Nicht nur die Kinder amüsierten sich an der Werburg vortrefflich. - © Andreas Sundermeier
Nicht nur die Kinder amüsierten sich an der Werburg vortrefflich. | © Andreas Sundermeier

Spenge Herbstmarkt an der Werburg macht allen Spaß

Anna, Maximilian und Sarina bringen es auf den Punkt: „Das ist ganz toll hier.“ Was die vier-, fünf- und sechsjährigen Kinder begeistert erkennten, unterschreibt auch ohne zu zögern jeder Gast gern. Auch wenn er ein wenig älter ist als die im Stroh herumtollenden Dötze ist. Alle fühlen sich beim nunmehr 10. Herbstmarkt am Spenger Werburg-Ensemble superwohl. Neben dem einladenden Herbstsonnenschein haben auch die 30 Aussteller, Handwerker und Gaumenverwöhner ihre Anteil daran. Neben den Knipsen sitzen Omas und Opas, Mamas und Papas rund um den zentralen Baum herum und genießen Kaffee und Kuchen, Bratwurst und -fisch und kühle Getränke. Nebenan bieten die Damen der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland – seit Beginn des Marktes dabei – ihren lippischen Pickert feil. „Mit Kartoffeln, Hefe, Mehl, Eiern und natürlich Rosinen“, erklärt Beate Friede. Ein Teil des Erlöses kommt Pro Asyl zu gute. Unweit der angenehm duftenden Speisen verrichtete Schmied Steffen Capteyn sein Handwerk. Der Geruch der stark schwefelhaltigen Schmiedekohle zieht nicht unbedingt an. Der Blick auf die kunst- und phantasievoll geformten eisernen Schnecken, Vögel, Fasane und Mäuse umso mehr. Auch gar nicht so lecker riecht es bei Erika Petring. Und das, was da in fünf großen Töpfen über offenen Feuern kocht, ist auch nicht zum Verzehr gedacht. Die Bielefelderin kocht Wolle und färbt sie. Alle Farben entstehen auf natürlicher Basis. „Zuerst wird die Wolle mit Alaun oder Tonerde Kaltbeize behandelt. Und dann bekommt sie ihre Farbe.“ Goldrutensud macht die Wolle gelb, die roten Schilfblüten grün und Zwiebelschalen färbt sie goldgelb. Dann gibt es auch noch einen Topf mit Scharlachläusen-Sud. „Die Schildläuse muss man aber nicht erst von den Feigenkakteen absuchen, die kann man kaufen“, beruhigt sie neugierige Frager. Unweit bietet der Spenger Imker Helmut Damisch Honig und Met feil. Er gibt zu, dass der Raps-, Lindenblüten- und Waldhonig nicht immer nur und ausschließlich dem entspricht, was draufsteht. „Doch sind die Bienen in der Regel blütentreu.“ Treu ist auch Schäfer Thomas Rüping aus Verl. Er ist gern beim Herbstmarkt. Er hat sieben Lämmer dabei. Die sind gar nicht menschenscheu. Das lernen auch der vierjährige Ole und die sechsjährige Mia ganz schnell. Sie dürfen die kleinen Schafe füttern. „Die kitzeln dabei ganz lustig,“, sagt das kleine Mädchen. Seit langem „wirklich sehr gern“ dabei sind auch die Spinnerin Barbara Knost und Claudine Kuhlmann, die ihr mit Sohn Leonard gegenübersitzen. Die beiden klöppeln. Sie sind ebenso von dem Ambiente und dem Publikumsinteresse angetan, wie die beiden Neulinge, Besenbinder Horst Högemann aus Melle und Drechsler Torsten Wiele. „Ich zeige hier nicht nur, wie’s geht, sondern erkläre auch viel nebenbei“, sagt der Bünder, der seit sechs Jahren das alte Holz-Handwerk als Hobby betreibt. Ebenso zufrieden wie die Spengerin Doris Sickmann, die ihren Kaffee in der Sonne genießt und sagt, „wenn an der Werburg etwas los ist, bin ich da“ und die neben ihr sitzende Gesmolderin Margret Pohlmann – „herrlich, dieses Idylle. So erholsam“ – ist auch Hans-Peter Tietze. Der Kassierer des ausrichtenden Werburg-Vereines freut sich über die „ vielleicht 2.500 Gäste“ und die 30 Standbetreiber. „Die fragen wirklich jetzt schon, wann der Termin im nächsten Jahr ist.“

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