Spenge Kindermuseum auf gutem Weg

Sparkassen-Stiftung unterstützt das Projekt im Werburger Herrenhaus mit 150.000 Euro

VON MAREIKE PATOCK
Sparkassen-Vorstand Peter Becker, Dr. Werner Best, Bürgermeister Bernd Dumcke und Heinz-Werner Neumann (vorne, v. l.) hoffen, dass das Kindermuseum bald öffnen kann. Über die Finanzspritze freuen sich auch Annegret Beckmann, Jürgen Strachau, Wolf-Dieter Fißenebert, Hans-Peter Tietze und Annemarie Lorenz (hinten v. l.). - © FOTO: MAREIKE PATOCK
Sparkassen-Vorstand Peter Becker, Dr. Werner Best, Bürgermeister Bernd Dumcke und Heinz-Werner Neumann (vorne, v. l.) hoffen, dass das Kindermuseum bald öffnen kann. Über die Finanzspritze freuen sich auch Annegret Beckmann, Jürgen Strachau, Wolf-Dieter Fißenebert, Hans-Peter Tietze und Annemarie Lorenz (hinten v. l.). | © FOTO: MAREIKE PATOCK

Spenge. Als Dr. Werner Best vor einigen Tagen von der Arbeit nach Hause kam, erwartete ihn ein nicht ganz alltäglicher Brief: ein Schreiben von der Sparkassen-Stiftung Herford. Best riss den Brief auf, überflog das Schreiben rasch - und war völlig überrascht: "Das war eine so große Freude, das kann man sich gar nicht vorstellen", sagt der Vorsitzende des Werburg-Vereins. Der Brief war ein Förderbescheid über 150.000 Euro.

Das Geld ist bestimmt für die letzte große Mammutaufgabe im Werburger Herrenhaus: die Planung und Realisierung eines Kindermuseums. "Für die Erstellung des Feinkonzepts und die Einrichtung des Museums brauchen wir rund 300.000 Euro", sagt Bürgermeister Bernd Dumcke. Zwar sei die Innensanierung des Herrenhauses durchfinanziert und weitgehend abgeschlossen. "Aber die Realisierung des Museumsprojekts hat uns allen noch Sorgen bereitet", sagt Best. Dank der großzügigen Unterstützung der Sparkassen-Stiftung sei nun aber die Hälfte finanziert. "Wir können darum jetzt ganz positiv in die Zukunft blicken."

Um sich für die Förderung zu bedanken, hatten Stadt und Werburg-Verein den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Herford, Peter Becker, und den Geschäftsführer der Sparkassen-Stiftung, Heinz-Werner Neumann, gestern ins Herrenhaus eingeladen. Dort konnten sich die beiden auch einen Überblick über den Fortschritt der Innensanierung machen - denn auch für dieses Projekt hatte die Sparkassen-Stiftung insgesamt 200.000 Euro hinzugeschossen.

Es sei nur konsequent und eine "logische Folgerung" gewesen, nun auch das Kindermuseum zu fördern, betonte Neumann. Denn es habe keinen Mehrwert, allein das Gebäude durchzusanieren, wenn es dafür später keine dauerhafte Nutzung gebe, ergänzte Becker.

Er räumte jedoch ein, das Museumsprojekt anfangs skeptisch gesehen zu haben. Dann habe er sich aber schnell von dem Konzept überzeugen lassen. "Es ist etwas Einzigartiges für die Region, was Sie hier planen", betonte er. Das Werburger Herrenhaus sei ein "Leuchtturm" in der Stadt Spenge. "Jetzt wollen wir ihn auch zum Leuchten bringen."

Dumcke geht davon aus, dass die Innensanierung des historischen Gebäudes bis Ende des Jahres abgeschlossen werden kann. So bald wie möglich wolle man sich nun auch mit dem Feinkonzept für das Museum beschäftigen, sagt Best. "Die Realisierung soll sich dann relativ nahtlos an die Sanierung anschließen."

Die Finanzspritze der Sparkassen-Stiftung sei ein "Meilenstein" auf dem Weg zu dem geplanten Kindermuseum, sagte Dumcke. Um weitere Fördermittel wolle er sich nun auch beim Land bemühen. Rund 20.000 Euro schieße zudem die NRW-Stiftung und 10.000 Euro eine weitere Stiftung aus Herford für das Kindermuseum hinzu, berichtete Best. "Und auch der Werburg-Verein gibt 20.000 Euro."

Dumcke ist zuversichtlich, die Finanzierungslücke schließen zu können. Weitere Spender und Sponsoren seien jedoch willkommen.

Information

Nur einmal im Jahr

Die Sparkassen-Stiftung schüttet pro Jahr 600.000 Euro für verschiedene Projekte im Kreis Herford aus, berichtet Peter Becker. Dabei sei die Fördersumme unterschiedlich – manche Projekte erhielten 500 Euro, andere mehrere 1.000 Euro.

Allerdings werde nur ein Objekt im Jahr mit einer so hohen Fördersumme wie jetzt das Werburger Herrenhaus bedacht, betonte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Herford. (mac)

Ende 2015 könnte das Kindermuseum laut Dumcke Realität werden und seine Tore öffnen. Im kompletten Obergeschoss soll die Ausstellung eingerichtet werden - und die soll Bezug zum Werburger Herrenhaus haben. Anhand verschiedener Fundstücke, die die Archäologen bei ihren Grabungen direkt an der Werburg zutage gefördert haben, solle den Kindern das Alltagsleben auf einem Landgut in der Renaissance- und Barockzeit nähergebracht werden, sagt Best. "Wir können hier an einem authentischen Ort eine authentische Zeit ausstellen." Das sei selten und eine "große Chance für das Museum".

Im Erdgeschoss soll die Museumspädagogik untergebracht werden. "Da können sich die Kinder dann zum Beispiel mit barocken Kostümen verkleiden oder experimentieren."

Dumcke will der Politik empfehlen, eine halbe Stelle für einen hauptamtlichen Museumspädagogen einzurichten - ohne den könne eine solche Einrichtung nicht vernünftig betrieben werden. Dafür könne man zum Beispiel Stellenanteile umschichten.

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