Werner Best (2. v. r.) dankt vor allem auch seiner Frau Hannelore Kröger für ihre Unterstützung. Über die hohe Auszeichnung für den Vorsitzenden des Werburg-Vereins freuen sich auch Bürgermeister Bernd Dumcke (l.) und Landrat Christian Manz. FOTO: MAREIKE PATOCK
Werner Best (2. v. r.) dankt vor allem auch seiner Frau Hannelore Kröger für ihre Unterstützung. Über die hohe Auszeichnung für den Vorsitzenden des Werburg-Vereins freuen sich auch Bürgermeister Bernd Dumcke (l.) und Landrat Christian Manz. FOTO: MAREIKE PATOCK

Spenge „Ein Glücksfall für Spenge“

Werner Best mit Bundesverdienstmedaille ausgezeichnet / Einsatz für die Werburg

Mareike Patock

Spenge. Der Brief vom Kreis Herford kommt an einem Tag Ende Januar. „Mein erster Gedanke war: ’Wo bin ich denn jetzt schon wieder zu schnell gefahren?“, erinnert sich Werner Best und schmunzelt. Mit dem Schreiben flattert dem Vorsitzenden des Spenger Werburg-Vereins jedoch kein Strafzettel ins Haus – sondern eine der höchsten Auszeichnungen der Bundesrepublik Deutschland. Für sein jahrelanges kulturelles Engagement bekommt Werner Best die Bundesverdienstmedaille. „Ich konnte die Nachricht zuerst kaum fassen.“ An diesem Dienstagmorgen wird ihm die Auszeichnung verliehen. Rund 80 Freunde, Arbeitskollegen und Vertreter aus Politik und Verwaltung sind ins Herrenhaus gekommen, um mit dem 64-Jährigen zu feiern. Draußen fegt Sturmtief Niklas übers Werburg-Gelände. Drinnen spielt eine Gruppe der Musikschule Enger-Spenge leise auf dem Marimbaphon. Diese Auszeichnung haben Sie verdient und erdient“, sagt Landrat Christian Manz. Werner Best habe in besonderer Weise „Beruf mit Berufung“ und „Profession mit Leidenschaft“ verknüpft“. Das sei ein Glücksfall für die Stadt Spenge. Als Archäologe und Wissenschaftlicher Referent des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe erforschte Best die Werburg von 1995 bis 2013 in acht Grabungskampagnen. Auch gehörte er im Jahr 2000 zu den Gründungsmitgliedern des Werburg-Vereins, seit 2003 ist er dessen Vorsitzender. Seitdem habe er sich unermüdlich für den Erhalt der historischen Gebäude eingesetzt. Das sei Werner Best eine „Herzensangelegenheit“, betont Manz. Spenges Bürgermeister Bernd Dumcke kann das nur unterstreichen. Noch vor einigen Jahren sei das Herrenhaus in einem „erbarmungswürdigen Zustand“ gewesen. Viele hätten das historische Gebäude am liebsten abgerissen. „Aber von solchen Ansinnen haben Sie sich nie beirren lassen.“ Um das Herrenhaus zu erhalten, führte Werner Best unzählige Gespräche mit Vertretern aus Politik und Verwaltung, akquirierte Spenden und Sponsoren für die Sanierung. Während der Restaurierungsarbeiten organisierte er Führungen, Mittelalterfeste und Tage des offenen Denkmals, um die Werburg im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern. Auch war und ist er maßgeblich daran beteiligt, ein Konzept für die spätere Nutzung des Herrenhauses zu erarbeiten: In das historische Gebäude soll bald ein Kinder- und Familienmuseum einziehen. Durch sein unermüdliches Wirken habe sich Best „weit über das normale Maß eines Vereinsvorsitzenden“ engagiert, heißt es in einer Mitteilung des Kreises. Auch Dumcke betont: „Die Stadt hätte die Sanierung des Herrenhauses ohne das Engagement von Werner Best und dem Werburg-Verein nicht realisieren können.“ „Das ist ein ganz besonderer Tag in meinem Leben und ich bin ein wenig überwältigt“, sagt der gebürtige Marburger nach der Verleihung. Nachdem er 1991 nach Spenge gezogen sei, habe ihn August Wehrenbrecht mit der Werburg bekannt gemacht. „Und es dauerte nicht lange, bis mich der Charme dieser Anlage gefangen hatte.“ Er habe sich „mit dem Werburg-Virus infiziert“. Heute sei das Ensemble ein Identifikationspunkt für die Stadt, lobt Dumcke. Für sich allein mag Werner Best diese Lorbeeren jedoch nicht einstreichen: Er dankt seinen Vereinsmitgliedern, der Stadt und den vielen Geldgebern: „Mir kann man vielleicht zugute halten, dass ich den Werburg-Virus nach Kräften unter die Leute gebracht habe“, scherzt er. „Aber ohne das Zusammenwirken aller wäre die Werburg heute nicht so weit wie sie ist.“ Aus dem Aschenputtel sei eine Prinzessin geworden. „Aber nur das gemeinsame Engagement vieler hat dieses Märchen Realität werden lassen.“

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