Feilt im Training an Details: Kirsten Habel reist mit einigen Accessoires wie  Twirling- und  Holz-Stab sowie  Federboa   zur EM der Majoretten in die Niederlande. - © Foto: Karin Wessler
Feilt im Training an Details: Kirsten Habel reist mit einigen Accessoires wie  Twirling- und  Holz-Stab sowie  Federboa   zur EM der Majoretten in die Niederlande. | © Foto: Karin Wessler

Spenge Spenger Majorette reist zur Europameisterschaft nach Holland

Mit einem Sieg bei den Deutschen Meisterschaften hat sich Kirsten Habel qualifiziert

Karin Wessler

Spenge. So langsam steigt das Lampenfieber. Bald wird Kirsten Habel aus Spenge zur Europameisterschaft der Majoretten nach Holland reisen. Sie ist eine von nur drei deutschen Teilnehmerinnen, die sich durch einen Sieg bei den Deutschen Meisterschaften für die Teilnahme qualifiziert haben. „Zwei Frauen aus Bocholt sind ebenfalls dabei", sagt die 27-Jährige, die die Twirling-Girls in Bardüttingdorf trainiert. Eine Chance, auf einem vorderen Platz zu landen, sei eher gering, bekennt sie. „Aber mir liegt viel daran, noch einmal dabei zu sein", betont die Tanzsportlerin. Kirsten Habel wird dabei in den Solo-Disziplinen starten. Als Accessoires hat sie den Twirling- und einen Holzstab, eine Federboa und einen Stuhl dabei. Ihr Kleid ist noch nicht ganz fertig. „Das muss noch mehr Glitter bekommen", meint sie. Viel Zeit, mit ihrem Auftritt die Jury zu überzeugen, wird sie nicht haben: „Der Auftritt dauert nur gut zwei Minuten." Aber sie möchte auch mit ihrem Kostüm, mit Frisur und Make Up sowie mit ihren Accessoires punkten. Ihr Thema lautet „Cabaret". Schon mehrmals an Meisterschaften teilgenommen „Die Teilnahme an der EM ist schon eine Herausforderung", betont Kirsten Habel. Sie hat bereits viele Erfahrungen sammeln können. Von Klein auf ist sie Majorette. „Damals habe ich in der Majoretten-Gruppe des Fanfarenkorps Lenzinghausen – heute Musikkorps – angefangen", erinnert sie sich noch gut. Mit dieser Truppe hat sie an einigen Deutschen Meisterschaften teilgenommen, vor 14 Jahren war sie auch schon einmal bei einer Europa-Meisterschaft dabei. „Damals sind wir aber im Team gestartet." Dieses Mal wird sie mit ihrer Solo-Darbietung die gesamte Hallenfläche von 38 mal 45 Metern für sich allein zur Verfügung haben. „Die muss ich dann irgendwie füllen", sagt sie. Das wird nicht leicht. „Es ist schon eine große Umstellung: Wir haben ja nur die kleine Sporthalle an der Grundschule zur Verfügung und können nicht in einer entsprechend großen Halle trainieren." Das mache schon einen merklichen Unterschied. Die Wettkampf-Halle müsse eine gewisse Mindestgröße haben. „Da treten dann ja auch größere Gruppen mit 30 oder 40 Leuten auf. Die brauchen Platz." Hilfe habe sie sich aus dem nahen Georgsmarienhütte geholt. „Ich habe guten Kontakt zu einer Jurorin, die dort lebt. Sie hat mir schon viele gute Tipps für meine Choreographie gegeben", berichtet Kirsten Habel. „Ich habe mit ihr trainieren können, das hat mir sehr geholfen." Feedback und gute Tipps von einer Jurorin Außerdem nehme ihre Mutter während des Trainings Videos von ihrer Choreographie auf. „Die Videos schicke ich dann an sie weiter und bekomme anschließend ein Feedback." Darauf könne sie sich verlassen. Die Jurorin habe Europameisterschafts- und auch Weltmeisterschaftserfahrung. „Sie kennt also die Anforderungen und sie weiß, vorauf es ankommt." Das gehe mit Tipps für das richtige Make Up los, sagt Habel. „Da darf ich ruhig ein weniger dicker auftragen, das wird sogar verlangt!" Sie habe auch gelernt, während der Vorführung das Gesicht zu heben und ins Publikum zu schauen. „Denn ich tanze ja für die Zuschauer. Die sollte ich ansehen. Mit erhobenem Kopf hat man eine ganz andere Haltung", sagt sie. „Während der Wettbewerbe an vier Tagen wird ganz schön was los sein", so ihre Erwartung. Der Austragungsort ist eine Halle in der Stadt Almere. „Da passen über 1.000 Zuschauer hinein", hat Kirsten Habel erfahren. Und die werden, so ihre Einschätzung, sicherlich lautstark für gute Stimmung sorgen.

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