Tour vermiest: Ulrich Flachmann ist ein leidenschaftlicher Fahrradfahrer aus Löhne. Drei bis vier Mal im Jahr macht er seine Tour nach Rinteln. Es ist nicht das erste Mal, dass er in Vlotho durch die dicke Lehmschicht an seinen Rädern gestoppt wurde. - © Anastasia von Fugler
Tour vermiest: Ulrich Flachmann ist ein leidenschaftlicher Fahrradfahrer aus Löhne. Drei bis vier Mal im Jahr macht er seine Tour nach Rinteln. Es ist nicht das erste Mal, dass er in Vlotho durch die dicke Lehmschicht an seinen Rädern gestoppt wurde. | © Anastasia von Fugler

Vlotho Der Weser-Radweg wird zur Matschpiste

Die Strecke zwischen Möllbergen und Vlotho-Uffeln ist mit einer wassergebundenen Decke versehen. Bei Tauwetter verwandelt sie sich in eine Matschpiste

Anastasia von Fugler

Vlotho. Wenn die Sonne lockt und der Frühling seine Fühler ausstreckt, dann beginnt die Fahrradsaison. Die Räder werden aus dem Keller geholt und blank geputzt; die Routen für die nächste Tour geplant. Elberadweg, Donau-Radweg oder auch Weser-Radweg - die Auswahl der bundesweiten Radfernwege ist groß. Umso wichtiger ist es für eine kleine Kommune, wie der Weserbergstadt Vlotho, den radelnden Touristen einen vernünftig befahrbaren Radweg zu präsentieren. Doch mit dem Tauwetter, kommt auch der Matsch. Denn der Spaß endet abrupt, wenn die Reifen so voller Lehm und Dreck sind, dass die Weiterfahrt unterbrochen werden muss. Hobby-Radler Ulrich Flachmann kann ein Lied davon singen. Seine Sonntagstour entlang der Weser wurde für ihn "zum Desaster". Der etwa drei Kilometer lange Weg zwischen dem Gemeinschaftskraftwerk Veltheim und Vlotho-Uffeln ist zum großen Teil mit einer wassergebundenen Decke versehen. "Die dicksten Brocken sind bereits abgefallen, aber das Rad ist immer noch von oben bis unten mit Schlamm bespritzt", erzählt der 71-Jährige Rentner aus Löhne. Mit seinem E-Bike fährt er drei bis vier Mal im Jahr die Weser-Radweg-Tour von Löhne nach Rinteln und jedes Jahr wieder hat er mit der Lehmschicht in Höhe des Campingplatzes Borlefzen, Vlotho zu kämpfen. "Wie kann man das als schönste Reise entlang der Weser anpreisen, wenn man sich derart ärgern muss?", fragt sich das Löhner Mitglied des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs. "Das Problem kenne ich von anderen Wegstrecken nicht." Seit vier Jahren sei er im ADFC und auf seinen ganzen Fahrradtouren noch nicht auf eine derart schlechte Qualität getroffen: "Das Problem kenne ich auf anderen Wegstrecken mit wassergebundener Decke in der Form nicht." Auch Christian Hohmeier von den Vlothoer Wirtschaftsbetrieben gibt zu: "So extrem war es bis jetzt noch nicht." Seit 2012 ist der Radweg im Betrieb. "Und im vergangenen Jahr wurde die Decke gerade erst erneuert", so der Teamleiter weiter. Bei der vorherigen Planung wurde die Alternative der asphaltierten Decke wegen des Naturschutzgebietes um Borlefzen von vorneherein ausgeschlagen. Eine Drainage ließe sich ebenfalls nicht einbauen und das Wasser staut sich, weil der Radweg tiefer liegt als die Straße und die Bahnschienen rechts und links daneben. "Das einzige, was wir jetzt als zuständige Behörde machen könnten, wäre die besagte Strecke zu sperren", sagt Hohmeier. Dann wären die Fahrradfahrer sowie Fußgänger ohnehin gezwungen auf die starkbefahrene Rintelner Straße auszuweichen. Aktuell sieht Hohmeier keine andere Lösung für das Problem.

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