Die rotierenden Hack-Räder reißen fast ausschließlich das Unkraut heraus und lockern die Oberfläche auf. Dem bereits wachsenden Dinkel tut das gut. - © Karin Wessler
Die rotierenden Hack-Räder reißen fast ausschließlich das Unkraut heraus und lockern die Oberfläche auf. Dem bereits wachsenden Dinkel tut das gut. | © Karin Wessler

Spenge Landwirt aus Spenge ackert im Einklang mit der Natur

Ökologische Landwirtschaft: Heinrich-Hermann Beckhoff setzt beim Ackerbau auf neue technische Entwicklungen

Karin Wessler

Spenge/Hücker-Aschen. Es sind zwei Dinge, die sich gut vertragen: Technik und ökologische Landwirtschaft. Heinrich-Hermann Beckhoff setzt dabei auf neue technische Entwicklungen. Im Frühjahr hat er – zusammen mit dem Landwirt Marco Wilkening in Melle – eine Rotorhacke angeschafft. „Das war die beste Investition seit langem", berichtet er begeistert. Mit diesem Gerät können beide nun ihre Äcker gründlich von Unkraut befreien. „Die Maschine habe ich erstmals im Frühjahr eingesetzt, und sie hat sich schon bewährt", unterstreicht er. Im Jahr 1981 ist der Landwirt zum ökologischen Anbau übergegangen. „Das war damals noch etwas Besonderes." Seither düngt er die Früchte seiner Felder nur mit natürlichen Nährstoffen, chemische Unkrautbekämpfung ist tabu. „Da ist die Unkrautbekämpfung oft schwierig", berichtet er. Bei einem Besuch in Kanada entdeckte er dann die Rotorhacke. Die hatte es ihm sofort angetan. „Damit kann der Landwirt auch Äcker mit empfindlicheren Pflanzen von Unkraut reinigen", erfuhr er damals in dem großen nordamerikanischen Land. In Österreich fündig geworden „Aber es ist ja schwierig, so ein Gerät hierher zu schaffen." Schließlich wurde er in Europa fündig: In Österreich stieß er dieses Gerät, das von dem dortigen Landmaschinen-Hersteller noch weiter entwickelt und verfeinert worden war. „Die rotierenden Hack-Sterne sind bei diesem Gerät einzeln auszuwechseln wie andere Verschleißteile auch." Das sei von Vorteil, so dass bei einem Schaden nicht gleich sofort größere und kostspielige Teile ausgewechselt werden müssten. Da die Rotorhacke eine Arbeitsbreite von immerhin sechs Metern habe, könne er die Arbeiten recht zügig erledigen. „Wenn ich auf der Straße unterwegs bin, kann ich die Seitenteile hochklappen. Dann ist das Gerät nur noch drei Meter breit", erklärt der Landwirt. Die Rotorhacke habe ein Gewicht von rund zwei Tonnen. Auf seinem Hof in Hücker-Aschen hat er schon immer gern an seinen Landmaschinen und Geräten herum gebastelt und viel getüftelt. So hat er etwa einen sogenannten Striegel für seine Erfordernisse weiter entwickelt und umgebaut. „Damit kann ich auf meinem Kartoffelacker die kleinen Unkrautpflanzen aus der oberen Bodenschicht heraus kratzen, die vertrocknen und sterben dann ab." Wenn er damit den Acker bearbeite, sei das fast wie eine Düngung. „Dann kommt viel Luft in den Boden." Die Kartoffeln werden aber nicht mal angekratzt und können gedeihen. „Das ist reine Bodenpflege, die Ackerkrume ist danach ganz locker", erläutert auch Ehefrau Elisabeth. „Da sind Regenwürmer und viele andere Organismen, die wichtig dafür sind, dass der Boden funktioniert", weiß die frühere Biologielehrerin. Bei Bio-Landwirten schwanken die Erträge ohnehin stärker als beim konventionellen Anbau, so Heinrich-Hermann Beckhoff. „Bei Kartoffeln kann es Schwankungen von 70 bis 400 Doppelzentner pro Hektar geben." Das Wetter sei wichtig, davon hänge vieles ab.

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