Michael Gießel (v.l.), Tim Tegelhütter, Melanie Scheer und Lars Scheer unterstützen ab sofort als neues PSU-Team ihre Kameraden. Hermann Rottmann (2.v.r.) und Dirk Thoeren (r.) überreichten ihnen den PSU-Schriftzug für die Jacke und Einsatztaschen. - © Foto: Jeannine Gehle
Michael Gießel (v.l.), Tim Tegelhütter, Melanie Scheer und Lars Scheer unterstützen ab sofort als neues PSU-Team ihre Kameraden. Hermann Rottmann (2.v.r.) und Dirk Thoeren (r.) überreichten ihnen den PSU-Schriftzug für die Jacke und Einsatztaschen. | © Foto: Jeannine Gehle

Spenge Psychosoziale Unterstützung für Feuerwehrleute

Hilfe für die Helfer: Belastende Situationen stressen die Feuerwehrleute

Jeannine Gehle

Spenge (jg). Blitzschnell bereit sein und dann mit Blaulicht zu einem Brand oder Verkehrsunfall, wo es oft um Menschenleben geht: Der Stress und die Situation bei einem Einsatz hinterlassen nicht nur bei den Betroffenen Spuren, sondern auch bei den Einsatzkräften der Feuerwehr. Deshalb steht allen Löschgruppen der Feuerwehr Spenge ab sofort eine psychosoziale Unterstützung, das PSU-Team, zur Seite. In einem 16-stündigen Ausbildungskurs lernten Katrina Meyer, Melanie Scheer, Michael Bartl, Michael Gießel, Tim Tegelhütter und Lars Scheer in Theorie, Praxis und Rollenspielen, wie Menschen in Stresssituationen reagieren, um ihre Kameradinnen und Kameraden in psychisch belastenden Situationen unterstützen zu können. „Das können Einsätze sein, aber auch Stress in der Löschgruppe oder zu Hause“, erklärte Ausbilder Hermann Rottmann von der PSU der Feuerwehr Bielefeld. Das alles wirke sich auf anderes aus und mache den Betroffenen empfindlicher für Einsatzsituationen. Nicht nur bei Einsätzen stehen die sechs Helfer bereit, sondern auch vorher, indem sie durch die Löschgruppen gehen und ihre Kameraden auf belastenden Situationen vorbereiten und zur Nachsorge. „Manche Situationen berühren einen so stark, dass sie einen bis in die Träume verfolgen“, weiß Hermann Rottmann. Eine solche Situation erlebte Michael Gießel gleich bei seinem ersten Einsatz. „Da gab es zwei Verkehrstote und meine Kollegen haben anschließend erst mal Schluck mit mir getrunken. Das würde ich jetzt nicht mehr so machen“, erinnerte er sich. Seine Kollegin Melanie Scheer war sofort Feuer und Flamme für das PSU-Team. „Das war eine Lücke, die geschlossen werden musste“, sagte sie. „Ich finde es wichtig, dass es die Gruppe gibt. Man kann sich nicht auf solche Situationen vorbereiten.“ Viele der Einsatzkräfte tun sich schwer damit zuzugeben, dass ihnen die Bilder von schweren Verkehrsunfällen oder Bränden noch nachhängen oder sie anderweitig psychisch angegriffen sind, weiß der stellvertretende Leiter der Spenger Feuerwehr Dirk Thoeren: „Das Gespräch zu eröffnen ist oft schwierig.“ Die Betroffenen müssen das Gefühl haben, nicht alleine mit der Situation zu sein, betonte Hermann Rottmann: „Das zu spüren ist wichtig und der erste Schritt in eine positive Richtung.“

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