Zur Ausstellung verfassten Rabea Usling, Stephanie M. J. Rodenbäck, Carolin Grothaus, Jana Lengwenus (hinten v.l.), Anna Paszehr und Rina Ba Kapitanowski (vorne v.l.) Gedichte und Prosatexte.
Zur Ausstellung verfassten Rabea Usling, Stephanie M. J. Rodenbäck, Carolin Grothaus, Jana Lengwenus (hinten v.l.), Anna Paszehr und Rina Ba Kapitanowski (vorne v.l.) Gedichte und Prosatexte.

Spenge Mit Gesichtern im Dialog

Portraitausstellung des Künstlers Alexander Kapitanowski im Spenger Rathaus

Spenge (vds). Ob Politiker, Schriftsteller, antike Persönlichkeiten oder ganz normale Schüler, Alexander Kapitanowski hat ihre Gesichter interpretiert. Auf seine Art geht der Künstler in Dialog mit den Vorlagen und zeichnet mit Kohle, Pastell oder Kreide. "Jedes Gesicht trägt etwas in sich, besitzt ein Geheimnis", weiß der Künstler. "Die ästhetische Spannung des Gesichts erfahre ich im Dialog und setze es ins Bild um." So lautet der Titel einer Ausstellung in Spenge "Gesichter".

Als Träger seiner Werke stützt sich der gebürtige Ukrainer auf Fotographien, Filmmaterialen, Meisterwerke und Mumienportraits. "Zu meinen Lieblingswerken zählen die Portraits aus dem Block "Antike - Junge Leute". Der Kontakt mit den Themen ,Tod und Verstorbene’ interessiert mich sehr", sagt er. Zu seinen Portraits pflegt er eine besondere Beziehung.

Der 58-Jährige kommuniziert mit ihnen, kommt so in Kontakt mit der Geschichte und jungen Leuten. Auf diese Weise kommen aber auch Putin, Schiller und Marylin Monroe mit Kapitanowski, seiner Kunst und der Geschichte in Kontakt, meint der Künstler.

Die Ausstellung im Rathaus beinhaltet nicht nur 29 Portraits, sondern wird zudem von passenden Texten, die zehn Schüler des Rumpelstilzchen-Literaturprojektes des EngeranerWidukind-Gymnasiums verfasst haben, begleitet. Die Gedichte und Prosatexte zu dem Thema ,Gesichter’ runden den bildlichen Eindruck ab und verleihen den Portraits eine weitere Bedeutung.

"Ich fand die Art der Ausstellung gewöhnungsbedürftig, aber sie gefällt mir sehr gut", resümierte Carolin Grothaus. "Die Inspiration zu meinem Text ,Looking for Angels’ habe ich durch den gleichnamigen Song der amerikanischen Rockband Skilled erhalten".

Zusätzlich zu den berühmten Persönlichkeiten findet der Betrachter auch die Portraits von sechs der zehn Jungautoren. So hängt Anna Paszehrs Abbild in der Ausstellung neben ihrem Prosatext "Passfotos und Weltuntergangsstimmung", in dem sie ihre unangenehmen Passfoto-Erfahrungen beim Fotographen beschreibt und der Leser eine kleine Kritik an den strengen Vorgaben eines solchen Bildes vernehmen kann.

Entstanden ist die Idee der Ausstellung durch die Freundschaft zwischen Kapitanowski und Michael Hellwig, Leiter des Rumpelstilzchen-Literaturprojektes. "Wir haben bereits 2007 erfolgreich mit einem Maler zusammen gearbeitet. Solche Projekte kommen auch bei den Schülern gut an", so Hellwig. Deren literarische Werke wurden teilweise gezielt zu einzelnen Portraits geschrieben, teilweise passend zugeordnet.

"Ich finde es toll und eindrucksvoll, dass sich die jungen Menschen mit der Literatur beschäftigen", freute sich Ruth Pilgrim, stellvertretende Bürgermeisterin. "Die Ausstellungen im Rathaus sollen den Leuten die Kunst näherbringen."

Zu den Gästen der Ausstellungseröffnung gehörte der Europaabgeordnete Elmar Brok (CDU). Der Kontakt zu Kapitanowski war entstanden, nachdem Brok dem EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso bei dessen Besuch im September in Oerlinghausen ein von Kapitanowski gezeichnetes Porträt der Soziologen Niklas Luhmann geschenkt hatte (NW berichtete).

Copyright © Neue Westfälische 2017
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group