Mara (vorn), Maxim (l.) und Till fühlen sich bei Mascha Prieske (2.v.l.) wohl. Das sahen gestern Kreisdezernent Norbert Burmann und die stellvertretende Spenger Bürgermeisterin Anne Beckmann. Sie erlebten, wie prima die drei U3-Kinder hier aufgehoben sind. - © Andreas Sundermeier
Mara (vorn), Maxim (l.) und Till fühlen sich bei Mascha Prieske (2.v.l.) wohl. Das sahen gestern Kreisdezernent Norbert Burmann und die stellvertretende Spenger Bürgermeisterin Anne Beckmann. Sie erlebten, wie prima die drei U3-Kinder hier aufgehoben sind. | © Andreas Sundermeier

Spenge Kreis sucht Plätze für Kinder

Tageseltern: Spengerin Mascha Prieske betreut bald vier Kinder. Interessenten sollten sich bei AWO oder Jugendamt melden und über viel „Herz, Geduld und Organisation“ verfügen

Andreas Sundermeier

Spenge. Die Botschaft ist eine klare: „Wir suchen verstärkt Tageseltern. Gerade auch in Spenge". Das sagte Kreisdezernent Norbert Burmann. Zusammen mit Kirsten Küppers, beim Kreis zuständig für Jugend und Familie, besuchte er gestern Mascha Prieske; eine von zwei Tagemüttern in Spenge. Dort machten sie zusammen mit der stellvertretenden Bürgermeisterin Annegret Beckmann klar: Die Zahl der Kinder im Altern zwischen null und sechs Jahren steigt im Gesamten Kreis; aber besonders deutlich in Spenge. Der Grund dafür: In Spenge ist die Zahl der Neugeborenen konstant gestiegen und es gibt zahlreiche Zuzüge aus dem Umland zu verzeichnen. Die Folge: Gerade Unter-Dreijährige finden keinen Platz. Gerade hier können Tagesmütter oder -väter helfen. Die Qualifikationen sind offensichtlich: „Man muss Herz und Geduld haben. Und viel organisieren", sagt Prieske. Die 38-jährige zweifache Mutter – die ihre Kinder übrigens nicht in der eigenen Tageskinder-Gruppe betreut – hat in der Elternzeit eine sinnvolle Beschäftigung gesucht. Große Flexibilität Sie meldete sich beim Kreisjugendamt, absolvierte dann einen halbjährlichen Kursus bei der Arbeiterwohlfahrt in der Moorwiese, und dann prüfte der Soziale Dienst im Auftrag des Jugendamtes die Räumlichkeiten, die Fachberatung der AWO kam und natürlich erbrachte Prieske einen Nachweis beim Gesundheitsamt. Zudem verlangt das Jugendamt für alle im Haushalt lebenden Über-18-Jährigen eine polizeiliches Führungszeugnis. Seit Oktober vergangenen Jahres ist Mascha Prieske Tagesmutter. Sie bekommt als Selbstständige pro Kind und Stunde 5,40 Euro. Maximal fünf Kinder darf sie parallel betreuen. Derzeit kümmert sie sich mit Mara, Maxim und Till um drei Kinder, bald kommt Pia dazu. Drei Kinder werden 35 Stunden je Woche, eines 25 Stunden betreut. Wertvolle Arbeit „Gerade die Flexibilität macht die Arbeit der Tageseltern so wertvoll", erläutert Norbert Burmann. Prieske hat sofort ein Beispiel parat: Das Kind einer Freundin, die als Krankenschwester arbeitet, werde von einer Tagesmutter auch nachts betreut. Die Situation in Spenge beleuchtete Annegret Beckmann: In der Stadt fehlen Plätze für Unter-Dreijährige. Auch wenn im August 2018 der dann neu gebaute Kindergarten in Spenge-Mitte fertig sein werde, bleibe das so. Dessen Trägerschaft entscheide sich laut Burmann am morgigen Mittwoch in der Kreisausschuss-Sitzung. Beckmann geht aber davon aus, dass die Situation sich nicht so schnell entspannen werde. Sie sagt aber auch: „Besonders froh sind wir, dass auch alle Flüchtlingskinder, die den Anspruch besitzen, einen Betreuungsplatz gefunden haben. Übrigens ohne, dass sie anderen Kindern einen Platz weggenommen haben."

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