Eckhardt Nierste (links) und Hansi Schöpe sangen "Richtung Freiheit" von der bekannten Band "Santiano". - © STEFANIE BOSS
Eckhardt Nierste (links) und Hansi Schöpe sangen "Richtung Freiheit" von der bekannten Band "Santiano". | © STEFANIE BOSS

Spenge "Binnenschiffer" sangen Shantys in Spenge

Musikalische Reise in ferne Länder: Chor begeisterte die 300 Zuhörer

Stefanie Boss

Spenge. Zu einer etwa dreistündigen Reise über die Weltmeere brach der Shanty-Chor „Die Binnenschiffer“ mit seinem Publikum am Sonntag in der Spenger Stadthalle auf. Dabei stimmten die Sänger schon auf ihre Jubiläumskonzerte zum 25-jährigen Bestehen im September ein. Die musikalische Reise unter dem Motto „Es lockt die Ferne“ startete mit dem „Hamburger Veermaster“ in Norddeutschland und ging von dort aus über Großbritannien und Amerika bis hin zu exotischen Zielen wie Madagaskar, Kap Hoorn und Hongkong. „Diese beliebten Lieder über Ziele in aller Welt haben wir sonst im Mittelblock gesungen, dieses Mal haben wir ein ganzes Konzert daraus gemacht“, sagte Rolf Siekmann, Pressesprecher und Solist bei den „Binnenschiffern“. Dabei präsentierten die Sänger nicht nur klassische Shantys, „sondern alles, was irgendwie maritim ist“. Viele der Stücke hatten die „Binnenschiffer“ bereits auf Konzerten der vergangenen 25 Jahre gesungen. „Wir lassen diese Zeit also Revue passieren“, so Rolf Siekmann, der mit Chorleiter Friedel Stockhecke durchs Programm führte. Aber auch neue Bearbeitungen gaben die Sänger zum Besten, wie die „Kleine weiße Möwe“ und die „Blaue Nacht“. Für drei Stücke des zweiten Konzertteils hatten die Binnenschiffer musikalische Gäste eingeladen: Die Pipe-Band „Triple Scotch“, die mit lauten Dudelsack-Klängen und Trommel-Rhythmen in den Saal einzogen. „Die Band hat vor vielen Jahren mal bei einem Konzert in Hiddenhausen mitgewirkt“, berichtete Friedel Stockhecke „und wir haben sie jetzt wieder angesprochen, obwohl diese Musik auf den ersten Blick nicht zu Shantys passt“. Auf den zweiten aber durchaus: Neben einem Instrumental-Stück begleitete „Triple Scotch“ die „Binnenschiffer“ beim „Mingulay Boat Song“ über eine Hebriden-Insel und bei „Fernweh“, das angelehnt ist an „Amazing Grace“, so dass sich die Dudelsäcke thematisch und auch musikalisch sehr gut einfügten. Bei den anderen Liedern wurden die „Binnenschiffer“ wie immer begleitet von der „Sailor-Band“. Auch die Bühne war gewohnt liebevoll gestaltet: Mit Holzkisten, Fässern und Tauen hatten die Sänger eine maritime Atmosphäre geschaffen, dieses Mal ergänzt von einem leinwandgroßen Bild der Gorch Fock im Hintergrund. Die rund 300 Besucher in der Spenger Stadthalle waren wie immer bei „Binnenschiffer“-Konzerten begeistert und spendeten langanhaltenden Applaus. So wie Karin Kuhlmann aus Spenge: „Das Programm ist immer sehr schön, Friedel Stockhecke lässt sich immer etwas Besonderes einfallen. Mein Mann und ich sind bei jedem Konzert dabei.“ Der guten Stimmung tat auch die Anordnung der Stühle keinen Abbruch, die erstmals nicht in Reihen, sondern an Tischen standen. „Das wollten wir erst nicht, wurden aber angenehm überrascht, dass das Publikum unseren Vorträgen wie im Konzertsaal trotzdem die volle Aufmerksamkeit gab“, freute sich Rolf Siekmann.

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