Geheimnisvoll: Hans-Peter Tietze vom Werburg-Verein und Sonja Voss sind altem Aberglauben auf der Spur. Die Museumspädagogin hält zum Beispiel ein Gebilde in der Hand, mit dem in früheren Jahrhunderten gute Hausgeister angelockt werden sollten. - © Mareike Patock
Geheimnisvoll: Hans-Peter Tietze vom Werburg-Verein und Sonja Voss sind altem Aberglauben auf der Spur. Die Museumspädagogin hält zum Beispiel ein Gebilde in der Hand, mit dem in früheren Jahrhunderten gute Hausgeister angelockt werden sollten. | © Mareike Patock

Spenge Schaurig-schöne Themen an der Werburg

Workshops und Rundgänge im Oktober: Im Museum im Herrenhaus wird es gruselig. Alte Aberglauben, ein hinterlistiger Mord, Hausgeister und ein Hexentanzplatz im Katzenholz

Mareike Patock

Spenge. Sonja Voss weiß, wie man gute Geister anlockt: Die Museumspädagogin des Spenger Werburg-Museums hält ein Gebilde aus Fäden, einem kleinen Knochen, einer Feder, ein paar Knöpfen und einer winzigen, zusammengerollten Papierrolle in Händen. Mit solchen Konstruktionen habe man in der Vergangenheit dafür sorgen wollen, dass sich ein guter Geist im Haus ansiedelt, berichtet sie. Auf den Papierrollen hätten zum Beispiel Beschwörungen oder Gebete gestanden. „Und die Knöchlein stammten oft von Vieh, das im eigenen Stall gehalten wurde." Die in die Hausgeist-Beschwörung eingearbeiteten Knochen hätten die Tiere vor Unheil schützen sollen. Schauergeschichten und der Aberglaube längst vergangener Jahrhunderte – im Monat von Halloween und Kürbisfratzen stehen sie ganz im Mittelpunkt des Museumsprogramms an der Werburg. Passenderweise am Freitag, dem 13. Oktober, lädt das Werburg-Museum ab 19 Uhr zu einem Rundgang mit dem Schwerpunkt Aberglauben ein. Hexentanzplätze im Katzenholz  Zu dem Thema gebe es – auch aus Spenge – viele überlieferte Geschichten und Erzählungen aus verschiedenen Jahrhunderten, sagt Sonja Voss. In einer davon werde zum Beispiel von Hexentanzplätzen im Katzenholz berichtet. Oder davon, dass es einmal im Zuge eines Hexenprozesses eine sogenannte Wasserprobe an einem Teich nahe der Werburg gegeben haben soll. Die vermeintliche Hexe wurde bei solchen Wasserproben in kaltem Wasser versenkt. Schwamm sie oben, galt sie als überführt. „Mit dem Themenrundgang möchten wir aufzeigen, was es früher an Aberglauben gab und was dahinter steckte", sagt die Museumspädagogin. Eine weitere Veranstaltung widmet sich am Freitag, 27. Oktober, ebenfalls ab 19 Uhr den Schauergeschichten, die sich rund um die Werburg ranken. Dabei werde es unter anderem auch um ein dokumentiertes Verbrechen aus dem 18. Jahrhundert gehen: einen hinterlistigen Mord an dem einstigen Verwalter des Adelsguts, verrät Sonja Voss. Museumsgespenster und Hausgeister  Schaurig geht es auch beim nächsten Familiennachmittag am Sonntag, 15. Oktober, von 15 bis 17 Uhr zu. Dabei wird sich alles um Museumsgespenster und Hausgeister drehen. Und die Kinder können Glücksbringer basteln. Geheimnisvoll ist auch das Herbstferien-Programm: Bei einem Workshop am Freitag, 27. Oktober, können Kinder ab 12 Jahren von 10 bis 15 Uhr eine „Camera Obscura" basteln. Die sei gewissermaßen die Basis der heutigen Spiegelreflex-Kamera, erklärt Hans-Peter Tietze vom Werburg-Verein. Die Konstruktion habe aber auch etwas mit rätselhaftem Licht zu tun und mit „Spiegelungen, die man sich nicht erklären kann", sagt Sonja Voss. Historische Gerichtsakten Um das Oktober-Programm zusammenstellen zu können, hat die Museumspädagogin im Vorfeld viele historische Quellen studiert, in alten Unterlagen geforscht, die Berichte von Heimatforschern gelesen oder historische Gerichtsakten herangezogen. „Denn das Ganze soll ja auch fundiert sein", betont Hans-Peter Tietze.

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