Geeigneter Standort: Auf dem Bolzplatz südlich der Grundschule wird – nach Ratsbeschluss – eine Kita gebaut. - © Foto: Andreas Sundermeier
Geeigneter Standort: Auf dem Bolzplatz südlich der Grundschule wird – nach Ratsbeschluss – eine Kita gebaut. | © Foto: Andreas Sundermeier

Spenger Rat stimmt für Kita-Bau an der Schulstraße

Buntes Stimmungsbild: CDU stimmt geschlossen gegen den Standort, Grüne teilen sich in Zustimmung, Ablehnung und Enthaltung. Bürgermeister hat seine „Hausaufgaben“ gemacht

Andreas Sundermeier

Spenge. Dem Bau eines Kindergartens in der Spenger Innenstadt südlich der Grundschule an der Schulstraße steht seitens der Stadt nichts mehr im Wege. Der Rat der Stadt Spenge hat sich im zweiten Anlauf mit 17 zu 11 Stimmen bei zwei Enthaltungen für die Umsetzung des Verwaltungsvorschlages entschieden. Für den Vorschlag stimmten jetzt SPD und UWG. Die CDU votierte geschlossen dagegen. Die FDP enthielt sich. Die Grünen teilten sich in Zustimmung, Ablehnung und Enthaltung auf. KiTa-Betrieb ab 1. August 2018 Damit ist nach Einschätzung von Bürgermeister Bernd Dumcke eine gute Chance gegeben, dass ab 1. August 2018 Kinder in der neue Kita betreut werden könnten, „wenn denn keine Unwägbarkeiten dazwischen kommen." Herr des Verfahrens sei aber das Kreisjugendamt, das jedoch eng mit der Stadt Spenge zusammen arbeite. Bereits im Vorfeld habe das Taka-Tuka-Land aus Hiddenhausen sich in einem Interessenbekundungsverfahren durchgesetzt und schon recht konkrete Vorentwürfe für die Konzeption und das Aussehen der Kita geliefert. Für das 2.500 Quadratmeter große Grundstück gebe es keinen Bebauungsplan und so könnte die Kita ohne Probleme dort entstehen, wenn sie sich optisch gut in die Umgebung einfüge. In der nächsten Woche werde es zu weiteren Planungsgesprächen kommen. Bereits in der Ratssitzung am 15. Juli hatte die Verwaltung einen Vorschlag für den Bau der Kita an derselben Stelle gemacht. Hier war Dumcke jedoch gescheitert. Der Rat hatte den Verwaltungschef mit „neuen Hausaufgaben", wie er selbst sagte, „zurück ins Rathaus" geschickt. Die Politik hatte von der Verwaltung gefordert, die Untersuchung möglicher Alternativen für den Kita-Standort in der Innenstadt nachvollziehbar zu dokumentieren. Genau das hat die Verwaltung jetzt geleistet (die NW berichtete). Dennoch sei das Ergebnis der Standortsuche das selbe geblieben. Zudem hatten einige Ratsmitglieder das Vorgehen des Bürgermeisters bemängelt. Und so warf CDU-Fraktionsvorsitzender Lars Hartwig Dumcke auch aktuell vor, dass der Bürgermeister für eine Verzögerung des Projektes von zehn Monaten verantwortlich zeichne, da er, Dumcke, die Politik nicht frühzeitig in die Entscheidungsfindung eingebunden habe. Nicht alle Alternativen geprüft Zudem erklärte Hartwig, dass seine Fraktion „grundsätzlich den Bedarf für die Schaffung von Kita-Plätzen für Unter-Dreijährige" sehe. Aber eben nicht an der Schulstraße. „Wir sind immer noch der Meinung, dass nicht alle Alternativen für den Bau ernsthaft geprüft worden sind." An der Bussche-Münch-Straße sei auf Grund des Verkehrsaufkommens zu Stoßzeiten die Unfallgefahr zu hoch. Und auch der Wegfall des Bolzplatzes, auf dem die neue Kita gebaut wird, sei nicht hinnehmbar. Denn selbst wenn ein Ersatz für die Spiel-Rasenfläche nahe der Werburghalle geschaffen würde, sei der Platz „viel zu tief" zum Kicken. Auch Ralf Kinnius (UWG) sah diese gedanklichen Ansätze, bewertet sie jedoch anders: „Nach Abwägung gibt es in Spenge-Mitte nur eine Möglichkeit." Er sagte aber auch: „Das Verfahren ist nicht gut gelaufen. Wir erwarten demnächst eine frühzeitigere Beteiligung." Hans-Jürgen Fischer (SPD) erachtete „eine kurzfristige Bereitstellung von Kitaplätzen" als „sehr wichtig". „Wir sehen aber auch die Interessen der Anlieger, die Parkplatzsituation und die Verlegung des Bolzplatzes." Es gelte, abzuwägen. „Und da müssen wir uns fragen: Sind wir für Kitaplätze oder sind wir dagegen? Wir sind dafür."

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