Drechseln: Bei diesem alten Handwerk versucht sich Fabian (11 Jahre) unter Anleitung von Elmar Kämper. - © Foto: viktoria schmeding
Drechseln: Bei diesem alten Handwerk versucht sich Fabian (11 Jahre) unter Anleitung von Elmar Kämper. | © Foto: viktoria schmeding

Spenge Herbstmarkt an der Werburg lockt Besucher an

Viele Besucher interessieren sich für Drechseln, Klöppeln, Wollefärben und Spinnen

Clara taucht den langen Bindfaden nur für einen kurzen Moment in das heiße, gelbe Wachs und läuft um die aufgestellten Stöcke herum, damit der Wachs am Faden trocknet. Die Siebenjährige hat bereits aufgehört, die Runden zu zählen, die sie mit der sich abzeichnenden Kerze gelaufen ist. Ausdauer ist gefragt beim Kerzenziehen und auch auf die richtige Technik kommt es an. Das Werburger Herbstfest – es ist bereits eine kleine Tradition seit zwölf Jahren. Bei blauem Himmel und schönstem Sonnenschein konnten traditionelles Handwerk und bäuerliche Waren bestaunt werden. Es gab einen Markt für die ganze Familie mit Blumen, Kleidung & Co für die Großen und Mit-Mach-Aktionen für die Kleinen. „In diesem Jahr legen wir den Fokus auf alte Handarbeiten", erklärt Werner Best, Vorsitzender des Werburgvereins. „Ganz neu ist das museumspädagogische Angebot für Kinder mit Körbchen flechten, Filzen und Kerzen ziehen." „Ich bin ganz gespannt auf das Endprodukt" Das Körbchenflechten probieren Eveline und Marla Windmüller, Anja und Emily Fröhlich aus. „Mit den richtigen Tipps vom Profi und nachdem die ersten Runden mit voller Konzentration geschafft sind, ist das Flechten ins Blut übergangen", erläutert Eveline Windmüller freudig. „Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich die Körbe bereits jetzt, vor der Fertigstellung, aussehen. Ich bin ganz gespannt auf das Endprodukt." Alle drei Mitmachangebote finden großen Anklang bei den Besuchern. „Wir haben bereits Interessierte für einen Workshop im Körbchen flechten. Wenn sich insgesamt acht Interessierte bei mir in nächster Zeit melden, würden wir einen solchen Workshop veranstalten", so Museumspädagogin Sonja Voss. In gleichmäßigem Trettakt und mit behutsamer Fingerführung verspinnt Barbara Knost gelbe Wolle zu einem Faden. „Ich bin einfach nach Wolle süchtig", sagt Knost augenzwinkernd. „Wer viel strickt, interessiert sich auch für Wolle. Gleichzeitig ist Spinnen eine tolle Entspannung." Ein paar Schritte weiter geht Elmar Kämper einem jahrhundertealten Handwerk nach – dem Grünholzdrechseln. Dabei wird frisch geschlagenes Holz in Form gebracht. Auf der Werkbank wird das Stück Holz eingespannt und durch Tretbewegungen in Rotation gebracht. Mit einem Schnitzeisen bearbeitet Kämper das Holzstück. „Man kann auf diese Weise sehr viele verschiedene Dinge fertigen. Stuhlbeine, Spulen und Haushaltsgeräte wie der Kartoffelstampfer sind nur ein paar Beispiele", erklärt er. Fabian schaut Kämper interessiert zu und darf das Drechseln selbst ausprobieren. „Das hat Spaß gemacht. Es wird allerdings mit der Zeit anstrengend für das Bein", berichtet der Elfjährige anschließend. Erika Petring färbt am Torhaus Wolle mit Naturfarben. Aus einem Kessel holt sie die rot gefärbte Wolle heraus. In der Werburg klöppelt Andrea Biermann Gardinen für ihren alten Küchenschrank. Mit den Handbewegungen, Kreuzen und Drehen, entstehen unzählige Möglichkeiten, Klöppelmuster zu erzeugen. „Klöppeln ist eine tolle Art zu entspannen und den Gedanken freien Lauf zu lassen", beschreibt Biermann ihre Leidenschaft. Klöppelarbeiten finden nicht nur in Kleidung und Decken Verwendung, sondern auch in Fensterbildern, Schmuck und Dessous.

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