Denkmalgeschützt: Die Bauarbeiten am ehemaligen Bahnhofsgebäude sollen voraussichtlich im Herbst beginnen können. Die historische Fassade bleibt in der Substanz erhalten. - © Anastasia von Fugler
Denkmalgeschützt: Die Bauarbeiten am ehemaligen Bahnhofsgebäude sollen voraussichtlich im Herbst beginnen können. Die historische Fassade bleibt in der Substanz erhalten. | © Anastasia von Fugler

Vlotho Es tut sich was am alten Vlothoer Bahnhof

Eine Investorengruppe möchte das ehemalige Bahnhofsgebäude in Vlotho 
im Kern sanieren

Anastasia von Fugler

Vlotho. Trostlos und verlassen steht das Bahnhofsgebäude an der Weserstraße in Vlotho. Wo einst Reisegepäck aufbewahrt und Fahrkarten verkauft wurden, sind marode Wände und vermüllte Böden zu sehen. Seit 1992 steht der Bahnhof leer und verfällt. Nur noch die Eurobahn nutzt die anliegende Eisenbahnlinie für den nahegelegenen Personenverkehr. Doch das soll sich demnächst ändern. Ein neuer Investor hat angekündigt, das denkmalgeschützte Gebäude zu sanieren und für eine weitere Nutzung freizugeben. Wie jedes Denkmal hat das Haus eine Geschichte, die es zu erhalten lohnt. Deshalb haben sich engagierte Vlothoer Bürger zusammengetan, um für den Erhalt und die Wiederbelebung des denkmalgeschützten Bahnhofgebäudes kämpfen. Der Bürgerbahnhofsverein hat es sich zum Ziel gesetzt, den Bahnhof wieder zu dem zu machen, was er einmal war: die Visitenkarte ihrer Stadt, ein Ort der Begegnung für Jung und Alt, ein attraktives Entree für Freunde, Gäste und Touristen. Der Bahnhof öffnete den Vlothoern das 
Tor zur Welt So wie heute hatten sich auch damals Bürger des Weserstädtchens für einen Bahnanschluss stark gemacht. Bis sie schließlich ihr Ziel erreichten und am 30. Juni 1875 im ersten Personenzug mit allen Ehrengästen saßen. Somit wurde den Vlothoern das Tor zur Welt eröffnet, denn damals hatte eine Stadt ohne Bahn keine Zukunft. Die Eisenbahn stand für Mobilität und Moderne. Nach 1945 nahm infolge der positiven Wirtschaftsentwicklung der Güterverkehr stark zu. Alles wurde von den Schienen auf die Straßen verlagert. Der tägliche durchschnittliche Fahrkartenverkauf von 600 Tickets schrumpfte – das Bahnhofsgebäude zeigte sich für die Deutsche Bahn nicht mehr rentabel. Sie verkaufte es mit der Schließung 1992 an einen Privatmann aus Berlin, der das Gebäude verfallen ließ. 2007 kaufte die Stadt Vlotho den Bahnhof einem Erben ab. Drei bis vier Millionen Euro für die Sanierung Im vergangenen Jahr nahm sich eine Investorengruppe aus Unternehmern und Industriellen der Sache an. Drei bis vier Millionen Euro sollen in die Sanierungsarbeiten fließen. „Die Baugenehmigung wird in Kürze erwartet. Sobald die vorliegt, wird im Herbst mit der Dachsanierung begonnen", sagt Investorenvertreter Karl-Heinz Ueckermann von der Realty Consulting Group aus Bad Salzuflen. Er sieht eine Kernsanierung vor, die den bauordnungsrechtlichen Vorschriften entspricht. Die Fassade soll erhalten bleiben, die Dachgeschossdecken müssten jedoch wegen des Verfalls komplett erneuert werden. Darüber, was nach der Sanierung mit dem Bahnhof geschieht, müssen sich die Investoren laut Ueckermann noch einig werden.

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