Laden ein: Museumspädagogin Sonja Voss und Hans-Peter Tietze vom Werburg-Verein stellten das Programm für die Monate November und Dezember vor. Unter anderem gibt es einen Workshop Zinngießen und man kann Tassen bemalen. - © Mareike Patock
Laden ein: Museumspädagogin Sonja Voss und Hans-Peter Tietze vom Werburg-Verein stellten das Programm für die Monate November und Dezember vor. Unter anderem gibt es einen Workshop Zinngießen und man kann Tassen bemalen. | © Mareike Patock

Spenge Ein Leben ohne Heizung und Strom

Ausflug in die Vergangenheit: Das Werburg-Museum will mit verschiedenen Veranstaltungen beleuchten, wie sich die Menschen von einst warm hielten

Mareike Patock

Spenge. Vor ein paar hundert Jahren, an klirrend-kalten Wintertagen, war es im Werburger Herrenhaus sicher nicht gerade gemütlich: Die Wände der alten Wasserburg waren klamm, es gab kein fließend-warmes Wasser, keine Zentralheizung und an so etwas wie Dreifach-Verglasung war noch viele Jahrhunderte nicht zu denken. „Im ganzen Haus gab es nur drei Kamine", sagt Hans-Peter Tietze vom Werburg-Verein. „Und damit mussten alle zwölf Räume beheizt werden." Wie sich die Menschen auf der Werburg damals trotz aller Widrigkeiten warm hielten – diesem Thema widmet sich das Werburg-Museum im November. Bei einem Familiennachmittag an diesem Sonntag, 12. November, wird es von 15 bis 17 Uhr unter anderem um barockzeitliche Wärmflaschen oder um Nachtmützen gehen. „Und die Besucher können auch mal ausprobieren, wie es sich anfühlt, unter einer Strohdecke zu liegen", berichtet Museumspädagogin Sonja Voss. Schöne Funde alter Kaffeetassen  Auch heiße Getränke waren damals vermutlich schon ein bewährtes Mittel, um sich bei frostigen Temperaturen aufzuwärmen. „Wir haben hier an der Werburg schöne Funde von alten Kaffeetassen gemacht", sagt Sonja Voss. Als Mitmach-Aktion sollen beim Familiennachmittag darum auch Tassen nach dem Vorbild der archäologischen Funde bemalt werden. Dem Thema „Wärme" widmet sich am Freitag, 24. November, um 19 Uhr auch ein einstündiger Rundgang durchs Herrenhaus. Kienspäne sorgten für Licht Eine Woche zuvor, am 17. November, lädt das Werburg-Museum außerdem von 18 bis 20 Uhr zu einem Workshop „Zinngießen" ein. Im Dezember – passend zur Adventszeit – dreht sich im Museum dann alles um das Thema „Licht". Denn helle Räume an dunklen Tagen – das war in der Vergangenheit alles andere als selbstverständlich. Während wir heute einfach auf den Lichtschalter drücken, mussten die Menschen damals ein bisschen erfinderischer sein. Die einfachen Leute zum Beispiel nutzen oft sogenannte Kienspäne, um es Licht werden zu lassen. Diese längeren, harzreichen Holzstücke zündeten sie an der Spitze an. „Sie brannten besonders lange", sagt Sonja Voss. Kerzen selber ziehen Welche Möglichkeiten die Werburg-Bewohner von einst sonst noch hatten, um der Dunkelheit zu trotzen, will die Museumspädagogin bei einem einstündigen Themenrundgang durchs Herrenhaus am Donnerstag, 7. Dezember, ab 19 Uhr beleuchten. Am Sonntag, 10. Dezember, wird es beim Familiennachmittag von 15 bis 17 Uhr zudem eine Kerzenwerkstatt geben. Die Besucher – auch die ganz Kleinen – können dabei selber Kerzen ziehen. Lichtobjekte aus Wachs Um „Lichtobjekte aus Wachs" wird es auch bei einem Workshop am Freitag, 1. Dezember, von 18 bis 20 Uhr gehen. „Dabei werden wir alles herstellen, was man aus Wachs gießen oder ziehen kann", kündigt die Museumspädagogin an.

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