Ein Traum wird wahr: Der TuS-Vorsitzende Horst Brinkmann herzt Dennis Mathews nach dem Pokalsieg gegen Waldbüttelbrunn. Der hat Tochter Malia auf dem Arm. Christoph Harbert (Nr. 9), Marcel Ortjohann (im Hintergrund) und Jakob Röttger (r.) sind ebenfalls allerbester Laune. - © Eva-Lotte Heine
Ein Traum wird wahr: Der TuS-Vorsitzende Horst Brinkmann herzt Dennis Mathews nach dem Pokalsieg gegen Waldbüttelbrunn. Der hat Tochter Malia auf dem Arm. Christoph Harbert (Nr. 9), Marcel Ortjohann (im Hintergrund) und Jakob Röttger (r.) sind ebenfalls allerbester Laune. | © Eva-Lotte Heine

Spenge Hamburg! Spenger Handballer sind dabei

Holtmann-Truppe setzt sich im Halbfinale der Deutschen Amateur-Pokalmeisterschaft gegen die DJK Waldbüttelbrunn mit 30:23 durch und spielt nun am 9. April im Rahmen des Final Four-Turniers

Dirk Kröger

Spenge. Der Jubel wollte gar nicht wieder aufhören. Konfetti-Kanonen sorgten für eine bunte Sporthalle, Freudengesänge tönten durch Spenge. Und die Spieler hatten sich kurz vorher umgezogen, trugen nun Final-Hemden. Ja, so ist das wohl, wenn ein Traum wahr wird. Dann wird eben gefeiert. Und die Feierlichkeiten sollen sich noch recht lange hingezogen haben. Möglich wurden diese Szenen durch einen voraus gegangenen 30:23 (16:11)-Sieg vor 517 zahlenden Zuschauern gegen die DJK Waldbüttelbrunn. Damit hatte Oberligist TuS Spenge das Halbfinale der Deutschen Amateur-Pokalmeisterschaft erfolgreich überstanden und darf sich nun auf das Endspiel am 9. April in der Hamburger Barclaycard-Arena freuen, wo die Spenger im Rahmen des "Final Four"-Turniers dann vor einer sicherlich enorm großen Zuschauerkulisse um den Pokalsieg spielen werden. "Eigentlich lag bei uns ja der Fokus auf der Meisterschaft. Aber nach zwei Jahren im Pokalwettbewerb haben wir es jetzt endlich geschafft, jetzt wollen wir auch den Pokal gewinnen!", freute such Mittelmann Lasse Bracksiek über den Triumph seiner Mannschaft. "Die konnten uns nie gefährlich werden!", beurteilte Bracksiek die Mannschaft des bayrischen Pokalsiegers. Und da wollte ihm niemand widersprechen. "Wir wussten, dass Spenge mit einer 3:2:1-Deckung spielen würde", sagte Gästetrainer Dusan Suchy nach der Partie, "aber wir haben keine Mittel dagegen gefunden." Eigentlich reicht diese Aussage als Analyse eines im Grunde genommen einseitigen Pokalspiels, das aber auch durch die knapp 100 mitgereisten lautstarken Gästefans bestimmt wurde. Die fränkischen Handballfans feuerten ihr Team auch noch an, als das Spiel längst verloren war. Und das war sehr früh der Fall. Diese Deckung der Spenger - die funktionierte wirklich einfach phantastisch. Immer wieder stibitzte Gordon Gräfe als vorgezogener Spieler Bälle, leitete Gegenstöße ein. Und wenn er das nicht tat, dann war da ja Bastin Räber im Tor, der mit seinen Paraden einmal mehr überzeugte. 3:0 hieß es dank der bärenstarken Spenger Abwehr nach fünf Minuten, 6:1 nach zwölf. Die Gäste mussten ihre erste Auszeit nehmen, die aber nicht den gewünschten Erfolg hatte. Die Gastgeber fingen weiter Bälle ab und trafen vorn von allen Positionen, selbst ihre erste Unterzahl beendeten sie mit einem 2:1. Und so konnte Waldbüttelbrunn viel versuchen - der Rückstand der DJK schrumpfte einfach nicht. 16:11 zur Pause. Die Entscheidung? Viele Fans waren sich nicht sicher, denn wirklich schlecht spielten die Gäste nicht. Waldbüttelbrunn deckte nun offensiver, Waldbüttelbrunn nahm bei eigenem Ballbesitz den Torwart aus dem Spiel, um dann mit sieben Feldspielern anzugreifen. Der Erfolg? Gleich null! Die TuS-Deckung stand weiterhin perfekt und die Sache mit dem ausgewechselten Torwart erwies sich für die Gäste sogar als Bumerang, denn nun trug sich sogar Keeper Bastian Räber mit gehaltenen Bällen und Würfen über das gesamte Spielfeld zweimal in die Torschützenliste ein. Alle feierten, sangen, tranken das eine oder andere Bier. Alle? Nein - da war ja noch Heiko Holtmann, der Trainer. Ob er sich denn am Sonntag den Finalgegner ansehen wolle, wird er gefragt. "Nein", lautet seine Antwort, "am Sonntag gucke ich mir Hamm II an, um die Mannschaft am Montag auf diesen Gegner vorzubereiten." Ach ja: Spenge holt am Mittwoch noch das Meisterschaftsspiel nach. Und will auch das gewinnen. Im Pokal geht’s immer weiter Das Ziel war klar und eindeutig: Der TuS Spenge wollte mit einem Sieg über Waldbüttelbrunn zum Endspiel im Amateur-Pokal nach Hamburg. Und dieses Ziel wurde souverän erreicht. „Jetzt wollen wir da aber auch gewinnen!", schickte Mittelmann Lasse Bracksiek gleich hinterher.Was viele in Spenge nicht wussten: Mit dem Erreichen des Finals am 9. April ist für den Oberligisten im Pokalwettbewerb noch nicht Schluss, denn beide Endspielteilnehmer des Amateur-Wettbewerbs qualifizierten sich auch für den DHB-Pokal der kommenden Saison. Dessen erste Runde wird im August in Turnierform ausgespielt, wobei insgesamt vier Mannschaften im Normalfall am Samstag die beiden Halbfinals und die Sieger am Sonntag dann das Gruppen-Endspiel bestreiten. Mit dabei sind dann auch alle Vertreter aus 1., 2. und 3. Liga. Kreispokal, Westfalenpokal, Amateur-Pokal, DHB-Pokal – diese Kette scheint für Spenge gar kein Ende zu nehmen, zumal die Mannschaft sich als Kreispokalsieger ja auch schon wieder für den Westfalenpokal der kommenden Saison qualifiziert hat. Ob der TuS daran allerdings teilnimmt, ist noch offen. Es gibt Einiges, was dagegen spricht – unter anderem die enorme Belastung der Mannschaft und die Tatsache, dass der Westfalenpokal sich in dieser Saison bereits als finanzielles Zusatzgeschäft erwiesen hat.

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