Gesprächsrunde: Einmal im Monat trifft sich die Frauengruppe im Spenger Bürgerzentrum. Gründerin Rosy Kiefer-Hessedenz (rechts) bereitet die Themen vor, über die die Frauen dann gemeinschaftlich diskutieren. - © Stefanie Boss
Gesprächsrunde: Einmal im Monat trifft sich die Frauengruppe im Spenger Bürgerzentrum. Gründerin Rosy Kiefer-Hessedenz (rechts) bereitet die Themen vor, über die die Frauen dann gemeinschaftlich diskutieren. | © Stefanie Boss

Spenge Frauen diskutieren aktuelle Themen

AWO-Gesprächskreis: Monatliche Treffen im Bürgerzentrum gut besucht

Stefanie Boss

Spenge. Der Tisch ist einladend dekoriert: Blumen, Kerzen, herbstliche Blätter und Früchte schmücken ihn. Um ihn herum sitzen 18 Frauen - bei Kaffee, Saft und auch dem ein oder anderen Gläschen Sekt. Einmal im Monat kommen sie zusammen, um zu reden, sich auszutauschen, zu diskutieren. Auch am vergangenen Freitag traf sich der Frauengesprächskreis "Impulse" der AWO im Spenger Bürgerzentrum. An diesem Nachmittag ging es um das Thema "Einsamkeit". Rosy Kiefer-Hessedenz, die Gründerin der Gruppe, hat das Thema vorbereitet. Zunächst bittet sie die Frauen, zusammenzutragen, was sie damit verbinden. Wann kann Einsamkeit auftreten? Nach einem Todesfall, einer Scheidung, durch Krankheit beispielsweise. Was fühlt man in dieser Situation? Etwa Stille, Traurigkeit, Sorge. Die Frauen kommen schnell ins Gespräch, die Diskussion beginnt, alle sind angeregt dabei, einige beteiligen sich mehr, andere weniger. Zwischendurch wird es auch mal still, die Teilnehmerinnen gehen ihren Gedanken nach. Rosy Kiefer-Hessedenz nutzt diese Pausen, wissenschaftliche Beiträge, Statistiken und Zitate zum Thema beizutragen. Im Internet hat sie gründlich recherchiert und viel Wissenswertes und Interessantes zusammengetragen. Die Frauen besprechen nun die Wege aus der Einsamkeit. Einige berichten von Sonntagen, die lang werden und an denen es schwer ist, allein vor die Tür zu gehen. Sie werden von anderen aus der Gruppe aufgefordert, in solchen Momenten doch einfach mal anzurufen, mit den Frauen, denen es ähnlich geht, etwas auf die Beine zustellen und so bekommen die Teilnehmerinnen tatsächlich Impulse für ihren Alltag. Auch andere Themen werden behandelt. Der Umgang von Frauen untereinander zum Beispiel, Urteile und Vorurteile, Verantwortung und Nein sagen, Pflege im Alter. Aber auch gemeinsame Ausflüge und Unternehmungen stehen auf dem Programm. Ins Leben gerufen wurde die Gruppe im Jahr 2014 von Rosy Kiefer-Hessedenz. "Das war im März nach dem Frauenkulturfest. Ich war damals gerade in Pension gegangen und dachte, irgendwas muss ich noch tun", berichtet die Gründerin. "In der AWO war ich schon länger tätig und Frauenarbeit war auch schon immer mein Thema", erklärte sie, wie die Idee zum Frauengesprächskreis entstanden ist. "Auf dem Fest habe ich dann Frauen angesprochen, ob sie mitmachen möchten." 20 Frauen gehören momentan zu der Gruppe "Impulse", fast alles Seniorinnen, obwohl auch jüngere Frauen eingeladen sind, mitzudiskutieren. "Wir haben sogar eine Syrerin dabei, die geflüchtet ist und durch die Teilnahme ihre Deutschkenntnisse verbessern und sich integrieren möchte", sagt Rosy Kiefer-Hessedenz. "Das finde ich einfach toll." Doch auch die anderen Frauen sind gerne dabei: "Hier wird über Themen gesprochen, die uns interessieren", betont Inge Salmann, die fast von Anfang an dabei ist. Helga Brinkhoff ergänzt: "Die Gemeinsamkeit ist einfach schön. Und in der Diskussion ist auch noch nie ein böses Wort gefallen." Rosy Kiefer-Hessedenz findet ebenfalls, "die Stimmung bei uns ist immer gut". Was Anneliese Schleff am besten gefällt: "Aus der Gruppe heraus sind auch schon einige Freundschaften entstanden."

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