Einige Schüler aus dem Blechbläserensemble: Manisha Möller (10, v.l.), Tebian Idris, (12), Lea Kempeni (10), Franziska Eward (10), Resit Büyük (11) und Ronja Hedemann (10) haben einmal wöchentlich Instrumentalunterricht und Orchesterprobe. - © Mareike Gröneweg
Einige Schüler aus dem Blechbläserensemble: Manisha Möller (10, v.l.), Tebian Idris, (12), Lea Kempeni (10), Franziska Eward (10), Resit Büyük (11) und Ronja Hedemann (10) haben einmal wöchentlich Instrumentalunterricht und Orchesterprobe. | © Mareike Gröneweg

Spenge Musikförderung an der Regenbogen-Gesamtschule

Stark und leistungsfähig: Das Projekt „Musik macht stark“ ist seit fünf Jahren fest im Stundenplan einiger Regenbogen-Gesamtschüler verankert. Das Zusammenspiel im Orchester soll auch die soziale Kompetenz fördern

Mareike Gröneweg

Spenge. Einmal in der Woche steht „Orchesterprobe" auf dem Stundenplan von Manisha Möller. Dann packt sie ihre Klarinette ein, setzt sich in einen vollen Klassenraum der Regenbogen-Gesamtschule und legt los. Musiklehrer Sven Widdel zeigt, wie er sich das gemeinsame Spielen mit anderen Musikern vorstellt. Die Zehnjährige nimmt an dem Projekt „Musik macht stark" teil. Das hat der Rotary Club Herford-Widukind initiiert und fördert es seit fünf Jahren. „Die Idee des Projektes geht auf den Musikpsychologen Hans Günther Bastian zurück", erklärt Klaus Bockermann vom Rotary Club Herford-Widukind. Bastian beschreibe in seiner Forschung die positiven Nebenwirkungen auf Schüler, wenn sie sich intensiv mit Musik beschäftigen. Schüler, die nicht nur einen Knopf im Ohr haben, sondern selber Musik machen, lernen besser, sind sozial kompetenter und gesünder", fasst Bockermann die Ergebnisse der Forschung zusammen. Projekt ist 
an fünf 
Schulen im 
Kreis In den Genuss dieser positiven Effekte der selbst gemachten Musik sollen alle Schüler kommen – besonders die, die Zuhause keinen Zugang zur Musik bekommen. Vier weitere Schulen im Kreis Herford nehmen an dem Projekt teil (siehe Infokasten). Seit Projektstart habe der Rotary Club Herford-Widukind an den fünf Schulen laut Bockermann rund 300.000 Euro investiert. Das Geld gehe in erster Linie in die Instrumentenanschaffung. Da „Musik macht stark" in Spenge als zweijähriges Projekt angelegt ist, bekommt jedes Kind ein Instrument für zwei Jahre geliehen. Somit werden zwei Klassensätze fällig, es mussten also 50 Instrumente angeschafft werden. Eine Stunde wöchentlich für Orchesterprobe Mittlerweile können die Schüler wählen zwischen Klarinette, Euphonium, Saxofon, Schlagzeug, Querflöte und Trompete. Der zweite Kostenpunkt, so Bockermann, ist der Instrumentalunterricht. Von den zwei Stunden pro Woche ist eine für die Orchesterprobe eingeplant, die andere für den Instrumentalunterricht. Dafür kooperiert die Schule mit der Musikschule Enger-Spenge. Zusätzlich fallen Kosten für Orchesterfahrten, aber auch für Notenständer, T-Shirts und Aufführungskosten an. Ein kleiner Teil dieser Kosten wird auch von den Eltern getragen – sie beteiligen sich mit monatlich 20 Euro. Bei „Musik macht stark" musizieren Kinder mit verschiedenen Voraussetzungen. „Zwei unserer Orchestermitglieder haben eine emotional-soziale Entwicklungsstörung. Andere haben Probleme mit den Leistungsanforderungen. Bei diesen Kindern ist die positive Entwicklung besonders spürbar", so Direktor Hartmut Duffert. Dann gebe es jedoch auch Schüler, die ihr Talent im Orchester entdecken und besonders gefördert werden können. „Das Projekt ist ein voller Erfolg." Insgesamt ist Duffert sich sicher: „Das Projekt ist ein voller Erfolg." Im April steht für die Schüler eine Orchesterfahrt auf dem Programm und am 8. Juni ein Auftritt bei der traditionellen Kulturwerkstatt in der Regenbogen-Gesamtschule. Die zehnjährige Manisha freut sich, ein Teil von „Musik macht stark" zu sein. „Besonders gut gefällt mir, dass wir zusammen spielen und nicht jeder für sich", sagt sie und greift zu ihrer geliehenen Klarinette.

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