Gutes Team: Hans-Peter Tietze, Nora, Werner Best, Bürgermeister Bernd Dumcke und Wolf-Dieter Fißenebert (v. l.) eröffneten das neue Museum im Werburger Herrenhaus, indem sie das rote Band vorm Eingang durchschnitten. - © Mareike Patock
Gutes Team: Hans-Peter Tietze, Nora, Werner Best, Bürgermeister Bernd Dumcke und Wolf-Dieter Fißenebert (v. l.) eröffneten das neue Museum im Werburger Herrenhaus, indem sie das rote Band vorm Eingang durchschnitten. | © Mareike Patock

Spenge Werburg-Museum feierlich eröffnet

Im Herrenhaus können Besucher die Barockzeit erleben

Mareike Patock

Spenge. Ein schneller Scherenschnitt und der Weg zurück in die Vergangenheit war frei: Bürgermeister Bernd Dumcke und der Vorsitzende des Spenger Werburg-Vereins, Werner Best, haben am Freitagnachmittag das neue Museum im Herrenhaus offiziell eröffnet - und gemeinsam das rote Band am Eingang durchschnitten. Vorangegangen war eine Feierstunde in der Werburger Scheune, zu der viele geladene Gäste aus Gesellschaft und Politik gekommen waren. Darunter waren auch Vertreter jener Stiftungen und Organisationen, die die Sanierung des Herrenhauses und die Einrichtung des Museums finanziell unterstützt und das Projekt dadurch möglich gemacht hatten. "Das ist ein besonderer Tag für Spenge", sagte Dumcke in seinem Grußwort. Es sei noch nicht allzu lange her, da habe sich das Herrenhaus "windschief und sanierungsbedürftig" präsentiert. "Da wurden in Spenge sogar Stimmen laut, die den Abriss als einzig richtigen Weg sahen." Doch dann sei Werner Best Vorsitzender des Werburg-Vereins geworden. Viele Sponsoren ermöglichen das Projekt Für Spenge und das Herrenhaus sei das ein Glücksfall gewesen. Denn er habe sich für den Erhalt des Herrenhauses stark gemacht. "Und er hat immer mit unerschütterlicher Zuversicht für seine Herzensangelegenheit geworben und viele mit dem Werburg-Virus infiziert." Aus Bests Vision sei schon bald ein konkretes Ziel geworden. Ihm dankte Bernd Dumcke darum besonders - ebenso wie Bests Vorstands-Kollegen vom Werburg-Verein. "Ohne ihre Hartnäckigkeit gäbe es die heutige Feierstunde nicht." Dank zollte Dumcke aber auch den vielen Sponsoren, die das Projekt finanziell unterstützt hatten. Ebenso wie dem Stadtrat, der trotz finanziell schwieriger Zeiten Geld für das Projekt in den Haushalt eingestellt habe. "Mit dem heutigen Tag geht ein langer Weg zu Ende", sagte Werner Best. Aus der Werburg, die früher ein "Aschenputtel" gewesen sei, sei eine Prinzessin geworden. "Wir haben das Märchen wahr werden lassen." Dafür dankte er besonders auch der Stadt Spenge. "Einen besseren Partner hätte ich mir bei der Umsetzung dieses Projekts nicht vorstellen können." Politprominenz lobt das Museum Viel Lob hatte er aber auch für die Büros Hähnel-Bökens und Julia Gautier, die die Ausgestaltung des Museums übernommen hatten. Ziel sei es gewesen, dass die Einrichtung Kinder und Erwachsene gleichermaßen anspricht. Und dieser "Spagat" sei den beiden Büros "in außergewöhnlicher Weise gelungen". Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl nannte das Museum "eine Bereicherung für die Stadt Spenge". Auch Ute Röder von der NRW-Stiftung fand die Ausstellung "wirklich gelungen": "Ich bin voll begeistert." Peter Becker (Sparkassen-Stiftung Herford) betonte, er habe "großen Respekt vor der Leistung", die Werburg-Verein und Stadt erbracht hätten. Es komme nicht mehr oft vor, dass ein neues Museum gegründet werde, sagte Ulrike Gilhaus vom LWL-Museumsamt. "Für Ihren Mut und ihren Einsatz bewundere ich Sie darum - denn wir brauchen solche Fenster in die Vergangenheit." Eine erste Runde durch das Museum Im Anschluss an die Feierstunde drehten die geladenen Gäste einen Runde durchs neue Museum. Im Erdgeschoss fanden sie sich in einer inszenierten barockzeitlichen Küche wieder. Im Obergeschoss konnten sie durch verschiedene Themenräume schlendern, die das Leben auf einer kleinen Adelsburg in der frühen Neuzeit beleuchten. Dort erfuhren sie, wie die Bewohner der Werburg damals gelebt haben, wie sie ihre Freizeit verbrachten, wie es um die Hygiene bestellt war oder welche Spiele sie gespielt haben.

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