Spenge Spenger Hinrich Paul feiert musikalisches Jubiläum

Ein Leben für die Kirchenmusik: Seit 25 Jahren spielt er die Orgel

Karin Wessler

Spenge-Wallenbrück. Sein 25. Jubiläum als Kirchenmusiker feiert Hinrich Paul, der Organist an der Marienkirche Wallenbrück und Leiter des Kirchenchores ist. Musik habe für ihn schon von Kindesbeinen an eine besondere Rolle gespielt. „Das Jubiläum ist für mich Anlass für einen dankbaren Rückblick", bekennt der 71-Jährige. Das Spiel des Kircheninstrumentes begeistert ihn nach wie vor. „Ich kann an der Orgel alle Gefühle ausdrücken. Ich habe gelernt, auf die Musik als Glaubensbekenntnis und als Verkündigung zu hören", sagt er. Erinnerungen an die Kindheit: Die Musik hatte einen hohen Stellenwert in seiner Familie. „Meine Eltern sangen täglich mit mir und meinen fünf Brüdern, Kirchenlieder und Volkslieder", blickt Hinrich Paul zurück. Mit 13 Jahren schon Kirchenorgel gespielt „Meine Mutter sorgte dafür, dass ich trotz der knappen Zeit mit acht Jahren Klavierunterricht bekam." Als der dortige Organist in Pauls Heimat Lindholm in Nordfriesland im Jahr 1959 nach dessen Pensionierung auf die Heimatinsel zurück gekehrt sei, habe Paul mit 13 Jahren die Aufgabe bekommen, die Orgel im Gottesdienst zu spielen. „Zuerst nur mit den Händen – denn meine Beine reichten damals noch nicht zu den Pedalen, und die Orgelbank war nicht verstellbar", erinnert er sich noch gut. „Später bekam ich Orgelunterricht und machte mit 18 Jahren die Kleine Kirchenmusiker-Prüfung, die C-Prüfung", sagt er. „Schon seit dieser Zeit begeistert mich vor allem die Musik von Bach", betont Hinrich Paul. Gesprächskonzerte fanden Anklang Während des Studiums und der ersten Berufsjahre habe er keine Stelle als Kirchenmusiker gehabt. „Erst 1992 wurde ich dann Organist an der Erlöser-Kirche in Bielefeld-Sudbrack. Dort gab ich auch Gesprächskonzerte mit Hinweisen zu der musikalischen Sprache der jeweiligen Werke." Dabei hätten die Zuhörer Gelegenheit gehabt, sich über ihre Wahrnehmung der Musik auszutauschen. „Viele Orgelwerke können nämlich nicht nur unmittelbar das Gefühl ansprechen, sondern auch Verstand und Vernunft. Dann erschließt sich oft eine wichtige Glaubensbotschaft", betont der Kirchenmusiker. „Im Jahr 2004 war in Wallenbrück eine halbe Organistenstelle frei geworden, die bis dahin Martina Böske gehabt hatte. Ein paar Monate später ist dann auch die andere halbe Stelle von Frauke Sonntag frei geworden. So wurde ich Organist in der Marienkirche und 2011 auch Chorleiter", berichtet Hinrich Paul. Einsatz für Sanierung der historischen Orgel 2008 habe er dann festgestellt, dass Pfeifen der historische Orgel nicht mehr richtig ansprachen. „Ein Orgelbauer untersuchte das Instrument und fand Löcher, die vom Bleifraß verursacht worden waren", erinnert er sich. „Seitdem setze ich mich für die Restaurierung und Rekonstruktion der historischen Orgel ein." Anlässlich des 350. Jubiläums der Orgel im Jahr 2009 fanden monatlich insgesamt zwölf Konzerte statt, die viel Anklang fanden. Dabei wurden Spenden für die historische Orgel gesammelt. „Und die Musiker verzichteten auf Honorar." Dieses große Engagement habe ihn darin bestärkt, auf diesem Weg weiter zu gehen. „Mittlerweile haben insgesamt 36 Benefiz-Konzerte stattgefunden." Noch kein Nachfolger in Sicht 2016 wurde dann die Orgel im Nordschiff der Marienkirche eingeweiht. „Es ist die Orgel von 1976, im neuen Gehäuse und mit neuen Pfeifen als Ersatz für die historischen, beschädigten Pfeifen." Paul betont: „Ich spiele gerne an der Orgel im Nordschiff und freue mich besonders über die neuen Möglichkeiten, die durch den neuen Standort entstanden sind: Doppelchörige Werke, in denen der Posaunenchor den einen, Chor und die Orgel den anderen spielt, klingen sehr festlich und haben schon mehrmals die Hörer begeistert." Er habe an der Orgel einige Male den Kirchenchor begleitet, was seit 1976 wegen der Verkleinerung der Westempore nicht mehr möglich war. „Auch das Musizieren mit anderen Instrumenten ist nun eher möglich. Das Wichtigste ist aber der Gesang der Gemeinde, der mit Orgelbegleitung besonders schön klingt." An Ruhestand denkt der 71-Jährige noch nicht ernsthaft. „Es ist noch kein Nachfolger in Sicht."

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