Spenge Spenger Seglerin bei Regatta in Spanien am Start

13-Jährige sammelt Punkte für die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft

Franz Purucker

Spenge. Zwei Meter hohe Wellen, Wind mit fünf bis sechs Beaufort und mehr als 540 junge Leistungssportler aus 24 Nationen - damit kämpft die Seglerin Marie Christin Hacker seit heute an der spanischen Mittelmeerküste. Die Schülerin des Engeraner Widukind Gymnasiums ist für eine Woche freigestellt, um an der internationalen Regatta in Palamós teilzunehmen. Und das seit vergangener Woche laufende Training ist wahrlich kein Urlaub: Aufstehen um halb 7 am Morgen. Anschließend Joggen, Liegestütze und Kniebeugen. "Das Training ist wichtig, damit wir fit sind für das Boot." Fünf Stunden verbringt die Seglerin jeden Tag auf ihrem Optimist, ein gut zwei Meter langes Boot mit 3,5 Quadratmeter großem Segel. Die Liebe zu ihrem besonderen Hobby begann bei einem Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern vor vier Jahren. "Wenn man die ganze Zeit am Strand auf die Wellen der Ostsee schaut, bekommt man irgendwie Lust, mal zu segeln", erinnert sich die Schülerin. Ihr Vater Ulrich Hacker, selbst Segler, nahm seine Tochter ernst - und meldete sie zu einem Segelkursus an. Zurück in der Heimat in Spenge suchte er mit seiner Tochter nach einem passenden Sportverein. Da OWL kaum Trainingsmöglichkeiten bietet, wurden sie erst beim Hannoverischen Jachtclub am Steinhuder Meer rund 30 Kilometer vor der niedersächsischen Landeshauptstadt fündig. Dort entwickelte sie sich schnell zu einer Spitzensportlerin. Im Herbst 2013 kommt sie in den B-Kader. Im Januar 2016 steigt sie in den A-Kader auf. In dieser Gruppe trainieren die neun besten Opti-Segler-Leistungssportler des Landes Niedersachsen. Die Regatta in Palamós ist erst der Anfang einer langen Saison. 15 Wochenendtermine sind bereits geplant. Die nächsten Wettkämpfe über Ostern am Gardasee in Italien stehen an. Danach geht es nach Newport in Belgien. Im Laufe des Jahres folgen Kiel, Helgoland, Warnemünde, der Ratzeburger See und ein Heimspiel am Steinhuder Meer. "Ziel ist es, genügend Punkte für die deutsche Meisterschaft Ende Juli auf Helgoland zu sammeln", sagt die Schülerin. 80 Punkte sind notwendig, um sich zu qualifizieren. Das Reisen und Trainieren ist die 13-Jährige vom vergangenen Jahr gewohnt. Da war sie an 25 Wochenenden unterwegs - in der Regel gemeinsam mit ihren Vater. Hinzu kommt das wöchentliche Training in Hannover von Freitagabend bis Sonntagnachmittag. Nur im Dezember und Januar herrscht saisonbedingt etwas Ruhe. "Meistens legen wir auch unseren Familienurlaub dorthin, wo Christin eine Regatta fährt", erklärt Ulrich Hacker. Heute beginnt der aktuelle Wettkampf. Der Start bereitet ihr noch Schwierigkeiten: "Meistens schaffe ich es nicht in die erste Reihe." Im vergangenen Jahr erreichte sie in Palamós nur einen Platz im hinteren Mittelfeld: "Da war viel Wind und ich bin öfter ins Wasser gefallen - das ist mir bisher noch nicht passiert." Dieses Jahr ist ihr Ziel ein Platz im vorderen Mittelfeld. Der Wettkampf geht noch bis Sonntag und besteht aus insgesamt neun Läufen.

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