Erfolgreich: Die Archivaufnahme zeigt, wie ein 44-jähriger Mann, der bei einem versuchten Einbruch in Herford gefasst wurde, von zwei Ermittlern beim Haftrichter im Amtsgericht Herford vorgeführt wird. Der Verdächtige war mit mehreren Komplizen festgenommen worden. - © Jobst Lüdeking
Erfolgreich: Die Archivaufnahme zeigt, wie ein 44-jähriger Mann, der bei einem versuchten Einbruch in Herford gefasst wurde, von zwei Ermittlern beim Haftrichter im Amtsgericht Herford vorgeführt wird. Der Verdächtige war mit mehreren Komplizen festgenommen worden. | © Jobst Lüdeking

Kreis Herford Kriminalität: Deutlich weniger Diebstähle und Einbrüche

Die Polizei stellt die Zahlen für das abgelaufene Jahr vor. Während einige Kommunen im Kreis teils deutliche Rückgänge verzeichnen, ist die Zahl der Fälle in Enger stark angestiegen

Jobst Lüdeking

Kreis Herford. Es ist eine gute Jahresbilanz, die die Kreispolizeibehörde Herford vorlegte: Die Zahl der Straftaten im Wittekindsland ist im vergangenen Jahr um 2,72 Prozent zurückgegangen. 12.433 Taten verzeichneten die Ermittler in ihrer Kriminalstatistik 2017. Die Aufklärungsquote im Kreis erreichte mit fast 57 Prozent einen neuen Höchststand. Herford gehört damit weiterhin zu den sichersten Regionen in NRW. "Die Zahlen liegen damit im Bereich der 80er Jahre", erklärt Reinhold Bethlehem, Erster Kriminalhauptkommissar, der die Daten vorstellte. Er konnte auch angesichts der aktuellen Übergriffe und Überfälle in der Herforder Innenstadt in den vergangenen Wochen Positives melden. "Die Tatserie ist abgerissen." Spenge und Rödinghausen am sichersten Die sichersten Kommunen im Kreis bleiben - wie in den Vorjahren - Spenge (354 Taten) und Rödinghausen (217). Den stärksten Anstieg verzeichnete Enger mit 18 Prozent auf 637 Taten. Gedanken müssen sich die Bürger aber darüber wohl nicht machen. "Hintergrund des Zuwachses ist hier ein Betrugsverfahren mit 60 Fällen im Gesundheitsbereich", so der stellvertretende Leiter der Direktion Kriminalität. Dagegen gingen die Zahlen in Löhne (1.765 Taten) wegen der Festnahme von Pkw-Aufbrechern um fast 14 und in Kirchlengern (517 Fälle) auf Grund von Erfolgen gegen die Drogenszene um fast 19 Prozent zurück. Herford bleibt erwartungsgemäß die Stadt mit den meisten Straftaten (5.271), gefolgt von Bünde (2.373). In Hiddenhausen wurden 650 Taten erfasst, in Vlotho 636. Den Großteil der Fälle machen mit 42 Prozent Diebstähle (5.213) aus, gefolgt von Vermögens- und Fälschungsdelikten (22 Prozent). Rohheitsdelikte wie Körperverletzungen aber auch Raubüberfälle machen 14 Prozent oder umgerechnet 1.700 Taten aus. Sachbeschädigungen schlagen mit neun Prozent zu Buche, Rauschgift mit vier Prozent. Sexualstraftaten machen ein Prozent der Fälle aus. Kriminalität ist Männersache Die Behörde verzeichnete in den vergangenen Jahren einen steten Rückgang der sogenannten Straßenkriminalität. Zu ihr gehören Diebstähle aus Kraftfahrzeugen oder Taschendiebstähle. Insgesamt, das zeigt die Statistik eindeutig, bleibt Kriminalität Männersache. Männer machen fast 76 Prozent der insgesamt 5.752 Tatverdächtigen aus. "Nur" 1.412 Frauen wurden erfasst. Die Zahl jugendlicher Straftäter bis 21 Jahre ist mit 1.314 und einem Anteil von knapp 23 Prozent auf einem niedrigen Niveau. Rund 40 Prozent oder 2.318 der ermittelten Personen waren bereits kriminalpolizeilich in Erscheinung getreten. 1.660 ausländische Verdächtige, das sind 28,8 Prozent aller Tatverdächtigen, wurden 2017 erfasst. Bei Ladendiebstählen sind sie mit rund 40 Prozent oder 498 Verdächtigen überproportional vertreten, ebenso bei Vermögens- und Fälschungsdelikten mit 522 Verdächtigen oder 30,8 Prozent. Zu diesen Deliktfeld gehört etwa das Geldabheben mit gestohlenen oder duplizierten EC-Karten. Weder Mord noch Totschlag mussten erfasst werden Besonders positiv: Es gab kein Tötungsdelikt im Kreisgebiet. Landrat Jürgen Müller lobte die Arbeit der Polizeibeamten, die diese positive Entwicklung möglich gemacht haben. Gleichzeitig erinnerte er aber auch daran, dass trotz der Zahlen und dem Status des Kreises als einer der sichersten in NRW die Folgen einer Straftat für die Opfer immer schwerwiegend sind. Jürgen Müller: "Statistik hilft Menschen in einer solchen Situation nicht."

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