bohrt und zerspant, soll verkauft werden wenn der Umzug erfolgt ist. Kaufinteressenten dafür gibt es bereits. Infos gibt es auch auf der Webseite des Vereins: www.lebenshilfe.de.

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